Bühlertann Heimatverein Bühlertann zeigt Bilder von Ernst Zipperer

Bühlertann / RAINER RICHTER 29.06.2016
Mit einer großen Ernst-Zipperer-Ausstellung im Rathaus und mit einem Festzelt auf dem Marktplatz feierte der Heimatverein Bühlertann sein diesjähriges Sommerfest.

Mit dem Sommerfest ist der Heimatverein in die Ortsmitte vorgedrungen. Das Fest, das bis jetzt immer versteckt zwischen Rathaus und Heimatstube stattgefunden hat, punktet mit einem großen Festzelt auf dem Marktplatz. Es ist ein positives Omen, dass das Zelt dem Starkregen und dem Sturm am Freitagabend standgehalten hat. Dass es die beiden kleinen Nebenzelte erwischt hat, konnte leicht wieder in Ordnung gebracht werden.

Die Reaktion der Besucher zeigte am Samstagabend, dass das Fest von den Gästen angenommen wird. Bei frisch gebackenem Blooz, Feuerwurst und Vesperteller herrschte im  vollbesetzten Festzelt eine gemütliche und anregende Stimmung. Wer Zeit und Lust hatte, konnte die Ernst-Zipperer-Ausstellung im Rathaus besuchen, die dieses Mal, anders als  sonst, über das Foyer des Rathauses hinaus im ganzen Haus zu sehen war.

Ernst Zipper kauft im Jahre 1931 die Tannenburg

Mit der Entscheidung, Werke von Ernst Zipperer auszustellen, hat der Heimatverein eine naheliegende Entscheidung getroffen. Ernst Zipperer (geboren 1888) ist in Bühlertann ein Begriff. Er kaufte in der Wirtschaftskrise 1931 die Tannenburg, die bis heute in der Hand der Familie ist. Die Tannenburg ist eines der Wahrzeichen von Bühlertann. Sie ist die Keimzelle des historischen Ortes. So erklärt es sich, dass die Tanne Bestandteil des Ortsnamens und des Wappens von Bühlertann ist.

Der Heimatverein hat 60 Werke von Ernst Zipperer für die Ausstellung erhalten. Viele stehen als Leihgaben zur Verfügung. Sie zieren die Wohnstuben im Ort und in der Umgebung. Im Foyer des Rathauses ist nachzulesen, wer den Organisatoren Bilder überlassen hat. Jürgen Schneider, einer der Organisatoren, besitzt selbst viele Zipperer-Werke, die er seit dem Jahre 2000 zusammengetragen hat. Er bevorzugt die Radierungen. Roland Weller hat fünf der insgesamt 150 Bilder beigesteuert. Erwin Klein, der Autor des Heimatbuches, hat im Lauf der Zeit 12 Werke von Ernst Zipperer erstanden. Allen gemeinsam ist, dass sie sich auch deshalb für die Bilder erwärmen, weil Zipperer viele lokale Motive  in seinen Bildern dargestellt hat. Hier schließt sich der Kreis. Mit dieser Ausstellung wird der Heimatverein seinen Ambitionen gerecht.

Der jetzige Eigentümer der Tannenburg, Ernst-Martin Zipperer, übernahm 1984 mit seiner Frau Ruth die Burg und den landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Ernst-Martin Zipperer erzählt, dass er die Entstehung vieler Blumenbilder seines Großvaters noch mitbekommen hat. „Ich habe gesehen, wie sie gemalt worden sind. Vor allem die Blumenbilder, sein Spätwerk. Es gibt aber viele Bilder, die ich noch nicht gesehen habe. Die kolorierten Radierungen gefallen mir besonders“, fügt er hinzu. Ruth Zipperer ist beeindruckt, „wie in den Schwarz-Weiß-Radierungen Licht und Schatten besonders stark herausgearbeitet sind“. Vera Prior, eine Tochter des Malers, hütet weitere große Teile des Bilderschatzes, die nicht gezeigt werden konnten.