Mehr als 66 000 Unterschriften in drei Tagen: Mit einer so großen Resonanz auf seine Online-Petition gegen das geplante bayerische Psychiatriegesetz hat Uwe Hauck (Bild) aus Hall „ehrlich gesagt gar nicht gerechnet“. Am Dienstagmittag hatte er die Initiative gestartet – gemeinsam mit Kristina Wilms aus Berlin, die eine Selbsthilfe-App für Menschen mit einer Depression entwickelte und selbst genau weiß, wie sich die Krankheit anfühlt. Seither wächst die Zahl der Unterzeichner quasi im Sekundentakt. 25 000, 50 000, 75 000, ständig wird das Unterschriften-Ziel aktualisiert.

Wer in einer psychiatrischen Klinik behandelt wird, soll in Bayern künftig der Polizei gemeldet, die Daten fünf Jahre gespeichert werden. Eine Behandlung wie bei Straftätern. „Psychisch kranke Menschen werden im neuen ,Hilfe-Gesetz‘ mit Gefährdern gleichgesetzt“, warnt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung. Der Gesetzentwurf alarmiert Mediziner und Betroffene wie Wilms und den dreifachen Familienvater Hauck, der über seine persönlichen Erlebnisse auch das Buch „Depression abzugeben“ geschrieben hat. Mit der Petition fordert er eine „tiefgehende Überarbeitung des Gesetzestextes“.

Die große Resonanz macht den Initiatoren der Petition Mut: Weil am Dienstag im Münchner Landtag eine Anhörung zu dem Gesetzentwurf geplant ist, wollen Hauck und Wilms vor Ort die bis dahin gesammelten Unterschriften übergeben – „wir hoffen natürlich, an Ministerpräsident Markus Söder persönlich“, sagt Hauck. Ein ZDF-Team wolle ihn dabei begleiten, auch das „ZDF-Morgenmagazin“ plane, darüber zu berichten.

Info Die Petition gegen den Gesetzentwurf ist zu finden auf
www.change.org/psychiatriegesetz