Untermünkheim Flüchtlingshelfer in händeringend gesucht

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet, ob Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen. Nach den Erstaufnahmestellen und die Unterbringung durch den Landkreis werden sie Kommunen wie Untermünkheim zugewiesen.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet, ob Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen. Nach den Erstaufnahmestellen und die Unterbringung durch den Landkreis werden sie Kommunen wie Untermünkheim zugewiesen. © Foto: Daniel Karmann
Untermünkheim / Oliver Färber 14.08.2018
Die ehrenamtliche Arbeit der Untermünkheimer Arbeitskreis Asyl verläuft sehr geräuschlos. Sie könnten aber mehr Unterstützung brauchen.

In Untermünkheim gibt es derzeit fünf Flüchtlingsfamilien, die in zwei Häusern der Kommune wohnen. Sie sind auf Hilfe angewiesen, weil sie bei ihrer Ankunft meist kein Deutsch, manche nicht einmal Englisch sprechen. Auch die Kultur und Gepflogenheiten sind ihnen fremd. Wenn Asylbewerber nach Deutschland einreisen, dann kommen sie zunächst nicht zur Ruhe. Erst nach dem Aufenthalt in einer Landeserstaufnahmestelle und einer weiteren Station in einer Unterkunft der Landkreise werden sie – meist nach Anerkennung als Flüchtlinge – zur sogenannten Anschlussunterbringung auf die Kommunen wie Untermünkheim verteilt.

Vielleicht kommt weitere Familie

Deshalb hat sich in der Kochertalgemeinde ein Freundeskreis gebildet, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich um die zwei Dutzend neuer Bürger kümmern. „Es ist derzeit ein kleiner Kreis, sechs bis acht Leute“, berichtet Gemeinderätin Beate Breitkreuz, die sich des Themas angenommen hat. Demnächst könnte eine weitere Familie in Untermünkheim ankommen. „Und unser kleiner Kreis kann das nicht mehr abdecken“, gibt sie zu. Ursprünglich, da seien es einmal 40 Interessierte gewesen, die sich engagieren wollten. „Sie unterstützen uns sicher noch mit dem Herzen, aber wir brauchen jetzt wieder Leute, die anpacken“, fügt sie hinzu.

Zum einen braucht es einen neuen Koordinator, bei dem die Fäden zusammenlaufen, der weiß, wann wer eingesetzt werden könnte und muss. „Es ist besser, alles wird über den Freundeskreis koordiniert, damit nichts doppelt gemacht wird und die Ressourcen gebündelt werden“, sagt Breitkreuz.

Deshalb sollten auch – dringend gesuchte – Interessenten, die sich lieber als Familienbetreuer engagieren wollen, besser beim Arbeitskreis melden, als direkt auf die Familien zuzugehen. „Gefragt ist bei uns Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt die Gemeinderätin. Zunächst sind es aber oft die kleinen Dinge im Alltag, die vermittelt werden – beispielsweise Hilfe beim Besuch von Elternabenden oder beim Ausfüllen von Formularen. Meist geht es um einen Besuch pro Woche oder wenn eben Not am Mann sei.

Große Unterstützung erhielten die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit von Ditlind Rosenkranz, der neuen Integrationsmanagerin des Landkreises. Sie bietet im Altbau des Untermünkheimer Rathauses derzeit dienstags von 15 bis 17 Uhr offene Sprechstunden an. „Sie kennt sich einfach besser aus. Wir müssen uns alles aus den Fingern saugen“, sagt Breitkreuz mit einem Lächeln auf den Lippen. Nicht nur die Flüchtlinge selbst können mit Sorgen und Nöten zu ihr kommen, auch die übrigen Untermünkheimer, wenn es Fragen oder Probleme geben sollte.

Mehr Engagement will der Freundeskreis übrigens auch in die Integration stecken. Angedacht sei beispielsweise ein Computerkurs, den Flüchtlinge wie andere Bürger besuchen können. „Wir sind dran. Da brauchen wir aber noch Computer und Drucker“, so Breitkreuz.

Info Potenzielle Helfer und Unterstützer melden sich per E-Mail unter beate.breitkreuz@t-online.de

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