Von Schwäbisch Hall nach Stuttgart VfB Stuttgart: Ein Haller trägt Verantwortung beim Fußball-Bundesligisten

Der Haller Florian Mattner ist nur noch selten im VfB-Stadion, denn mittlerweile arbeitet er für den Verein.
Der Haller Florian Mattner ist nur noch selten im VfB-Stadion, denn mittlerweile arbeitet er für den Verein. © Foto: Kerstin Vlcek
Suttgart/Schwäbisch Hall / Kerstin Vlcek 17.01.2019
Vor ein paar Jahren war der Haller Florian Mattner selbst noch im Fanblock des VfB Stuttgart anzutreffen. Heute arbeitet er in der Unternehmenskommunikation des Vereins.

Menschenleer ist die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart. Doch bereits am 19. Januar, am ersten Spieltag der Bundesliga-­Rückrunde, können die VfB-Fans dort wieder ihr Team anfeuern. Früher war unter den Fans auch Florian Mattner. Mittlerweile arbeitet der gebürtige Haller für den Verein. Und zwar seit Juli 2018 als Referent für Unternehmenskommunikation. „Ich kümmere mich hauptsächlich um Kommunikationsthemen abseits des Fußballplatzes, unter anderem auch mit Bezug zum Vorstand und zum Präsidium“, umreißt Mattner sein Aufgabenfeld.

Als Praktikant eingestiegen

Das ist aber nicht sein erster Job bei dem Bundesligisten. Angefangen hat seine Geschichte schon 2006 als Praktikant. Bei der Jahreshauptversammlung des VfB-Fanclubs in Hall 2005 ist er mit Peter Reichert, damals Fanbeauftragter, heute Teammanager, ins Gespräch über Praktikumsmöglichkeiten gekommen. „Er hat mir die Kontaktdaten einfach auf einen Bierdeckel geschrieben.“

Die Bewerbung ging raus, aber monatelang kam keine Antwort. Erst mit dem Ende des Studiums tat sich dann die Chance auf: „Am Donnerstag habe ich einen Anruf bekommen, am Freitag war das Vorstellungsgespräch und am Montag habe ich angefangen“, erinnert er sich. Dabei hatte er schon geplant, ein Volontariat bei der Zeitung zu beginnen. Aber zu seinem Traumjob beim Stuttgarter Verein konnte er nicht Nein sagen. „So bin ich quasi direkt aus dem Fanblock an den VfB-Schreibtisch gekommen“, meint Mattner.

Sechs Jahre lang hat er eng mit Spielern und Funktionären zusammengearbeitet. „In den ersten Tagen war das gewöhnungsbedürftig.“ Durch den täglichen Umgang habe er aber gemerkt, dass das auch nur normale Menschen seien, „mit denen man sich mal übers Wetter unterhält“.

Obwohl er Wert auf professionelle Distanz legt, zählt er heute doch ein gutes Dutzend Spieler, Trainer und Manager zu seinem Bekanntenkreis. „Wenn einer ein tolles Spiel macht, dann schickt man schon mal eine Nachricht oder telefoniert miteinander“, erzählt er und ergänzt: „Im Fußball begegnet man sich sowieso mindestens zweimal“ – etwa Mario Gomez und Daniel Didavi.

Die größte Herausforderung

Auf Kontaktpflege und ein großes Netzwerk komme es in seinem Beruf an. Das war beim VfB so und auch, als er sechs Jahre beim VfL Wolfsburg war. „Ich wollte einmal raus aus Baden-Württemberg, etwas Neues kennenlernen.“ Es sei dort auch kein Problem gewesen, dass er VfB-Fan ist, „daraus habe ich keinen Hehl gemacht“, anfangs gab es nur in seinem Freundeskreis etwas Spötterei, weil er von einem Traditions- zu einem Werksverein wechselte, „aber das hat sich schnell gelegt“. In Wolfsburg erlebte er den DFB-Pokalsieg, die Champions League und zweimal die Relegation – und stand vor seiner bisher größten Herausforderung: dem Unfalltod des Spielers Junior Malanda. „Wir waren alle geschockt und es war sehr schwierig, der Trauer, aber auch dem großen öffentlichen Interesse Rechnung zu tragen. Das hat viel Fingerspitzengefühl erfordert“, sagt Mattner nachdenklich.

Nach sechs Jahren in Niedersachsen hat es ihn wieder zurück in die Heimat gezogen. „Als bekannt wurde, dass ich beim VfL aufhöre, haben sich mehrere Bundesligisten gemeldet, darunter der VfB.“ Oliver Schraft, Mitglied der VfB-Geschäftsleitung, wollte ihn wieder an Bord holen. Überzeugt habe Mattner unter anderem, dass er seine neuen Aufgaben aktiv mitgestalten und stärker planerisch-konzeptionell arbeiten kann. Beim VfB ist er auf 70-Prozent-Basis angestellt. In der übrigen Zeit ist er freiberuflicher Kommunikationsberater. Ein Job, bei dem er Topentscheider großer Unternehmen berät.

Seine Fußball-Leidenschaft wurde als Kind beim TSV Sulzdorf geweckt und jene für den VfB durch ein Geschenk eines Bekannten seiner Eltern. „Ein Spielertrikot, das ich bis heute in Ehren halte.“ Derzeit wohnt Florian Mattner wieder in Sulzdorf. Das Pendeln störe ihn nicht. Die räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben schätze er sogar. „Man sollte in unserem Job bodenständig bleiben. Man erlebt schon viele Highlights, wie zum Beispiel die Champions-­League-Auslosung in Monaco. Das ist etwas Tolles, aber genauso gerne war ich wieder einmal auf der Dorfweihnacht in Sulzdorf.“

Das könnte dich auch interessieren:

Vom VfB Stuttgart zum VfL Wolfsburg und zurück

Florian Mattner, geboren am 1. März 1981 in Schwäbisch Hall, ist in Hall aufgewachsen und zur Schule gegangen. Zum Studieren ging er nach Tübingen und schloss dort sein Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Geschichte ab. 2006 begann er ein sechsmonatiges Praktikum beim VfB. 2007 wurde er Mitarbeiter im Bereich Medien/Kommunikation des VfB. 2012 nahm er einen Job beim VfL Wolfsburg an und war dort von 2014 bis 2018 Kommunikationsleiter. Seit Juli 2018 ist er zurück beim VfB und dort Referent für Unternehmenskommunikation und Public Affairs. Seine Hobbys sind Literatur, Geschichte, Golf und Fußball. Er ist ledig und hat keine Kinder. kv

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel