Vellberg Gut wenn man einen Betonbauer hat

Da steht vor der Öffnung des Vellberger Freibads Mitte Mai noch einiges an Arbeit an: Drei Bauhofmitarbeiter reißen die alte Folie aus dem Kinderbecken. Links der technische Leiter der Stadt, Sebastian Bassier.
Da steht vor der Öffnung des Vellberger Freibads Mitte Mai noch einiges an Arbeit an: Drei Bauhofmitarbeiter reißen die alte Folie aus dem Kinderbecken. Links der technische Leiter der Stadt, Sebastian Bassier. © Foto: Sigrid Bauer
Vellberg / Sigrid Bauer 15.02.2018
Das untere Kinderplanschbecken im Vellberger Mineralfreibad ist so beschädigt, dass umfangreiche Arbeiten nötig sind. Das Betonieren übernimmt der Bauhof.

Die Gemeinderäte waren recht erstaunt, als Bürgermeisterin Ute Zoll ihnen in der jüngsten Sitzung mitteilte, dass die Bauhofmitarbeiter mit ihrem neuen Leiter Sebastian Bassier das Becken selber betonieren wollen. „Bassier ist gelernter Betonbauer“, erklärte sie.

„Ich habe in meinem Team zwei Landschaftsgärtner, die mit Betonarbeiten vertraut sind“, ergänzte Bassier. Wenn die Arbeiten vergeben werden müssten, würden sie mindestens bis Ende Mai dauern. Eröffnungstermin des Freibads ist aber bereits der 12. Mai. Deshalb seien sie auf diese Lösung gekommen. Sie hat zudem den Vorteil, den Kostenrahmen von 50.000 Euro – so viel ist im Haushalt dafür eingestellt – voraussichtlich einzuhalten. Wesentlich teurer würde ein fertiges Becken aus GFK-Kunststoff oder aus Edelstahl werden.

Inzwischen 64 Jahre alt

2014 ist das malerisch unter der Vellberger Bastion gelegene Freibad 60 Jahre alt geworden. Anschließend ist es rundum erneuert worden. Das Kinderbecken allerdings nicht.

In der Badesaison 2017 stellte die technische Leitung des Freibads von den Crailsheimer Stadtwerken fest, dass die Frischwasserzuleitung undicht ist. Über diese Leitung wird das Wasser des Beckens einmal alle 30 Minuten komplett ausgetauscht. „Das Problem ist nur, wir wissen nicht, wo das Leck ist“, so Ute Zoll im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein erster Versuch, die Leitung, die unter dem Bassin verläuft, mit dem Inlinerverfahren zu sanieren, schlug dann auch fehl. Bassier befürchtet, dass das austretende Wasser den Boden unter dem Becken wegspült. „Dann hängt das Becken praktisch stellenweise in der Luft“, veranschaulicht Zoll. „Das kann dazu führen, dass die Bodenplatte reißt, und das wäre eventuell auch durch die Folie spürbar“, ergänzt Bassier. Mit anderen Worten: höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Anfang Februar haben ein paar Bauhofmitarbeiter mit dem Rückbau des alten Beckens begonnen. Vorsichtig lösen sie die Folie von der Ablaufrinne am Rand. „Vielleicht können wir Teile der Rinne wieder für das neue Becken verwenden“, meint der technische Leiter. Die Folie selbst ist nicht mehr zu retten.

Um das alte Betonbecken – etwa sieben Kubikmeter Stahlbeton – zu entfernen, mietet die Stadt einen Minibagger mit Hydromeißel. „Damit müssten wir den Rückbau in zwei Tagen schaffen“, so Bassier. Die alten Leitungen werden bis zum Verteilerschacht zwischen dem oberen und dem unteren Kinderbecken abgebaut. Die neuen verlegt ein Sanitärbetrieb.

Sitze am Rand sollen bleiben

„Bei der Form des neuen Beckens sind wir relativ frei. Wahrscheinlich runden wir die Ecken ab, und vielleicht bauen wir am Einstieg statt der Stufen eine Schräge. Die Sitzmöglichkeit am Rand soll bleiben“, schildert Bassier, der gewisse Erfahrung im Hallen- und Freibadbau hat. Bei der Form müsse man aber auf die Strömung achten, damit der Wasseraustausch überall gut funktioniert.

Und das rechnet Bassier an Zeit für die einzelnen Arbeitsschritte: zwei Tage, um das Umfeld des Beckens zu räumen und für Vorbereitungen, zwei bis drei Tage zum Abbruch des Betonbeckens und zwei Tage für den Unterbau des Beckens. Für die Beton­arbeiten kalkuliert er zwei Wochen. Spätestens in der ersten Märzwoche sollte das neue Becken im Rohbau fertig sein, so der Plan.

„Den Einbau der neuen Folie vergeben wir an eine Spezialfirma. Das ist das Letzte, bevor das Becken gefüllt wird. Dann haben wir noch viel Puffer bis zur Eröffnung und der Rasen hat noch ein bis eineinhalb Monate zum Wachsen“, gibt sich Bassier zuversichtlich. „Schlimmstenfalls müssen wir eben einen kleinen Bereich absperren“, meint die Bürgermeisterin dazu.

Eigenarbeit könnte alles billiger machen

Bei den Kosten rechnet die Vellberger Kämmerei so:
Bauhof: circa 26 000 Euro für Abbruch und Rückbau des Beckens, Bodenarbeiten, Schalung und Beton und abschließende Arbeiten
Fachgewerke: Beckenfolie 14 000 Euro, Rohrinstallation plus neue Einströmdüsen 6500 Euro.
Gesamt: 46 500 Euro. Im Haushalt 2018 sind 50 000 Euro eingeplant.