Sieben Männer haben an einem Tisch in der Feuerwache Ost ihre Köpfe zusammengesteckt. Sie planen gerade ihre nächste Hilfslieferung nach Albanien. Die Diak-Oberärzte Simon Hopf und Martin Schilz sowie Freunde von ihnen fahren demnächst zum vierten Mal einen privaten Hilfskonvoi nach Albanien.

"Dieses Jahr haben wir ein Organisationsteam, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird", erklärt Simon Hopf. Denn was als Familienurlaub begann, habe nach drei Jahren Dimensionen angenommen, die ohne solch ein Team nicht mehr zu schaffen wären. "Wir haben einfach nie gedacht, dass die Sache so groß wird. Wir werden davon überrollt. Ich finde immer wieder an meiner Tür im Diak einen Sack voll mit Kleidung oder Schuhen, wo ,für Albanien' daraufsteht", meint der Oberarzt weiter. Sie fahren 3566 Kilometer mit ihren eigenen Autos in die kleinen Dörfer Fushë-Arrëz und Pukë in Nordalbanien. Die Kosten werden aus eigener Tasche gezahlt. "Da kommen schon zwischen 700 und 800 Euro pro Person zusammen", rechnet Simon Hopf vor. "Mittlerweile haben wir auch gute Kontakte dort unten.

Das veraltete Krankenhaus schockiert die Ärzte

Unsere Basis ist in einem Kloster in Fushë-Arrëz, das von zwei deutschen Nonnen, Schwester Bernadette und Schwester Gratias, geleitet wird", erzählt Martin Schilz. "Die Nonnen kümmern sich um die Zölle und auch um die Verteilung der Hilfsgüter", ergänzt Hopf.

"In unseren Autos bringen wir Medikamente, Verbandsmaterial und Kleidung nach Albanien. Die Verbände stopfen wir dann immer irgendwo zwischen die anderen Sachen", erzählt er lachend. Aber auch medizinische Geräte haben sie schon in das Land gebracht.

Eher zufällig sind die Mediziner auf die hoffnungslos veralteten Geräte im Spital in Pukë aufmerksam geworden. "Bei einem Fest im Dorf haben wir das Krankenhaus gesehen, und Simon und ich wollten es uns unbedingt ansehen. Wir waren schockiert, wie alt die Geräte waren", erzählt Schilz. "Wir können mit unserem Engagement zwar nicht die Welt retten, aber zumindest einen kleinen Beitrag leisten", wirft Freund Volker Damm ein.

"Jetzt sag du auch einmal was", fordert Simon Hopf den Jüngsten im Bunde auf. Etwas zögerlich beginnt sein Sohn Simon-Luca zu erzählen: "Ich mache einen Film über die Eindrücke aus Albanien. Der wird dann beim Vortrag über die Reisen gezeigt", meint er. "Wir hoffen, dass zum Vortrag am Donnerstag, 12. November, viele Leute in die Feuerwache Ost kommen", sagt Simon Hopf. "Es gibt auch zwei Projekte in Fushë-Arrëz: Beim Ersten bringen wir Kick-Boards in ein Jugendhaus, damit den Kindern nicht langweilig wird, und das Zweite soll Jung und Alt bei einem Generationentreff zusammenbringen", erklärt Volker Damm. Was brauchen die Menschen dort sonst noch? "Werkzeug. Vor allem Bohrmaschinen oder Handkreissägen, damit Häuser gebaut werden können", wirft Reisekamerad Oliver Schwab ein.

"Dieses Jahr brauchen wir noch einen fünften Fahrer. Am besten mit einem Geländewagen", erinnert er plötzlich und erntet zustimmendes Kopfnicken. "Man muss das aber auch wirklich wollen, denn das Ganze ist körperlich und geistig anstrengend", gesteht Simon Hopf.