Wenn Georg Schmitz aus seinem Bürofenster im Robert-Dürr-Haus blickt, hat er den Neubau des Diakonie-Klinikums genau im Blick. Ein fertiger erster Bauabschnitt, dem ein weiterer mit Um- und Neubau folgen soll – „das sind spannende Aufgaben“, sagt Schmitz. Doch zunächst muss sich der 55-Jährige in die Materie in Hall einarbeiten. Das braucht seine Zeit, „es ist nicht leicht, in die großen Fußstapfen von Dr. Peter Haun zu treten“, sagt er voller Respekt. Der kaufmännische Direktor Haun ist seit fast elf Jahren am Diak und wird sich im Frühsommer in den Ruhestand verabschieden. „Er kennt das Haus in- und auswendig.“

Ein leichter Dialekt-Singsang verrät Georg Schmitz‘ Herkunft: „Ich bin ein Eifeler Jung“, meint der Hüne geradeheraus. Er war viele Jahre lang kaufmännischer Direktor des St. Elisabeth-Krankenhaus in Mayen und trug kaufmännische Verantwortung bei dessen Trägergesellschaft, dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. Zuletzt hat Schmitz als kaufmännischer Direktor bei der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg in Sömmerda gearbeitet. Dort änderte sich die Trägerstruktur, für Schmitz die Möglichkeit, Neues zu wagen. Er stieß auf die Stellenausschreibung in Hall, „und dachte mir, da fahr ich mal hin“.

Trotz Größe keine Anonymität

Sofort sei ihm der fast majestätisch anmutende Gebäudekomplex am Hang aufgefallen, „eine exklusive Lage“. Inkognito ging er durchs Haus. „Einprägsam war für mich, dass ich auf zwei Stationen gleich angesprochen wurde, ob man mir weiterhelfen kann“, erzählt er. Es beeindruckt ihn, dass trotz der Größe der Klinik keine Anonymität herrsche, sondern die Menschen echtes Interesse an ihrem Haus haben.

Am Diakonie-Klinikum in Hall sei für ihn auch das große Leistungsspektrum mit 22 klinischen Abteilungen und Instituten reizvoll. „Man denke nur an die Kinderklinik, das ist wichtig für eine Region.“ Dass Menschen 45 Jahre am Diak arbeiten und viele Mitarbeiter aus der unmittelbaren Umgebung kommen, zeige ihm die starke regionale Verbundenheit mit dem Haus. Diese Bodenhaftung und der Diak-Leitbild-Satz „Zukunft braucht Herkunft“ imponieren Schmitz. Mit großer Herzlichkeit sei er beim Gottesdienst zum 134. Diak-Geburtstag begrüßt worden. Vorerst hat Schmitz ein Apartment im Mutterhaus bezogen, er pendelt am Wochenende zur Familie nach Sömmerda. Beim Autofahren könne er gut entspannen. Mit Peter Haun lernt er nun das Diakonie-Klinikum kennen und erlebe überall „offene Begegnungen und ein ehrliches Willkommen“.

Die Herausforderung seines Postens im Klinikum sieht Georg Schmitz unter anderem darin, unterschiedliche Berufsgruppen zusammenzuführen, „ich vergleiche das damit, ein Orchester zu dirigieren“. Natürlich müsse er als kaufmännischer Direktor vor allem Zahlen und Statistiken im Blick haben, darauf achten, dass erbrachte Leistungen auch bezahlt werden, dass man organisatorisch gut aufgestellt ist. Aber es gehe ihm auch um die Menschen, betont er: „Soziale Berufe sind so wichtig“. Deshalb habe es ihn auch nie gereizt, die Branche zu wechseln: „Es gibt sonst kaum so eine große Vielfalt und ich brauche den Kontakt mit Menschen.“

Als das Gespräch mit der Zeitung an jenem Tag im Februar stattfindet, sind die rasanten Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie noch kaum Thema. Inzwischen ändert sich die Lage täglich – auch für Georg Schmitz. Er sagt dieser Tage: „Covid-19 ist zugegebenerweise eine große Herausforderung, aber gerade jetzt spüre ich den besonderen Zusammenhalt im Diak und wie engagiert, konzentriert und multiprofessionell die Kolleginnen und Kollegen Hand in Hand arbeiten. Alle zusammen bringen wir uns mit vollem Einsatz ein, um für die Menschen in der Region die Gesundheitsversorgung sicherzustellen.“

Von der Eifel über Thüringen nach Hall


Georg Schmitz wird 1964 geboren, er stammt aus der Eifel. Zunächst absolviert er eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Später bildet er sich zum Personalfachkaufmann weiter. In der Klinik in Mayen ist er unter anderem als Personalleiter tätig. Später wird er Verwaltungsdirektor am St. Elisabeth-Krankenhaus in Mayen sowie Prokurist bei dessen Trägergesellschaft, dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. 2017 wechselt er nach Sömmerda, wird kaufmännischer Direktor bei der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg. Diese wird vor einem Jahr von den KMG-Kliniken, einem privaten Träger, übernommen. Im Februar 2020 beginnt Georg Schmitz als kaufmännischer Direktor am Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall, wo er auf Dr. Peter Haun folgt, der im Frühsommer Abschied nimmt.

Schmitz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die älteste Tochter studiert Medizin in Graz, der 16-jährige Sohn geht noch zur Schule. Die Familie lebt in Sömmerda. In der Freizeit genießt Georg Schmitz Spaziergänge mit dem Familienhund. Wenn er gemeinsam mit seiner Frau im Urlaub verreist, plant er nur wenig vor. Er schätzt es, in Bewegung zu sein und dabei immer wieder Neues zu entdecken. blo