Ilshofen Heimat, Hitze, Heiterkeit: Ruppertshofen feiert den 170 Jahre alten Liederkranz

Die Fotoausstellung weckt vor allem bei den älteren Gästen Erinnerungen.
Die Fotoausstellung weckt vor allem bei den älteren Gästen Erinnerungen.
Ilshofen / CLAUDIA KERN-KALINKE 21.07.2014
So muss ein Sommerfest sein: heiß, abwechslungsreich und gut besucht. Vier Ortschaften haben am Wochenende gemeinsam in Ruppertshofen ein großes Fest gestemmt mit vielen Chören und Hunderten Gästen.

Noten rascheln, schnell wird noch ein Schweißtüchlein gezückt, die feuchte Stirn abgetupft, dann hebt der Dirigent den Taktstock und der Chor stimmt an. 17-mal konnte sich so eine Szene am Sonntagvormittag beim großen Freundschaftssingen der Gastvereine in Ruppertshofen abspielen. Und weil so viele Chöre gekommen waren, musste gleichzeitig im Gemeindehaus und in der Martinskirche gesungen werden. "Nur drei der angeschriebenen Vereine haben abgesagt", erinnert sich Liederkranz-Vorsitzende Oliver Paul an diesen Part der 13 Monate währenden Festvorbereitungen. Es galt, das Repertoire der Männergesangvereine und gemischten Chöre aufeinander abzustimmen, damit kein Titel doppelt gesungen wurde. Eine Viertelstunde hatte jede Singgemeinschaft, die sie mit zwei oder drei Liedern ausfüllen konnte. Alles klappte wie am Schnürchen, und die Zuhörer erfreuten sich an durchweg gut vorbereiteten und gefühlvoll vorgetragenen Weisen.

Derweil brutzelten draußen bereits die Steaks auf dem Grill, und kühle Getränke flossen in durstige Kehlen. Nicht nur Ruppertshofen, auch Leofels, Hessenau und Hörlebach waren auf den Beinen, um gemeinsam die vielen Gäste zu verköstigen. Der Ansturm am Sonntagmittag war riesig. Sängervorsitzender Oliver Paul, Ortsvorsteherin Ingrid Büeck und der Ilshofener Bürgermeister Roland Wurmthaler betonten das tatkräftige Miteinander der Dorfgemeinschaften, ohne das dieses große Fest, das nur alle zehn Jahre gefeiert wird, nicht möglich gewesen wäre.

Dem Straßenverkehrsamt hatte man die Erlaubnis zur Sperrung der Ortsdurchfahrt abgetrotzt, um mitten im Dorf das Festzelt aufstellen zu können. Nach dem besonderen Konzert am Samstagabend (Bericht unten) fand dort am Sonntag der Heimatnachmittag statt. Eröffnet vom Posaunenchor, der für seinen Sonderauftritt beim Gottesdienst besonders gelobt wurde. Die Bläser spielten in der Kirche die Filmmelodie "Gladiator", für die Hans Jochen Neber erstmals einen Chorsatz für Posaunen geschrieben hat.

Dem Thema Heimat näherten sich die Mitwirkenden auf unterschiedliche Weise. Die Kinder Leonie Neber aus Hörlebach, Lea Kupfer aus Leofels und Jakob Schumm aus Ruppertshofen mit einem lustigen Gedicht über das Dorf, unterstützt von Sieglinde Kurz. Die Dorfjugend tanzte als "Happy dancing Baure", und der Jubelverein Liederkranz Ruppertshofen (gegründet 1844) erlaubte sich, das Lied über die Burgruine Leofels "Gruß an die Heimat" zu singen. Es wurde vor über 100 Jahren für den Gesangverein Eintracht Leofels-Hessenau komponiert und durfte nur von diesem Chor vorgetragen werden. Aber seit 1990 singen beide einträchtig miteinander.

Viel Beachtung fand auch die Ausstellung im Bürgersaal mit eindrucksvollen Natur- und Landschaftsfotos und historischen Aufnahmen, die vor allem bei den älteren Festgästen Erinnerungen weckten.

Mitwirkende Chöre beim Freundschaftssingen am Sonntag

Gemeindehaus Gesangverein Liederkranz Reinsberg, Eckheart-Singers Eckartshausen, Chorgemeinschaft Westernbach, Liederkranz Obersteinach, Liederkranz Ilshofen, Gesangverein Oberaspach, Chorgemeinschaft Morsbach-Nitzenhausen, Liedertafel Lendsiedel mit zwei Chören

Martinskirche Liederkranz Obersteinach, Liederkranz Tüngental, Gesangverein Liederkranz Gerabronn, Männergesangverein Eckartshausen, Liederkranz Oberstetten, Gesangverein Eintracht Wolpertshausen, Liederkranz Honhardt und Chorgemeinschaft Altenmünster-Ingersheim

SWP

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