Tradition Heimatverbundenheit und Nostalgie

Schwäbisch Hall / Margitta Schmidt 09.08.2018
Drei Tage lang feierte der Liederkranz Tüngental sein Dreschschuppenfest. Trotz der tropischen Temperaturen zählten die Veranstalter am vergangenen Wochenende mehr Besucher als in den Vorjahren.

Schon von weitem ist die Musik der traditionellen Fahrgeschäfte zu hören. Im Kinderkarussell drehen sich die kleinen, die Schiffschaukel erfreut die älteren Kinder. An der Schießbude hilft Ralph Sellinger Söhnchen Janis bei den ersten Schießversuchen. „Das Dreschschuppenfest gehört einfach dazu“, lacht Mutter Nicole und lässt ihre beiden nicht aus den Augen.

Neben einem Stand mit allerlei Leckereien, bietet die Lime-Bar erfrischende Cocktails mit und ohne Alkohol an. Im Schatten der Wagen spielen einige Kinder. Fast alle Bänke im Schuppen und auch draußen unter den Sonnenschirmen, sind belegt. Viele Familien sind darunter. Es wird gegessen, getrunken und gelacht. Niemand ist in Eile. Jeder genießt das gemütliche Zusammensein. Dafür haben fleißige Frauen 70 Kuchen gebacken. „Hähnchen vom Dreschschuppenfest sind die besten“ – nicht nur einmal ist dieses Lob zu hören. So haben die heftig schwitzenden Männer an den Grills alle Hände voll zu tun, sind aber bester Laune. Ein dritter Grill wurde neu angeschafft, um längere Wartezeiten zu vermeiden.

Draußen auf dem Feld hat sich Familie Götz aus Hamburg versammelt. Mit strahlenden Augen schauen die Kinder den davonfliegenden Luftballons nach. Ob ihre Karten zurückgeschickt werden und sie einen Preis gewinnen? Sie müssen sich gedulden. Das erfahren sie erst vor dem Adventsmarkt. Andreas Götz lacht: „Nein, wir sind nicht speziell wegen des Festes angereist. Meine Frau Renate stammt von hier. Wir verbinden das natürlich mit einem Verwandtenbesuch.“ Ein bisschen provinziell sei das Fest schon, aber auch gemütlich.

Am Sonntagnachmittag schaut Manfred Ruchozki der Landjugend beim Volkstanz zu. Der Vorsitzende des Liederkranzes Tüngental, der Verein richtet das Fest zum 46. Mal aus, zeigt sich sehr zufrieden. „Es ist sehr gut besucht. Das hat schon am Freitag bei der Bierprobe mit rund 1000 Besuchern prima angefangen. Sogar unser Oberbürgermeister ist länger geblieben und stellte fest, wie schön es bei uns ist.“

90 Freiwillige helfen mit

Die Oldtimer-Ausstellung, bei der 30 bis 40 Schlepper, 20 alte Motorräder und einige Autos zu sehen waren, lockte am Samstag viele Besucher an. „Der älteste war wohl ein Lanz-Schlepper aus den Dreißigerjahren. Da geht ein großes Lob an den Organisator Hans-Peter Dederichs.“ Ruchozki ist es ein großes Anliegen, allen Sponsoren und ganz besonders auch den Helfern zu danken. „Das sind immerhin um die 90 Personen!“

Was macht das Fest so beliebt? „Das Dreschschuppenfest ist ein Fest für die ganze Familie. Es hat eine lange Tradition und bei vielen einen festen Platz in der Jahresplanung. Wir hatten wieder zwei sehr gute Musikgruppen. Almdudler unplugged hat ein großes Repertoire, vom aktuellen Hit bis zum Alpenjodler, das kommt super an. Ebenso die Show- und Partygruppe Forever. Wir versuchen auch, immer neue Aktionen, wie Strohballenziehen oder Mähdreschervorführungen, einzubauen, um interessant zu bleiben.“ Die Ernte ist zum großen Teil eingefahren. Man hat wieder etwas mehr Zeit. Spielt das Thema Heimat eine Rolle? „Ja, sicher. Das Fest entspricht der Zeit. Land- und Heimatverbundenheit, auch etwas Nostalgie, sind Begriffe, die auf das Dreschschuppenfest zutreffen“, so Ruchozki.

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