Schwäbisch Hall / Gottfried Mahling  Uhr
Musik, Workshops, Hilfsprojekte, Kunst, Schmuck, Kleidung, gemeinsam feiern und chillen: Das African Picnic im Hospitalhof bringt vielen Hallern am Wochenende den „Schwarzen Kontinenten“ näher.

Sechs Bands, ein DJ, vier Workshops, vier Tages-Shows, ein Nationalfeiertag: Das dreitägige Programm von Freitag bis Sonntag im Innenhof des Goethe-Instituts erweckt den Eindruck einer anstrengenden Großveranstaltung. Doch Hauptorganisator Mthunzi Fesi sieht die Sache locker: Das African Picnic, mittlerweile ist es die sechste Auflage, soll einfach ein „unverbindliches Treffen für alle sein“. Mit „alle“ meint Fesi sowohl Haller als auch Menschen aus Afrika. Der Erlös kommt den Künstlern und einem Skateboard-Projekt in Fesis Heimat Südafrika zugute. Seit 18 Jahren lebt er bereits in Hall.

Wer nicht nur feiern und entspannen, sondern auch etwas kaufen möchte, ist unter anderem am Stand der Kinderhilfe Gambia richtig. „Wir sind überrascht, wie groß das Interesse ist“, freut sich Verkäuferin Sabine Korb aus Langenbrettach. Vor allem Kokosschmuck und Tierfiguren, hätten bereits einige Käufer gefunden. Die Waren stammen allesamt aus Gambia. Das Geld aus dem Verkauf fließt nun zurück in den bitterarmen westafrikanischen Staat. Vor Ort soll versucht werden, Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen und durch Nahrungsbeschaffung die Lage erträglich zu machen.

Die 29-jährige Seraina Kluf aus Bad Urach baut in dem westafrikanischem Land ein Waisenheim auf.

Afrikanische Riesenschnecke sorgt für Staunen

Auch die Haller Ortsgruppe von „Solidarität International“ wirbt für diverse Hilfsprojekte. „Das African Picnic ist eine tolle Gelegenheit, auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen“, sagt Waltraut Bleher. Gerade Afrika habe besonders Solidarität verdient. Wohl nirgends sonst auf der Welt sei Kinderarbeit so verbreitet, würden Rohstoffe ausgebeutet, ohne dass die Bevölkerung davon profitiere.

Einen kleinen Eindruck von der exotischen Tierwelt Afrikas vermittelt der Augsburger Kinderbuchautor Michael Tonfeld. Er hat eine fast 30 Zentimeter lange Afrikanische Riesenschnecke mitgebracht und zeigt sie seinen staunenden Zuhörern.

Bestaunt werden auch die Bilder von Sigfried Jorden Hittu aus Tansania, die Elefanten, Giraffen, Wasserbüffel oder Menschen ostafrikanischer Volksgruppen zeigen. Seinen Namen hat Hittu wohl dem Umstand zu verdanken, dass Tansania früher deutsche Kolonie war. Seine Mutter bekam den Tipp, dass „Sigfried“ der deutscheste aller Vornamen sei. Weil der Name heutzutage in Deutschland längst aus der Mode gekommen ist, „bin ich wohl einer der jüngsten Sigfrieds, die es gibt“, scherzt Hittu.

Landrat Gerhard Bauer fordert beim Empfang der Wirtschaft in Gaildorf weitere Mittel für den Breitbandausbau.

Locker drauf ist auch Standbetreiber Mamadou Diop aus dem Senegal. Gern erlaubt er einer Besucherin, einen seiner afrikanischen Hüte kostenlos für ein Facebook-Foto aufzusetzen. Nachdem DJ Buti bis in den späten Samstagabend auflegt, wird am Sonntag der Youth Day begangen. Hintergrund: Am 16. Juni 1976 demonstrierten über 20.000 Schüler im südafrikanischen Soweto gegen das Apartheidregime. Die Polizei schlug die Demonstration blutig nieder, mehr als 700 Menschen starben. Seit 1994 ist der Youth Day Nationalfeiertag in Südafrika – gestern feiern ihn beim African Picnic auch viele Haller.

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Kunde mit dunkler Hautfarbe soll in einer Filiale der Drogerie Müller seinen Ausweis vorzeigen. Nun hat das Amtsgericht Konstanz die Drogeriekette wegen Rassismus verurteilt. Experten halten die Entscheidung für grundlegend.