Der Goldstatus soll es sein. Und zwar beim European Energy Award (EEA). An dem nimmt die Stadt Hall seit 2013 teil. Der EEA ist ein europaweites Instrument zur Bewertung der Klimaschutzaktivitäten von Kommunen und Landkreisen. Erfolge im Energie- und Klimaschutzbereich sollen erfasst und Potenziale aufgezeigt werden. „Wir stehen ganz gut da im Bereich erneuerbare Energie und jetzt auch im Bereich Mobilität“, sagt Stefano Rossi, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Schwäbisch Hall.

Hall setzt stark auf erneuerbare Energien

Zum Beispiel mit den Stadtwerken. Ende 2018 stammten 70 Prozent des vor Ort ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien. Für städtische Dienstfahrer sind drei E-Lastenräder angeschafft worden. Vor Kurzem haben die Haller Stadtbetriebe auch auf synthetischen Diesel umgestellt. 51 Tonnen CO2 werden dadurch kompensiert. „Wir müssen nun mal schauen, ob es so gut ist, wie wir uns das vorstellen“, sagt Rossi.

Die Anschaffung von E-Lastenrädern ist einer von 59 Punkten, die im Energiepolitischen Arbeitsprogramm der Stadt für die Jahre 2019 bis 2022 aufgeführt sind. Bei dem Programm handle es sich jedoch lediglich um eine Absichtserklärung. „Manche der Projekte sind langwierig, einige lassen sich kurzfristig umsetzen“, erklärt Rossi.

Länger dauert es zum Beispiel, das Gymnasium bei St. Michael energetisch zu sanieren oder die Halle 2 im Schulzentrum Ost. Es gehe nicht um ein Projekt alleine, sondern um das Zusammenkommen von mehreren, sagt Rossi. „Die Umsetzung ist auch abhängig von den Haushaltszahlen und dem Personal.“

Bei der Diskussion im Gemeinderat über das Energiepolitische Arbeitsprogramm wurde auch der Aspekt klimaneutrale Kommune eingebracht und gefragt, wie weit Hall davon entfernt ist. Rossi meint dazu, dass es möglich sei, die Klimaneutralität der Verwaltung darzustellen, jene der Kommune aber schwierig abzubilden sei, da man die Bürger berücksichtigen müsse. Eine CO2-Bilanz, die er rückwirkend für 2015 erstellt hat, gibt es zwar bereits. Aussagen könne er aber noch keine treffen, da zum Vergleich noch die Bilanzierung für 2016 aufzustellen ist, um einen Trend absehen zu können.

Außerdem sieht Rossi es als gutes Zeichen, dass er nun als Klimaschutzbeauftragter der Stadt einen unbefristeten Vertrag hat. Einen Mitarbeiter in diesem Arbeitsfeld zu beschäftigen, sei nämlich nicht verpflichtend. „Die Stadt misst dadurch dem Klimaschutz einen hohen Stellenwert zu“, meint er.

Stadt ist gespannt, ob sie den Goldstatus beim European Energy Award erreicht hat

Vor Kurzem haben die Grünen und die Stadträtin der Linken im Gemeinderat einen Antrag gestellt, den Klimanotstand auszurufen. Rossi sei schon gespannt, was der Gemeinderat diesbezüglich aushandeln wird. „Von der Verwaltung wird es eine Empfehlung geben.“ Welche, sagt er noch nicht.

Er verrät auch noch nicht, ob die Stadt Schwäbisch Hall den Goldstatus beim European Energy Award erreicht hat. „Das Ergebnis muss noch geprüft werden.“ Ab dem 8. Oktober soll es dann vorliegen. Zum ersten Mal zertifiziert wurde Hall im Jahr 2015. Die Stadt erreichte 70,2 Prozent der möglichen Punkte. Für den Goldstatus bei der Rezertifizierung sind 75 Prozent die Hürde. Voraussetzung dafür waren die Bildung eines Energieteams, eine Bestandsanalyse und das Arbeitsprogramm.

Ein weiterer Punkt in dem Programm sind Elektrobusse. Zum Einsatz kommen sollen zwei davon ab September; sie wurden bereits getestet. Der Gemeinderat hat dafür dem Stadtbus einen Zuschuss von 238.000 Euro gewährt. „Auch wenn Hall topografisch dafür nicht ideal ist“, sagt Rossi. Jeder könne etwas zum Klimaschutz beitragen.

In der Verwaltung werden zum Beispiel kleinere PCs und Monitore mit weniger Energieverbrauch verwendet. Auch zu Hause können Menschen im Kleinen handeln. „Duschen statt baden oder auf dem Wochenmarkt einkaufen“, sagt Stefano Rossi.

Das könnte dich auch interessieren: