"Wie geht es nun weiter?" Esther Gronbach spricht die Frage stellvertretend für alle aus. Es ist Samstag, 18.30 Uhr: Im Haus der Bildung neigt sich der Bürgerworkshop dem Ende. Mehr als vier Stunden lang haben 30 Teilnehmer versucht, eine Vision vom Haalplatz im Jahre 2021 (dem Ende von Oberbürgermeister Pelgrims Amtszeit) zu entwickeln. Gekommen sind überwiegend Frauen und Männer mittleren Alters, "keine Wutbürger oder Maulhelden", stellt Sven Haustein fest. Er gehört dem Bürgerforum an, das zu der zweitägigen Veranstaltung "Haalplatz 2021 - von der Vergangenheit zur Vision" geladen hatte.

Wie also geht es nun weiter?

"Unsere Ideen müssen auf breite Beine gestellt werden", erklärt Guido Kühn, ebenfalls Mitglied des Bürgerforums. Damit meint er zum einen, dass alle Haller Bevölkerungsgruppen - er nennt beispielhaft Senioren, Jugendliche und Händler - in die Ideenfindung einbezogen werden. Zum anderen plant das Bürgerforum, die Stadtverwaltung über die Ergebnisse des Workshops zu informieren, als da wären:

Der Haalplatz soll ein Café mit Öffnung zum Fluss erhalten. Dieses könnte vis-à-vis des Biergartens Unterwöhrd entstehen.

Maximal 30 der 162 Parkplätze sollen bleiben, vorwiegend für Senioren und Behinderte. Diese könnten entlang der Haalstraße zwischen Brunnen und Akademie der Künste liegen. Der Vorplatz der Akademie soll attraktiver werden, damit die Künstler bei schönem Wetter im Freien arbeiten können.

Ein Treffpunkt für Jugendliche

Im Bereich der Haalhalle soll ein Treffpunkt für Jugendliche entstehen, zum Beispiel mit einer kleinen Skateanlage am Kocher, einem Jugendcafé in der Haalhalle und einem Ponton - einer schwimmenden Insel - auf dem Fluss. Außerdem können E-Bikes geliehen und aufgeladen werden.

Der Haalbrunnen soll aufgewertet und seine historisch wichtige Bedeutung hervorgehoben werden. Angeregt wurden Schausieden, Schöpfmöglichkeiten für Kinder und Infotafeln.

Futter für die Ideenfindung erhielten die Teilnehmer des Workshops am Vorabend bei einer Diskussion in der Haalhalle. Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes informierten die rund 100 Zuhörer zum Beispiel darüber, was unter dem Haalplatz liegt. Ein leidenschaftliches Plädoyer für den Haalplatz hielt Stadtplaner Professor Richard Reschl, der bereits den Prozess des Stadtleitbildes begleitet hatte. "Der Haalplatz ist ein Kleinod, ein Rohdiamant, den es zu schleifen gilt."

Seitens des Publikums war viel Lob für die von Sven Haustein moderierte Diskussion zu hören. Einige erwähnten, sie seien aus Angst vor einer LKW-Brücke über den Kocher gekommen - die Stadtverwaltung brachte diese als Alternativroute für den Lieferverkehr in der Schwatzbühlgasse ins Gespräch - und seien erleichtert gewesen, dass über Visionen statt Details gesprochen wurde. "Welche Rolle spielt der Haalplatz im System der Innenstadt?" Dies sei die zentrale Frage, so Stadtplaner Reschl. Er entließ die Besucher mit einem optimistisch stimmenden Gedanken: "Suchen Sie pragmatisch und mit allen Beteiligten nach Lösungen und meiden sie konfrontatives Denken. Dann muss es keine Verlierer geben."

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