Haalplatz-Entwicklung Haalplatz-Wettbewerb geht in heiße Phase

Die Besucher lauschen dem Gremium (vorne) und den Vertretern der Planungsbüros (abgetrennte Tischreihe).
Die Besucher lauschen dem Gremium (vorne) und den Vertretern der Planungsbüros (abgetrennte Tischreihe). © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 12.09.2018
Beim Kolloquium in der Haalhalle diskutieren am gestrigen Dienstag Gremium und Planer über letzte Fragen. Das Projekt ist im Zeitplan. Im Dezember soll die Jury urteilen.

Neun Vertreter von Architektenbüros sitzen den Projektverantwortlichen in der Haalhalle gegenüber. Auf der Tribüne lauschen 15 Bürger der letzten Fragerunde, bevor die Wettbewerbsteilnehmer sich an die Planung machen wollen. Am Ende wird der Termin am gestrigen Dienstag ein relativ kurzes Schauspiel. „Das kürzeste Kolloquium ever“, kommentiert Galina Sturmberger vom begleitenden Stuttgarter Büro Schreiberplan nach circa 35 Minuten. Das Event ist auch aus anderer Sicht außergewöhnlich. „Es ist sehr unüblich, dass die Öffentlichkeit dabei ist.“

Das Kolloquium ist Teil des Entwicklungsprozesses für Haalplatz und Unterwöhrd, bei der die Öffentlichkeit beteiligt werden soll. Ein Arbeitskreis mit Vertretern aus Bürgerschaft, Initiativen und Parteien wurde im Frühjahr eingesetzt, um Ideen zu sammeln. Im Juli durfte die Öffentlichkeit Ergebnisse kommentieren. Nun wird der Ball an die Planungsbüros gespielt, die aus den Vorgaben Konzepte entwickeln sollen. Ziel ist es, aus dem Haalplatz, heute kaum mehr als ein trister Parkplatz, eine attraktive Aufenthaltsfläche zu machen.

Gemeinderat hat das letzte Wort

Bereits im Dezember soll eine Jury über die Konzepte der 20 teilnehmenden Büros urteilen. Dann könnte der Gemeinderat im Januar oder Februar 2019 ein Modell beschließen, bevor es in die Umsetzung geht.

Im Vorfeld des Kolloquiums wurden bereits erste Fragen an das Gremium aus Stadt, Arbeitskreis, Jury und Denkmalbehörde gestellt. Etwa: „Muss auf dem Haalplatz ein Gewässerrandstreifen in einer Breite von fünf Metern ab Böschungskante zum fließenden Gewässer vorgesehen werden?“. Dies sei gemäß des Wasserhaushaltsgesetzes sowie des Landeswassergesetzes vorgegeben, erklärt Sturmberger stellvertretend für das Gremium. Ausnahmen seien nur in begründeten Fällen möglich. Oder: „Ist der Standort des saisonalen Biergartens frei wählbar?“ Sturmberger: Der Biergarten soll auf dem Unterwöhrd bleiben, allerdings soll er „mit einem Ausschank in Pavillon-Architektur sowie einem attraktiven Außensitz ausgebaut werden“.

Namen der Planungsbüros oder deren Vertreter fallen nicht, da die Teilnehmer anonym bleiben sollen. Einer meldet sich zu Wort und hakt wegen des Haalbrunnens nach. „Auf der einen Seite hat er eine hohe Bedeutung, auf der anderen Seite ein äußerst bescheidenes Dasein.“ Der Planer will wissen, ob nicht auch der historische Brunnen an sich umgestaltet werden kann.

Brunnen soll erhalten bleiben

Martin Hahn, Referatsleiter im Landesdenkmalamt, spricht von der „architektonischen Gelassenheit des Denkmals“. Die Brunnen-Substanz aus Sandstein soll erhalten bleiben. Drumherum bleibe genug Spielraum für kreative Ideen. Schließlich gehe es um ein „Heiligtum der Stadt“.

Ein anderer Planer will wissen, wie es mit dem Hochwasser steht. Immerhin befinde sich der Biergarten in einem HQ100-Bereich, also auf einem Areal, das statisch gesehen einmal in 100 Jahren überflutet wird. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sieht die Thematik als nicht so wichtig an. Schließlich gebe es in den Aufzeichnungen der Stadt, „die sehr weit zurückgehen“, keine Hinweise auf eine Überschwemmung dort.

Radler sollen über neue Brücke

Eine weitere Frage befasst sich mit der Wegezuordnung. Immerhin stehe in der Wettbewerbsausschreibung, dass künftig Radfahrer und Fußgänger auf dem Unterwöhrd getrennt werden sollen. Die Antwort von Klink: „Es geht um eine grundsätzliche Überlegung mit dem Schwerpunkt Roter Steg.“ Diesen sollen künftig vorwiegend Fußgänger nutzen. Die neu angedachte Lindachbrücke könne dann für Radfahrer dienen. „Das ist dann Aufgabe von Ihnen, diese Punkte über ein Wegnetz zu verbinden.“

Die Planungsbüros haben nun mehrere Wochen Zeit für ihre Entwürfe. Das Preisgericht, unter anderem besetzt durch zwei Personen aus der Haller Bevölkerung, tagt am 7. Dezember.

Künftig nur noch Hälfte an Parkplätzen

Wie werden Haalplatz und Unterwöhrd künftig genutzt? Das ist die wesentliche Frage des Planungswettbewerbs. Die Stadt macht einige Vorgaben. So sollen von den 160 Parkplätzen 60 für Kurzzeitparker in einem zusammenhängenden Bereich bestehen bleiben. Dazu kommen 20 auf einer multifunktionalen Fläche. Das sei ein Kompromiss aus den Vorstellungen von Bürgerschaft, Handel und Gemeinderat, erläutert Baubürgermeister Peter Klink. „Die Wünsche gingen vom autofreien Haalplatz bis hin zum kompletten Erhalt aller Stellflächen.“

Bei der mutlifunktionalen Fläche stellt sich die Stadt einen Platz vor, der unter anderem für Veranstaltungen genutzt werden kann. Dort soll theoretisch ein Festzelt mit Platz für 1000 Menschen (15 mal 45 Meter) aufgestellt werden können.

Durch künftige kleinteilige Elemente werde nicht mehr so viel Platz verfügbar sein, wie ihn etwa der Krämermarkt benötigt. Vorgabe ist daher, dass 3000 Quadratmeter auf dem Haalplatz sowie 1000 Quadratmeter auf dem Unterwöhrd bereitgestellt werden. „Dazu können die Planer auch weitere Flächen schaffen. Wir wollen den Spielraum hier nicht zu sehr eingrenzen“, meint Klink. thumi

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