Durchhaltevermögen müssen die Kandidaten bei der Nominierungsversammlung der Haller Grünen vergangenen Freitagabend in der Vereinsgaststätte des SC Steinbach beweisen. Rund viereinhalb Stunden dauert es, bis die Liste mit 34 Namen steht. Die Vorstellung der einzelnen Kandidaten und rund 15 geheime Abstimmungsrunden ziehen das Verfahren in die Länge.

Mehrere Schwerpunktthemen

Die Themen, die die Kandidaten für die Gemeinderatswahl im Mai setzen möchten, sind die Verdopplung des Fahrradverkehrs, Nachhaltigkeit, Teilhabe aller Bürger an Entscheidungen, weniger Absprachen in Ausschüssen, eine grünere Stadt und auch die Abschaffung der Kindergartengebühren, um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Wobei bei Letzterem nicht alle dafür sind, wie zum Beispiel Teresa Maier-­Öhrlein. Jeder solle selbst entscheiden, ob er die Kinder betreuen lässt oder nicht. Gerade jene, die ihre Kinder zu Hause betreuen, profitieren nicht von der Abschaffung der Gebühren, so Maier-­Öhrlein.

Schwäbisch Hall

Schon die erste Diskussion gibt es bei der Nominierung von Platz eins. Die Mehrheit möchte Grünen-­Fraktionsvorsitzende Andrea Herrmann dort sehen. Ein anderer Vorschlag ist, Ruben Krauß, Vorsitzender der Grünen Jugend Hall, dort zu platzieren. Mit 21 Jastimmen von insgesamt 23 Stimmberechtigten wird es aber Herrmann. Ihr sei eigentlich schon im Vorfeld klar gewesen, dass sie als Fraktionsvorsitzende auf Platz eins gesetzt werde. „Ich möchte den Wähler nicht irritieren.“

Nach und nach werden die ersten zehn Listenplätze mit Namen gefüllt. Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Niemann wird auf Platz drei gelistet, Monika Jörg-Unfried auf Platz sieben. Nach Querelen rund um die Namibiareise von OB Pelgrim ist Jörg-Unfried von der SPD zu den Grünen gewechselt. „Rückblickend sehe ich ein kontinuierliches Auseinanderleben hin zu den Grünen“, meint Jörg-Unfried. Der Wechsel sei kein großer Schritt gewesen. „Monika hat immer wieder viel Häme einstecken müssen. Sie ist eine kompetente Frau und das scheint manchen Männern auf den Zeiger zu gehen“, so Sarah Bergmann, die Jörg-Unfried für den Platz vorschlägt. „Mir ist es wichtig, dass sie auch optisch auf unserer Liste vorne mit dabei ist. Dass sie nicht nur irgendwie so zu uns dazugekommen ist, weil man irgendwo hinwechseln musste, sondern dass sie Teil unserer Partei ist.“ Mit 22 Jastimmen und einer Enthaltung wird sie gewählt. Bei der Kandidatenfindung geht es aber nicht nur harmonisch zu. Ralf Snurawa, der zuerst für Platz acht, dann für Platz zehn und dann für Platz zwölf vorgeschlagen wird, schafft die Mehrheit nicht und zieht seine Kandidatur zurück. „Ich lasse mich nicht weiter durchreichen.“ Für ihn sei klar, dass es mit ihm keine Anti-­Pelgrim-Kampagnen gebe und dass er nicht gegen die Freilichtspiele und das Neue Globe sei.

Kurz vor Mitternacht steht dann die Liste, mit der die Haller Grünen für den Gemeinderat antreten.

18 Frauen und 16 Männer stellen sich zur Wahl


Folgende Kandidaten stellen sich in angegebener Reihenfolge zur Wahl: Andrea Herrmann, Ruben Krauß, Jutta Niemann, Joachim Härtig, Joanna
Walter, Werner Feucht, Monika Jörg-­Unfried, Willem Tette, Sarah Bergmann, Hans Graef, Silvia Wagner,
Elvira Probst-Lipski, Caterina Winkhaus, Thomas Öhrlein, Helene Wirkus, Helmut Pfahler, Heide Seuthe-Dehner, Eberhard Marstaller, Andrea Fischbach, Oliver Scherer, Annegret Wolfart, Hannes Baur, Laura Hecker, Steffen Raach, Elke Müller, Peter Dietrich, Teresa Maier-Öhrlein, Hans-Joachim Pötzl, Katrin Kößler, Matthias Beck, Kathleen Uttrodt, Patrick Feil, Judith Hauser und David Amiri. kv