Schwäbisch Hall / SONJA ALEXA SCHMITZ  Uhr
Ein Jahr Vorbereitungszeit investierte der Verein um das Konzert zu organisieren. Feierlich und dankbar wird es begangen. "Musik wird überall verstanden", ist sich Kiwanis Präsident Henning Schwartau sicher.

"Danke!" So oft wie an diesem Abend ist wohl selten gedankt worden. 100 Jahre alt wurde der Kiwanis-Club. Seit 25 Jahren existiert er in Schwäbisch Hall. 30 Mitglieder halten ihm die Treue. Die Liste der Namen der Förderer des Vereins ist lang. Sein Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine gute Zukunft zu ermöglichen. Mit verschiedenen Projekten unterstützen sie bestehende Einrichtungen.

In dem Benefizkonzert, das der Haller Club zum ersten Mal organisiert, werden die eingenommenen Gelder an drei Stellen eingesetzt: für die Friedensbergschule - eine Förderschule von Klasse 1 bis 9 für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Gefördert wird außerdem die Kinder- und Jugendklinik des Diaks. Die Station Leuchtturm ist dort eine Einrichtung mit stationären Behandlungsplätzen für Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Erkrankungen. Drittens fließen die Einnahmen in das Projekt Catania, einer Organisation, die sich für die Prävention häuslicher Gewalt, sowie medizinische und psychosoziale Versorgung von traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzt.

Die Künstler dieses Abends spielen ohne Gage. Als erstes kommt das Harfenensemble von Tobias Southcott auf die Bühne. Besonders als die Spieler nacheinander einsetzen in das Stück "L'après-midi" von Yann Tiersen freuen sich die Zuschauer über die französischen Klänge aus dem Film "Die wunderbare Welt der Amélie". Überhaupt ist dieser Abend musikalisch bestimmt von den Nachbarländern. Friederike Meinel, die Mezzosopranistin, singt italienische Arien von Liebe und Sehnsucht und spanische, temperamentvolle Lieder. Begleitet wird sie am Klavier von Kyoko Onoe-Panter. Meinel singt nicht nur, sie moderiert auch. Sie stellt die zahlreichen Künstler vor, und wird nicht müde "Danke" zu sagen. Auch an Erhard Eppler, der in der ersten Reihe sitzt und Schirmherr des Konzerts ist.

"Wie es sich für einen Geburtstag gehört, sind sie eingeladen, in der Pause zu essen und zu trinken", verkündet Meinel. Das Buffet von Canapées und Brezeln wird innerhalb kurzer Zeit übersichtlich. Immer neue Sektflaschen werden entkorkt. Gut 400 Gäste sind in den Neubausaal gekommen. Zwischen ihnen gehen Mädchen umher, mit Bauchläden aus Holz, in denen Spendengelder willkommen sind.

Nach der Pause sind nicht mehr alle Plätze besetzt. "Feurig spanisch geht es weiter", verspricht Friederike Meinel. Simon Wohlfahrt spielt auf der Gitarre, die den großen Raum nicht ganz ausfüllt.

Vier junge Haller Künstler bilden das Streichquartett Hallissimo. Sehr schön beginnen sie mit dem Stück "Oblivion" von Astor Piazzolla. Tango und Südamerika in all ihren Stücken. Hat das Publikum zuvor eher wohlwollend applaudiert, will es jetzt eine Zugabe.

Nach fast drei Stunden ist das Konzert beendet. Alle Künstler bekommen vom Kiwanis-Club Präsident einen Strauß Blumen, und noch einmal viele Dankesworte mit nach Hause.