Schwäbisch Hall Hall gilt als starker Standort

Schwäbisch Hall, hier die Neue Straße, wird als attraktive Einkaufsstadt innerhalb der Region Heilbronn-Franken wahrgenommen.
Schwäbisch Hall, hier die Neue Straße, wird als attraktive Einkaufsstadt innerhalb der Region Heilbronn-Franken wahrgenommen. © Foto: thumi
Schwäbisch Hall / JÜRGEN STEGMAIER 04.01.2014
Die Region ist wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreich. Allerdings profitiert der Einzelhandel davon nur bedingt. Eine zweite Erkenntnis der IHK-Kaufkraftanalyse: Schwäbisch Hall gilt als starker Standort.

4,8 Milliarden Euro würden den 883.000 Menschen in der Region Heilbronn-Franken für Ausgaben im Einzelhandelsbereich zur Verfügung stehen. Davon blieben 4,3 Milliarden Euro bei den Händlern der Region. Die Differenz nennen Fachleute den Kaufkraftabfluss. In der Region wird dieser auf rund 500 Millionen Euro beziffert. Diese Summe wird im Online-Handel oder an anderen Orten ausgegeben.

Der Online-Handel ist für den Einzelhandel zu einem zentralen Thema geworden - einerseits sorgt er für starke Konkurrenz, anderseits wird er als Chance begriffen. Bundesweit beträgt der Online-Umsatz am Einzelhandel mehr als 8 Prozent - mit steigender Tendenz. Er hat sich seit 2006 mehr als verdreifacht.

Die Analyse geht davon aus, dass jeder der 188.449 Einwohner des Landkreises Schwäbisch Hall im zurückliegenden Jahr 5334 Euro für Käufe im Einzelhandel zur Verfügung hatte. Das liegt unter dem Durchschnitt: Region 5483 Euro; Baden-Württemberg 5710; Deutschland 5500.

Im Vergleich der acht Mittelzentren der Region steht die Stadt Schwäbisch Hall hinsichtlich der Einzelhandels-Kaufkraft auf einer Stufe mit Künzelsau an der Spitze (Hall 5576 Euro, Künzelsau 5577 Euro). Am unteren Ende der Tabelle rangieren Crailsheim (5328 Euro) und Wertheim (5319 Euro).

In der Kategorie Einzelhandelsumsatz je Einwohner führt Neckarsulm die Tabelle mit 11.589 Euro unangefochten an. An zweiter Stelle steht Schwäbisch Hall mit 8502 Euro vor Heilbronn mit 7830 Euro. Crailsheim ist mit 7628 Euro an fünfter Stelle geführt.

Landkreis Heilbronn: Hohe Kaufkraft, niedriger Umsatz

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass der Landkreis Heilbronn zwar die höchste Kaufkraft in der Region hat, jedoch den niedrigsten Einzelhandels-Umsatz in dieser Vergleichsgruppe verzeichnet. "Hauptgrund dafür ist sicherlich die räumliche Nähe zum starken Oberzentrum Heilbronn, aber auch die schnelle Erreichbarkeit der großen Einzelhandelsansiedlungen bei Ludwigsburg (Breuningerland, Ikea) dürfte hier eine Rolle spielen", analysieren die Fachleute der Industrie- und Handelskammer.

Neckarsulm steht vor Hall - das gilt auch hinsichtlich der Einzelhandelszentralität der Städte in der Region. In dieser Hinsicht dürfte Schwäbisch Hall durch das Kocherquartier, das 2011 fertiggestellt wurde, aufgeholt haben.

Die aktuelle Kaufkraftanalyse basiert auf der Entwicklung relevanter Einzelhandelskennzahlen. Diese wurden von der IHK Heilbronn-Franken ausgewertet. Die Bewertung soll Investoren und Unternehmern Hilfestellung bei der Standortwahl geben sowie Städte und Gemeinden bei Entscheidungen unterstützen.

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