Energie Heizölpreise schwanken stärker als früher

Glatte Straßen, voller Tankwagen. Betriebsleiter Jürgen Stammer bespricht mit Fahrer Franz Wolf die nächste Tour.
Glatte Straßen, voller Tankwagen. Betriebsleiter Jürgen Stammer bespricht mit Fahrer Franz Wolf die nächste Tour. © Foto: just
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 12.01.2019
Fachleute gehen davon aus, dass die Kosten wieder moderat steigen. Früher wurde Öl hauptsächlich im Sommer und Herbst bestellt. Diese Gewohnheit hat sich geändert.

Der Preis für Heizöl ist von zumindest drei Faktoren abhängig. Entscheidend für seine Entwicklung ist der Rohölpreis, der oft stark schwankt, die weltweite Nachfrage, die angesichts einer abflauenden Konjunktur nachlässt sowie der regionale Bedarf. Derzeit scheint die Konstellation für Kunden günstig zu sein. Einige Fachleute raten dazu, die Heizöltanks jetzt aufzufüllen.

Viele Kunden ordern Heizöl zwar immer noch im Sommer und Herbst, weil sie das Risiko nicht eingehen wollen, bei einer früh einsetzenden Frostwelle im Kalten zu sitzen. Doch sie tanken meistens nicht mehr voll, lassen Luft für Nachfüllungen, die möglicherweise günstiger sind.

Aktuell hohe Nachfrage

Thomas Bauer führt zusammen mit seinem Bruder Oliver und Vater Otto in Gaildorf das Unternehmen Bauer Oelzapf Mineralölvertrieb GmbH. Er stellt fest, dass sich im Laufe der zurückliegenden Jahre das Bestell- und Kaufverhalten der Kunden verändert hat. Sind die Preise günstig, wird mehr Öl bestellt, sind sie höher, fällt die Order zurückhaltender aus. „Die Preisschwankungen waren früher aber auch nicht so stark wie heutzutage“, macht Thomas Bauer den Zusammenhang deutlich.

Wie Bauer Oelzapf, so stellt auch die Spiegel Mineralölgroßhandlung GmbH in Hall derzeit eine hohe Nachfrage nach Heizöl fest. Spiegel-Betriebsleiter Jürgen Stammer lässt durchblicken, dass täglich zwei Tankzüge unterwegs sind, die jeweils zwischen 14 und 17 Abladestellen bedienen. Die Lieferungen betragen meistens zwischen 2000 und 3000 Liter.

Zwischen Bestellung und Lieferung vergehen in der Regel zwischen 8 und 14 Tagen, es kann aber auch bis zu acht Wochen dauern. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie nötig die Lieferung ist. „Wir lassen niemanden im Kalten sitzen“, macht Spiegel-Betriebsleiter Stammer deutlich.

Tag der Bestellung maßgeblich

Für den Kunden ist der Preis am Tag der Bestellung maßgeblich. Der Händler sichert sich gegen steigende Preise dadurch ab, dass die bestellte Lieferung eingelagert wird – teilweise vor Ort, teilweise an den großen Häfen in Karlsruhe oder Ludwigshafen. Dort legen die Fährschiffe an, die das Öl von den großen Raffinerien transportieren. Im zurückliegenden Spätsommer war der Heizölpreis auch deshalb erheblich angestiegen, weil die Tankschiffe wegen des Niedrigstands am Rhein nicht voll beladen werden konnten oder die für die Region maßgeblichen Häfen Ludwigshafen, Speyer oder Karlsruhe erst gar nicht erreichten.

Sowohl die Gaildorfer Bauer Oelzapf GmbH als auch Spiegel holen das Öl an den Rheinhäfen selbst ab. Beide Unternehmen haben ähnliche Liefergebiete. Sie decken unter anderem den Landkreis Schwäbisch Hall ab.

Die Bauer Oelzapf GmbH ist ein selbstständiges Unternehmen, das seinen Sitz in Gaildorf hat. Spiegel aus Hall gehört zur Heilbronner Domesle-Gruppe, wie auch der Crailsheimer Betrieb Kern-Energie GmbH.

Preis derzeit moderat

Thomas Bauer und Jürgen Stammer bestätigen die Einschätzung anderer Marktbeobachter, dass sich der Heizölpreis derzeit auf moderatem Niveau entwickelt. Im Sommer kosteten 100 Liter rund 68 Euro, im Herbst waren etwa 87 Euro zu bezahlen. Derzeit werden etwa 64 Euro aufgerufen. Bei einer Menge von 2000 Litern summiert sich der Unterschied zwischen 64 und 87 Euro immerhin auf 460 Euro.

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8,2

Cent kostete der Liter Heizöl im Jahr 1970. Der Preis ist umgerechnet, denn damals galten noch Mark und Pfennig. 2012 betrug der Durchschnittspreis 88,1 Cent, 2018 dann 68,8 Cent.

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