Berlin Haller Florian Spathelf gründet in Berlin ein Unternehmen

Florian Spathelf mit dem Playmobil-Piratenschiff. Auch dieses beliebte Spielzeug wird von dem Verleih-Unternehmen "meine Spielzeugkiste" angeboten. Foto: Amac Garbe
Florian Spathelf mit dem Playmobil-Piratenschiff. Auch dieses beliebte Spielzeug wird von dem Verleih-Unternehmen "meine Spielzeugkiste" angeboten. Foto: Amac Garbe
Berlin / JÜRGEN STEGMAIER 21.11.2013
Als Kind hat Florian Spathelf gerne gespielt, am liebsten mit seiner Brio-Eisenbahn. Aus dem Spieltrieb hat er eine Geschäftsidee entwickelt: Sein Unternehmen verleiht Spielzeug. Er startete mit 25000 Euro Kapital.

Das Spielzeug kommt in der Kiste versandkostenfrei per Post. Die Kinder können damit spielen solange sie wollen. Wird es ihnen damit langweilig, schicken es die Eltern zurück - umgehend kommt neues. Das ist die Geschäftsidee des Unternehmens "meine Spielzeugkiste", die der Haller Florian Spathelf entwickelt hat. Und damit scheint er Erfolg zu haben. Der 29-Jährige, der in den Klassen eins bis vier auf der Haller Waldorfschule war und später am Gymnasium bei St. Michael Abitur gemacht hat, spricht von derzeit knapp 1000 Kunden. Gefallen an seiner Geschäftsidee haben nicht nur Eltern und Kinder in Berlin, sondern in ganz Deutschland - auch in Schwäbisch Hall oder Gaildorf.

Spielzeug, das zurück gesendet wird, werde von "meine Spielkiste" auf Vollständigkeit und Qualität geprüft, gereinigt sowie sauber und keimfrei verpackt und erneut verliehen. Neues Spielzeug bekommen lediglich die Erstleiher.

Das Unternehmen bietet drei unterschiedlich große Spielzeugkisten an: 2 Spielzeuge nach Kundenwahl kosten 14 Euro im Monat, für 4 sind 24 Euro zu zahlen, 6 Spielzeuge kosten die Eltern 34 Euro im Monat. "Alle Schäden gehen auf uns. Sie können völlig sorglos mieten", wirbt der Betrieb.

Zunächst schmiss Florian Spathelf den Laden alleine, "meine Spielzeugkiste" lief praktisch neben seinem Job als Unternehmensberater. Inzwischen hat das Unternehmen sieben Mitarbeiter.

Der Betriebswirt, der auch Kunst studierte, hatte 25.000 Euro Startkapital. Investiert wurde dieses in den Aufbau einer ausgeklügelten Internetseite sowie in die Bemühungen, "meine Spielzeugkiste" in ganz Deutschland bekannt zu machen. Die wesentliche Kapitalzufuhr wurde allerdings durch so genanntes Crowdfunding organisiert. Dabei werden über eine Internet-Plattform Unternehmensgründer, die ihre Idee vorstellen, mit potenziellen Investoren zusammengebracht. Sind die Geldgeber von einer Geschäftsidee überzeugt, finanzieren sie das neue Unternehmen meist als stille Teilhaber. Wie viel Geld sie dafür einsetzen können, ist in der Regel definiert. Im Fall von "meine Spielzeugkiste" ist es ein Betrag zwischen 5 und 25.000 Euro. Offenbar überzeugte Florian Spathelf mit seinem Konzept. Es fanden sich rund 15.000 Investoren. So kamen für die Spielzeug-Idee in einer ersten Kampagne 370.000 Euro zusammen, in einer zweiten 470.000.

Zu den beliebtesten Spielzeugen seiner Kunden zählen eine Kugelbahn, ferngesteuerte Autos, aber auch die Brio-Bahn, mit der Florian Spathelf als Kind selbst so gerne spielte.

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