Viele Plätze in Schwäbisch Hall und in der Region sind geprägt von Heinrich Brummack: Die oft bunten, humorvollen Skulpturen des Künstlers stehen zum Beispiel als „Geburtstagstisch“ auf der Grünfläche bei den Stadtwerken in Steinbach, das Tor „Salve“ umrahmt die Treppe zur Kunsthalle Würth, im Froschgraben im Kocherquartier stehen Säulen von ihm, und besonders viele Arbeiten sind vor seinem Atelier im Hessentaler Solpark platziert.

Dieses hat er vor sieben Jahren bezogen. Er hat sich also im Alter von 75 Jahren noch einmal einen neuen Lebensmittelpunkt aufgebaut. „Wenn ein Bildhauer umzieht, ist das immer eine recht aufwendige Sache“, sagte er damals voller Selbstironie. Für die Skulpturen, die er von Westerkappeln bei Osnabrück mit nach Hall gebracht hat, brauchte er zwei Schwerlastzüge.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort für ein neues Atelier spielte Brummacks Kontakt zur Sammlung Würth eine Rolle. Mit der Sammlung war er rund 30 Jahre lang eng verbunden. Zuletzt zeigte Würth Werke von Brummack auf der Landesgartenschau in Öhringen. Und das Hällisch-Fränkische Museum widmete ihm im vergangenen Jahr eine Ausstellung seiner Kleinplastiken im Wintergarten.

Geboren wurde Brummack am 19. Januar 1936 in Treuhofen im heutigen Polen. In Iserlohn absolvierte er eine Ausbildung zum Ziseleur (Metallbearbeiter). An der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studierte er Bildhauerei, ebenso in Paris.

1966 erhielt er den Villa-Massimo-Preis Rom und 1969 den Villa-Romana-Preis Florenz. An der Documenta 8 1987 in Kassel nahm er mit der Skulptur „Eine Skulptur heiratet“ teil. Ab 1982 lehrte er Plastisches Gestalten und Design an der Fachhochschule Münster.

20 Jahre Berlin, 20 Jahre Köln, fast 20 Jahre auf einem westfälischen Herrensitz bei Osnabrück, und dann Schwäbisch Hall: Die Stadt sei offen, international, kulturell und geschichtlich äußerst rege, begründete Brummack im Januar 2011 seine Wahl des neuen Wohnsitzes. Das habe er gleich gespürt, das fasziniere ihn: „Und es hat nichts Provinzielles.“

Brummack war auch in seinen Schwäbisch Haller Jahren noch sehr produktiv. „Überall ist Heiterkeit, aber hinter allem steckt auch Trauriges“, hat er einmal über seine Werke gesagt. Am 21. Februar ist er im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Sammlung Würth hat ihm zu Ehren in der Haller Kunsthalle Würth eine Gedenktafel aufgestellt. „Wir sind sehr dankbar für die mit Heinrich Brummack erlebten Projekte und Begegnungen und  möchten hiermit herzlichst an ihn erinnern“, schreibt Kunsthallen-Direktorin Sylvia Weber darauf.

Beisetzung auf Kunst-Friedhof

Im Kasseler Stadtteil Harleshausen gibt es eine Künstler-Nekropole. Das ist ein Areal rund um einen See im Wald, auf dem sich Documenta-Teilnehmer zu Lebzeiten ihr eigenes Grabmal errichten können, wenn sie sich verpflichten, sich dort später beisetzen zu lassen. Brummack hat für sich dort 1997 aus Granit ein Grabmonument geschaffen, das zugleich als Vogeltränke dient.

Monika Everling