Schwäbisch Hall Hauptverkehrsadern werden zuerst bedient

Ein Pflug des Städtischen Werkhofs räumt eine Straße frei. Archivfoto: privat
Ein Pflug des Städtischen Werkhofs räumt eine Straße frei. Archivfoto: privat © Foto:  
SWP 12.12.2015
Noch lassen Schnee und Eis in diesem Winter auf sich warten. Dennoch ist der Werkhof der Stadt Schwäbisch Hall auf einen möglichen Wintereinbruch vorbereitet, teilt die Haller Stadtverwaltung mit.

Die Vorbereitungen für die Winterdienstsaison beginnen schon im Frühjahr. Das Streusalz ist zu diesem Zeitpunkt billiger. Knapp 1000 Tonnen lagern neben 300 Tonnen Splitt in der großen Salzhalle. Alle Streuautomaten werden überprüft, die Fahrzeuge vorbereitet, Dutzende von Streugutkisten werden an den Strecken verteilt und befüllt.

Auch der Einsatzplan des Werkhofs für den Winter 2015/2016, wird im Frühjahr aktualisiert und an das gewachsene Streckennetz angepasst. Gemäß dem Straßengesetz Baden-Württemberg ist den Gemeinden die öffentlich-rechtliche Pflicht auferlegt, Straßen innerhalb der Orte zu räumen und gegebenenfalls zu streuen.

"Der Handlungsgrundsatz ist dabei der differenzierte Winterdienst", schreibt die Stadt. Das bedeutet: Die Straßen in Schwäbisch Hall sind eingeteilt in die Einsatzstufen I, II und III. Die Stufe I umfasst Straßen, die verkehrswichtig und gefährlich sind. Dies sind alle Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen. Sie werden in der Regel geräumt und gestreut. Dazu gehören im Stadtgebiet zum Beispiel die Crailsheimer Straße, die Neue Reifensteige oder die Stuttgarter Straße.

Stufe II beinhaltet - sofern nicht schon in Stufe I enthalten - Buslinien, Steilstrecken, Wohnsammel- und Verbindungsstraßen sowie Gewerbegebiete. Dort wird geräumt und bei Bedarf gestreut. Stufe III umfasst alle restlichen Straßen und Verbindungswege, dort wird geräumt, aber nicht gestreut.

Als besonders problematisch erweisen sich immer mehr die Wohnstraßen. Die wachsende Zahl der abgestellten Autos am Straßenrand sorgt dafür, dass die Räumfahrzeuge nicht mehr gefahrlos einfahren können. Zugeparkte Wendemöglichkeiten in Sackgassen sorgen für den gleichen Effekt. Ein vollbeladener LKW mit Winterdienstausrüstung wiegt deutlich über 20 Tonnen, die hinter einem Schneepflug mit gut drei Meter Breite gelenkt werden müssen. Die Durchfahrtsbreite muss mindestens 3,60 Meter betragen. Im Zweifelsfall sind die Fahrer angewiesen, die Straße nicht zu räumen.

Grundsätzlich ist hervorzuheben, dass die Stufen hierarchisch abgearbeitet werden, bei starkem Schneefall oder Glatteis kann es auch vorkommen, dass alle Ressourcen auf die Stufe I konzentriert werden müssen. Im Straßenwinterdienst werden auf den über 300 Kilometern Gemeindestraßen vier LKW, drei Unimog, zwei große Traktoren und sieben Schmalspurfahrzeuge eingesetzt. 20 Fahrer sorgen bei Bedarf ab 4 Uhr für befahrbare Straßen, je nach Witterung werden alle Stufen abgearbeitet. In den Nachtstunden wird bei Bedarf lediglich die Einsatzstufe I bedient.

Geh- und Radwege in städtischer Verantwortung werden ab 6 Uhr von 20 Mitarbeitern geräumt und gestreut, nachts jedoch nicht. Wege außerhalb der geschlossenen Ortslage, Wanderwege oder Feldwege werden in der Regel nicht bedient.

Die aufgestellten Streugutbehälter sind verschlossen und den Werkhofmitarbeitern vorbehalten. Für Bürger steht im Werkhof, Daimlerstraße 2, während der Öffnungszeiten Streusplitt in haushaltsüblichen Mengen kostenlos zur Verfügung.