Schwäbisch Hall HFM: Preis für Kunsthandwerker vergeben

Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH 05.10.2016
Marionettenbauer aus Ingelfingen setzen sich durch. Eine Kunsthandwerksausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum wird eröffnet. <i>Mit Bildergalerie.</i>

Preise, Auszeichnungen, Lobesreden: Am Sonntagvormittag prasseln im Neubau anerkennende Worte nur so nieder auf die Kunsthandwerker, die ansonsten meist einsam in der Werkstatt voller Fleiß, Geduld und Ausdauer an ihren Werken feilen. „Hall ist ein Mekka des Kunsthandwerks geworden“, freut sich Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm. Die Stadt kooperiert mit dem Bund der Kunsthandwerker, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit Werke zeigt. Bereits zum zweiten Mal (nach dem Jahr 2000) wird der Staatspreis für Kunsthandwerk in Hall vergeben, erinnert Ministerialdirektor Hubert Wicker. Obwohl sich – anders als zunächst angekündigt – kein Minister blicken lässt, sei der Preis etwas ganz Besonderes. Nur alle zwei Jahre werde er seit 1953 vergeben. Nicht nur die 4000 Euro locken, sondern auch ein besonderer Platz in der jeweiligen Landesausstellung.

Dr. Maaike van Rijn vom Landesmuseum Württemberg beschreibt die aufwändige Arbeit der siebenköpfigen Jury. Aus Hall durfte Armin Panter, Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums, mitentscheiden. Zwei Tage lang werden in der Endrunde 128 Originale begutachtet. Van Rijn: „Wir haben uns die Wahl nicht leicht gemacht.“

Die knapp  200 Besucher hören den Reden zu, doch die Frage schwebt im Raum: Wer macht das Rennen? Aus der näheren Umgebung von Hall sind das Marlene Gmelin und Detlef Schmelz. Mit Pendel-Marionetten aus ihrem Ingelfinger Atelier können sie „anstrengungslos Pirouetten von großer Lebendigkeit“ auf die Bühne bringen.

Nach der Zeremonie im Neubau können endlich auch Besucher die Werke aus dem Wettbewerb begutachten. Im Hällisch-Fränkischen Museum verrät Marlene Gmelin, dass sie die beiden Marionetten extra für die Bewerbung zum Staatspreis angefertigt hätten. Die Rechnung ging auf. Nun müssen die beiden Marionettenspieler nur noch ein Stück für ihre beiden Tänzer schreiben.

Ausstellung  Die Ausstellung „Staatspreis Gestaltung, Kunst, Handwerk“ ist bis 20. November im Hällisch-Fränkischen Museum zu sehen. Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Eintritt frei.
 

Alle Auszeichnungen im Überblick

111 Künstler haben sich mit 277 Arbeiten um den Staatspreis beworben. Dafür haben sie in der ersten Runde jeweils Fotos eingeschickt. Davon sind 87 im HFM zu sehen.

Staatspreis  Je 4000 Euro erhalten die Sieger des Staatspreises: Iris Bodemer, Diplom-Designerin aus Pforzheim; Marionettenbildner und -spieler Marlene Gmelin und Detlef Schmelz aus Ingelfingen; Keramikerin Martina Sigmund-Servetti aus Heilbronn.

Endrunde Jeweils 500 Euro erhalten zudem Künstler, die es in die Endrunde geschafft haben: Goldschmied Gernot Leibold aus Karlsruhe, Kunstglasbläserin Kerstin Müllerperth aus Maulbronn und die Textilgestalterin Annette Refenes-Hartmann aus Nattheim.

Förderpreise junges Kunsthandwerk Goldschmiedemeisterin Kati Mussgay aus Gengenbach sowie die Textildesignerinnen Eva Schlechte und Jennifer Hier aus Stuttgart teilen sich das Preisgeld von 1500 Euro.

Handwerkspreis Kammerpräsident Ulrich Bopp überreicht den Preis der Handwerkskammer Heilbronn-Franken (1500 Euro) an die Keramikerin Susanne Lukács-Ringel aus Zwiefalten.

Hanns-Model-Gedächtnispreis  Metallgestalter Thomas Gustav Kenngott aus Heilbronn.

Publikumspreis Hall vergibt einen Preis an den Kunsthandwerker, der von Besuchern am besten bewertet wird.

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