Mainhardt Mineralwasserfirma Aqua Römer profitiert vom heißen Wetter

Mainhardt / Maya Peters 19.10.2018
Aqua Römer hat im März eine weitere Abfüllanlage in Betrieb genommen. Seitdem ist der Umschlag an Einwegflaschen höher. Trotzdem erhält das Unternehmen den Mehrweginnovationspreis.

Unter Mainhardt gibt es stark calciumhaltige Quellen. Diese seien schon von den Römern genutzt worden, heißt es. Deswegen trägt das seit 1995 von Aqua Römer gewonnene und abgefüllte Mineralwasser gleichen Namens einen stilisierten Römerkopf auf dem Etikett.

Aktuell gebe es mehr als 150 Millionen Füllungen pro Jahr aus derzeit vier Quellen, berichtet Pressesprecherin Amelie Kreuzhof. 2016 stimmte der Mainhardter Gemeinderat einer Erhöhung der Entnahmemenge zu. „Unsere Ressourcen sind noch nicht ausgeschöpft“, betont das Unternehmen. Da jedoch die Erschließung neuer, geeigneter Mineralwasservorkommen ein langwieriger Prozess sei, habe man nördlich vom Dennhof erste Pumpversuche gemacht. Insgesamt dauere es mindestens fünf Jahre, bis wirklich abgefüllt werden dürfte – ausgehend von der ersten Probebohrung. So müsse beispielsweise die Quelle innerhalb der Gemarkung Mainhardt sein, über eine ausreichende Schüttung verfügen sowie eine behördliche Genehmigung vorliegen.

Ende 2017 hat das Göppinger Unternehmen am Standort Mainhardt kräftig investiert: Über sieben Millionen Euro kostete die neue Abfüllanlage für Einweg-PET-Flaschen. Eine größere Lagerhalle wurde parallel gebraucht. Derzeit arbeiten etwa 90 Mitarbeiter bei Aqua Römer in Mainhardt. Sieben zusätzliche Mitarbeiter wurden mit dem Neubau eingestellt. Insgesamt produziere man etwa 20 Prozent mehr Umschlag, so Kreuzhof. Die Fläche der 4000 Quadratmeter großen Lagerhalle ist nun ausreichend für rund 10 000 Europaletten mit etwa fünf Millionen Flaschen. Drei Belade-Rampen wurden gebaut und darüber hinaus ein zusätzlicher Lkw-Stellplatz geschaffen. Bis zu sechs Lastwagen mehr pro Tag fahren nun die Firma im Gewerbegebiet Hohenstraßen an. „Zur Hochsaison, vor allem bei dem Sommer heuer, waren es auch mal mehr“, räumt das Unternehmen ein.

Mit Problemen gestartet

Anfänglich habe es chaotische Situationen gegeben, bedauert Anlieger und Gemeinderat Walter Mack. Die Lkw sollten nach dem Plan der Verkehrsbehörde von der B 39 aus kommend links auf den geteerten Haltestreifen fahren und von dort rückwärts zur Rampe. Häufiger würde jedoch die Kreuzung mit der B 39 genutzt, um an die Tore zu stoßen. „Wir haben erneut das Gespräch gesucht“, erzählt Mack. Seit Herbst habe die Frequenz zudem augenscheinlich nachgelassen und damit die gefährlichen Situationen. Über das Baugesuch wurde im Gemeinderat kritisch diskutiert, bis man durch Planänderungen Kompromisse gefunden hatte. „Der Geschäftsführer von Aqua Römer ist damals zu uns in den Gemeinderat gekommen und hat uns die Situation erläutert sowie Verbesserungen vorgestellt“, lobt Bürgermeister Damian Komor das Miteinander.

Obwohl Aqua Römer auf die steigende Nachfrage im Einwegsektor mit der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlage für Einwegflaschen reagiert hat, erhielt das Unternehmen im Sommer den Mehrweginnovationspreis von der Deutschen Umwelthilfe. Denn das Premium-Mineralwasser wird seit dem Frühjahr in einem neuartigen Glas-Mehrweggebinde angeboten.

Quellwasser mit viel Calcium

Aqua Römer Unter dem Dach der aquaRömer GmbH & Co. KG sind die Marken Aqua Römer, Göppinger, Leicht & fit sowie das Heilwasser Bad Niedernauer Römerquelle. Sitz des Unternehmens ist Göppingen. Die Hauptabfüllorte befinden sich in Göppingen und in Mainhardt. Die Mainhardter Quellen wurden 1995 neu erschlossen. Das dort gewonnene Wasser enthält 604 Milligramm Calcium pro Liter. Laut Mineral- und Tafelwasserverordnung darf ein Mineralwasser als calciumhaltig deklariert werden, wenn es mehr als 150 mg Calcium pro Liter enthält. Ein Mineralwasser kann zur Deckung des Calciumbedarfs herangezogen werden, wenn es einen Calciumgehalt von wenigstens 250 mg pro Liter hat. may

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