Heilbronn-­Franken Hart an der Grenze

Gefragte Heizungs- und Klimatechniker. Gerade im Bau- und Ausbauhandwerk gibt es derzeit fast kein Halten mehr. Das milde Herbstwetter tut sein Übriges.
Gefragte Heizungs- und Klimatechniker. Gerade im Bau- und Ausbauhandwerk gibt es derzeit fast kein Halten mehr. Das milde Herbstwetter tut sein Übriges. © Foto: shutterstock
Heilbronn-­Franken / Von Heribert Lohr 12.10.2018
Die heimischen Handwerksbetriebe haben derzeit kaum noch Kapazitäten frei. Der Stellenaufbau hat sich allerdings etwas verlangsamt.

Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage für die 12.305 Betriebe in der Region Heilbronn-­Franken lassen nur wenig Spielraum für Interpretationen, denn der Blick auf das dritte Quartal dieses Jahres belegt einmal mehr: Die Lage im Handwerk ist insgesamt hervorragend und die Stimmung unter den Firmenchefs über die einzelnen Gewerke hinweg deshalb bestens.

Viermal im Jahr machen sich die Statistiker ans Werk. An der jüngsten Datenerhebung nahmen wieder 1000 Handwerksbetriebe aus den acht baden-württembergischen Handwerkskammern teil.

Die gute konjunkturelle Lage hat aber auch ihre Schattenseiten. Wer derzeit einen Handwerker sucht, der sollte es möglichst nicht eilig haben.

Kunden brauchen Geduld

Denn die Auslastung der Handwerksbetriebe in der Region Heilbronn-Franken ist hoch. Rund zwei Drittel aller Betriebe gaben dabei an, derzeit an oder über ihrer Kapazitätsgrenze zu arbeiten. Nur jeder zehnte hat aktuell noch größere Kapazitäten frei. Genauso viele sind aber bereits über ihrem Limit, müssen Aufträge zeitlich schieben, die Belegschaften leisten vielfach Mehrarbeit. Dabei haben die heimischen Firmen obendrein an ihrer Produktivität gearbeitet, mit den beinahe zwangsläufigen Ergebnissen: „Leider hat der konjunkturelle Höhenflug keinen ähnlichen Aufschwung bei den Beschäftigtenzahlen zur Folge“, sagt Ulrich Bopp. Die Gemeinsamkeit von Arbeitsmarkt und Auftragslage scheint etwa aus dem Tritt gekommen zu sein. „Der Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt scheint dieses Jahr im Handwerk der Region nicht anzukommen“, so der Präsident der Handwerkskammer.

Haben im Vorjahr noch fast 16 Prozent der befragten Betriebe mehr Mitarbeiter eingestellt, waren es in diesem Spätsommer nun rund neun Prozent. Damit hat sich der Beschäftigungsaufbau etwas verlangsamt. Die Region blieb dabei auch deutlich hinter der Entwicklung in Baden-Württemberg zurück (plus 15 Prozent). Aber: Auch in den kommenden Monaten will etwa jeder zehnte Betrieb zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Von einem Beschäftigungsabbau ist so gut wie nie die Rede (1,1 Prozent). Derzeit zählt das Handwerk in der Region Heilbronn-Franken rund 98.000 Beschäftigte.

Die Stimmung vermiesen lassen sich die Handwerker von der aktuellen Datenlage ohnehin nicht – mehr als drei Viertel bewerten ihre Geschäftslage mit gut. Nur knapp fünf Prozent gaben an, dass die Geschäfte schlecht liefen. Rund zwei Drittel der Betriebe erwarten, dass sie in den nächsten Monaten weiterhin so gute Geschäfte machen. 29 Prozent rechnen sogar mit einer weiteren Verbesserung ihrer Lage. Lediglich rund vier Prozent der Firmenchefs befürchten, dass es für sie in den nächsten Monaten „schlechter laufen“ wird.

Umsatzzuwächse erwartet

Auch wenn die Geschäftserwartungen in Summe etwas verhaltener als in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind, Grund zur Sorge hat die Mehrzahl der befragten Unternehmer nicht. Denn auch die Zahlen bei Aufträgen und Umsätzen stimmen zuversichtlich. Fast ein Drittel der Handwerker freute sich zuletzt „über vollere Auftragsbücher in den letzten drei Monaten“. Lediglich acht Prozent der Betriebe rechnen mit einem Rückgang der Aufträge.

Neun von zehn Firmen geben an, dass die Aufträge „stabil bleiben“ oder noch weitere dazukommen. Die insgesamt außerordentlich gute Lage schlägt sich folglich auch in der Bilanz nieder. Jedes dritte Unternehmen konnte zuletzt seine Umsätze zum Teil deutlich steigern und fast die Hälfte der Handwerker geht derzeit davon aus, dass in den nächsten Wochen und Monaten weitere Zuwächse folgen.

10

Milliarden Euro erwirtschaften die Betriebe in den sieben Handwerksgruppen in der Region Heilbronn-Franken im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel