Hochzeit Heiraten in Schwäbisch Hall: 308 Paare haben 2018 „Ja“ gesagt

Die gebürtige Hallerin Sophie und ihr Mann Matthias Nisster gaben sich am 28. Dezember als vorletztes Paar in 2018 das Jawort im Haller Rathaus. Da die beiden nun in München wohnen, haben sie in traditionell bayerischer Tracht, in Dirndl und Janker, geheiratet.
Die gebürtige Hallerin Sophie und ihr Mann Matthias Nisster gaben sich am 28. Dezember als vorletztes Paar in 2018 das Jawort im Haller Rathaus. Da die beiden nun in München wohnen, haben sie in traditionell bayerischer Tracht, in Dirndl und Janker, geheiratet. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Verena Köger 12.01.2019

Wunderbar und sehr persönlich“, so beschreibt Sophie Nisster (geborene Tränkner) ihre Trauung am 28. Dezember im Heldensaal des Haller Rathauses. Die 31-Jährige ist in der Kreisstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mittlerweile wohnt sie mit ihrem Mann Matthias in München. Standesamtlich heiraten wollte das Paar aber unbedingt in Hall, denn Sophie Nissters Familie und Verwandte leben noch in der Stadt. Ihr Mann kommt zwar ursprünglich aus Herzogenaurach in der Nähe von Nürnberg, ist mit Hall aber eng verwurzelt. „Das Stadtbild ist super schön und die Menschen sind sehr nett“, sagt der 34-Jährige.

Den Termin kurz vor dem Jahreswechsel hat sich das Paar bewusst ausgesucht. „Die meisten heiraten im Sommer. Wir wollten was anderes machen und haben uns für eine Winterhochzeit zwischen Weihnachten und Neujahr entschieden“, sagt Sophie Nisster. Die freie Trauung fand am 5. Januar am Tegernsee mit rund 90 Gästen statt. Der Bräutigam hatte zu später Stunde gleich zwei Gründe, zu feiern. „Ich habe am 6. Januar Geburtstag“, sagt der Unternehmensberater. Seine Frau hat das so eingefädelt. Überhaupt hat er ihr freier Hand beim Planen gelassen. „Sophie kann das einfach.“ Natürlich habe sie aber alles mit ihm abgestimmt.

Dass beide nicht in Hall gemeldet sind, stand der standesamtlichen Hochzeit nicht im Weg. „Es dauert etwas länger. Wir mussten die Trauung erst in München anmelden und dort angeben, dass wir in Schwäbisch Hall heiraten möchten. Die Unterlagen wurden dann dorthin verschickt“, erzählt Sophie Nisster. Sie und ihr Mann haben die Trauung ein halbes Jahr vorher angemeldet.

Die Hochzeit des Münchner Paares am 28. Dezember war die dritte und vorletzte in 2018. Manfred Gentner hat alle vier Ehen an diesem Tag geschlossen. Er ist Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Ordnung der Stadt Hall, zu dem das Standesamt seit 2002 gehört. Seitdem schließt Gentner auch Ehen. Die Hochzeit von Sophie und Matthias Nisster hat Gentner als „emotional und bewegend“ empfunden. Dem 63-Jährigen und den acht anderen Standesbeamten ist es wichtig, dass die Trauungen persönlich sind und keinem formalen Vorgang gleichen. „Ich spreche frei und halte Blickkontakt zum Paar“, sagt er. Vier Hochzeiten an einem Tag sei eine Herausforderung, aber keine Seltenheit. Wie er den Überblick behält? „Man muss flexibel sein und sich immer wieder neu hineinfühlen. Ohne Empathie geht es nicht.“

Sommer immer noch beliebt

308 Paare haben sich im Jahr 2018 standesamtlich in Hall trauen lassen. Davon kamen laut Pressemitteilung der Stadt 194 aus Hall, 114 waren Auswärtige. Im Vergleich zu 2016 (343) und 2017 (327) ist die Zahl leicht gesunken. Dennoch sind sich die Standesbeamten einig, dass sich Hall in den vergangenen Jahren als Hochzeitsstadt etabliert hat. So waren es vor zehn Jahren noch deutlich unter 300 Ehen, die geschlossen wurden. Geheiratet werden kann im Ratssaal, in der Hospitalkirche oder im Heldensaal. In Letzterem werden in der Regel die meisten Trauungen gehalten.

Besondere Daten wie der 18.08.2018 machten sich auch in Hall bemerkbar. Gleich sechs Paare gaben sich an diesem Tag das Jawort. Auch Sommermonate, wie der August (47) und der September (38), sind nach wie vor beliebt. Seit es in Hall die Can­dle-Light-Trauungen gibt, werden viele Ehen auch im Dezember (38) geschlossen, da diese in diesem Zeitraum stattfinden. 17 Paare haben sich für dieses Arrangement entschieden und im Kerzenschein „Ja“ gesagt.

Am 1. Oktober 2017 wurde die Ehe für alle beschlossen. Im ­gleichen Jahr ließen in Hall da­raufhin vier Paare ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln. Im Jahr 2018 haben sechs gleichgeschlechtliche Paare geheiratet. Drei Lebenspartnerschaften wurden in Ehen umgewandelt.

Bei 81 Prozent der Ehepaare besaßen beide Partner die deutsche Staatsbürgerschaft. Für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden sich 256 Paare. 239 Partner nahmen den Namen des Mannes, 17 den der Frau an.

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Vergleich zu anderen Städten in der Region

Crailsheim (34 700):

2017: 190 Trauungen
- 143 aus Crailsheim
- 26 von auswärts
- bei 16 Prozent aller Paare kommt nur ein Partner aus Crailsheim
- keine Umwandlung oder gleichgeschlechtlichen Ehen

2018: 194 Ehen
- 143 aus Crailsheim
- 30 Paare von auswärts
- bei 11 Prozent aller Paare stammt nur ein Partner aus Crailsheim
- 7 gleichgeschlechtliche Ehen sowie 5 Umwandlungen von einer Lebenspartnerschaft in eine Ehe

Gaildorf (12 400)

2017: 64 Trauungen
- 58 Paare aus Gaildorf
- 6 Paare von auswärts
- 2 gleichgeschlechtliche Ehen

2018: 76 Trauungen
- 62 Paare aus Gaildorf
- 14 Paare von auswärts
- keine gleichgeschlechtliche Ehe
- bei circa 15 Prozent der Ehen 2017 und 2018 stammt nur ein Partner aus Gaildorf

Künzelsau (15 000)

2017: 41 Trauungen
- 36 Paare aus Künzelsau (nachfolgend Kiau)
- 2 Paare von auswärts
- bei 8 Prozent aller Paare stammt nur ein Partner aus Kiau
- keine gleichgeschlechtliche Ehe

2018: 56 Trauungen
- 37 Paare aus Kiau
- 11 Paare von auswärts
- bei 22 Prozent aller Paare stammt nur ein Partner aus Kiau
- 1 gleichgeschlechtliche Ehe

Die Zahl in Klammern hinter den einzelnen Städten gibt die Einwohner an. Die Daten wurden von den Stadtverwaltungen zur Verfügung gestellt. ena

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