Wie lassen sich Supermärkte davon überzeugen, weniger Plastikverpackungen einzusetzen? Rund ein Dutzend Aktivisten hat kürzlich an der Hessentaler Kaufland-Filiale einen Überzeugungsversuch mit einer sogenannten Plastic-Attack gestartet. Dabei lassen die Aktivisten in konzertierten Aktionen die Verpackungen ihrer Supermarkteinkäufe vor Ort zurück. Die Bewegung ist letztes Jahr in England entstanden und hat inzwischen Nachahmer in weiteren Ländern gefunden.

„Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie viel Müll wir mit unserem täglichen Einkauf produzieren“, schreibt der Linke-Kreisverband Schwäbisch Hall und Hohenlohe in einer Mitteilung im Nachgang zur Plastic-Attack. Es müsse dringend etwas geschehen, um die Verschmutzung der Welt und ihrer Meere aufzuhalten. Angestoßen hat die Aktion die Linksjugend solid Schwäbisch Hall und Hohenlohe. Unterstützung habe sie dabei von einigen Mitgliedern der Linken, aber auch von Parteilosen bekommen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Aktivisten brachten Tupperdosen oder Jutebeutel mit und verstauten darin ihre – eben noch in Plastik verpackten – Einkäufe. Fast eine Stunde habe es gedauert, bis das letzte Lebensmittel ausgepackt war. Der Verpackungsmüll füllte einen ganzen Einkaufswagen. „Weg mit dem Plastik!“, skandierten die Aktivisten dabei. Die Reaktion vonseiten der Marktleitung folgte auf dem Fuß – mit einem Korb voller unverpackter Äpfel. Sie sollten als Zeichen der Anerkennung dieses Engagements für den Umweltschutz dienen.

„Auch einige Passanten blieben interessiert stehen, aßen einen Apfel und kamen mit den Aktivisten ins Gespräch“, heißt es weiter. Insgesamt sei die Aktion sehr positiv aufgefasst worden, meinen die Organisatoren der Plastic-Attack. „Einige Passanten machten sogar mit und warfen ihren Verpackungsmüll ebenfalls in den Einkaufswagen.“

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Äpfel als Anerkennung


Auf die Aktion von Plastic Attack reagiert die Hessentaler Kaufland-Filiale mit einem Korb voller Äpfel aus der Region. Damit wolle die Filiale das Engagement der Teilnehmer anerkennen, heißt es von Unternehmensseite. „Plastikverpackungen sind auch für uns ein wichtiges Thema“, sagt Hausleiter Chris Baur. Die Schwarz Gruppe, zu der neben Kaufland auch Lidl gehört, wolle mit der Strategie „Reset Plastic“ bis 2025 den Kunststoffverbrauch um mindestens 20 Prozent reduzieren. Bis dahin sollen außerdem Kunststoffverpackungen für Eigenmarken zu 100 Prozent recycelbar sein. Bis Ende 2019 wolle das Handelsunternehmen darüber hinaus „gezielt ausgewählte Kunststoff-Einwegartikel auslisten“, heißt es in der Stellungnahme weiter.