Schwäbisch Hall HFM: Zeitreise ins 18. Jahrhundert

In authentischen Gewändern versetzen die Darsteller ihr Publikum im Hohenloher Freilandmuseum zurück ins Jahr 1743. Zwischen den Spielszenen beantworten sie bereitwillig viele Fragen.
In authentischen Gewändern versetzen die Darsteller ihr Publikum im Hohenloher Freilandmuseum zurück ins Jahr 1743. Zwischen den Spielszenen beantworten sie bereitwillig viele Fragen. © Foto: Oliver Färber
Schwäbisch Hall / Oliver Färber 30.08.2018
Im Jahr 1743 erreichte der Österreichische Erbfolgekrieg auch die Gegend um Schwäbisch Hall. Darum geht es drei Tage lang im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen.

Hohenlohe im Jahr 1743. Im österreichischen Erbfolgekrieg treffen österreichische und französische Truppen bei Übrigshausen aufeinander. Rund 40.000 Franzosen lagern in der Region. Drei Tage lang präsentierten Schauspieler in historischen Gewändern im Freilandmuseum, wie es im 18. Jahrhundert zuging. Mehrere Szenen wurden nachgespielt und es wurde gelebt wie anno dazumal. Eine Szene beschreibt den Amtsmannbesuch bei Verwundeten, eine andere ein Geburtstagsfest bei der Pfarrerin oder eine Hochzeit von Landleuten in der Kapelle aus Stöcken.

Dicke Wolken bescheren den Akteuren am Samstag in Wackershofen nicht so viele Zuschauer. Die, die da sind, zeigen sich aber sehr interessiert. Um 11 Uhr geht’s vor dem Winzerhaus aus Sachsenflur ums Wäschewaschen – ganz so wie es 1743 auf dem Lande üblich war. Bis zu 45 Akteure sind gleichzeitig im Freilandmuseum unterwegs. Um 13 Uhr packen sie die Dreschflegel aus, es wird eine Ernteszenerie aus dem 18. Jahrhundert gezeigt. „Freud und Leid“ lautet der Untertitel des Aktionswochenendes. Das wird sehr deutlich. Zwischen dem Haus aus Zaisenhausen und der Scheune aus Obereppach ­sitzen drei verwundete französische Soldaten – sie lamentieren. Eine Frau, die neben ihnen steht, versucht ihnen ­Hohenlohisch ­beizubringen: „Isch muss do ­bleibe’“, wiederholt der eine schließlich, und die Dame freut sich.

Ein paar Meter weiter wird entspannt dem Rauchen gefrönt. Auch eine Dame. „Haben Frauen damals auch schon geraucht?“, will eine Besucherin wissen. Die Darsteller nicken. „Die waren damals ja doch ganz schön emanzipiert“, meint die Fragerin.

Jacke statt Sonnenschein

Den Gänsen gleich nebenan ist das alles egal. Das Thermometer steht bei 14 Grad – und die Vögel haben ihre Köpfe gerade alle unter ihre Flügel geschoben. Eine Reisegruppe findet das besonders lustig. „Es ist schon ein interessanter Tag“, meint Kathrin Beurer. Zum ersten Mal ist sie dank einer Tagesreise im Hohenloher Freilandmuseum. „Die drei Stunden Fahrt haben sich auf jeden Fall gelohnt“, fügt sie hinzu. Dass keine Sonne scheint, findet sie nicht schlimm. „Im Gegenteil, da macht das Gehen viel mehr Spaß. Ich habe doch eine Jacke“, erklärt die 63-Jährige.

Sie findet die Mischung gut, die sie miterlebt. Zum einen mag sie die alten Gemäuer mit ihren je eigenen Geschichten, dann die Tiere und natürlich das Schauspiel. „Die machen das wirklich authentisch und leben das“, lobt sie die Akteure. Sie will gerne wieder kommen – dann ohne Reisegruppe.

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