Gemeinderat Grundgebühr soll Wasserzins gerechter machen

Frisches Trinkwasser ist ein hohes Gut.
Frisches Trinkwasser ist ein hohes Gut. © Foto: Frisches Trinkwasser ist ein hohes Gut. Foto: Archiv
Obersontheim / Sigrid Bauer 15.09.2018
Obersontheim führt für das Frischwasser eine monatliche Grundgebühr ein. Der Kubikmeterpreis wird dadurch günstiger. Beim Abwasser verteuern sich Schmutz- und Niederschlagswasser.

Alle zwei Jahre überprüft die Gemeinde die Gebühren für Wasser und Abwasser. „Sie sollten die Kosten zu 100 Prozent decken“, erläuterte Kämmerer Jonathan Richter. Das sei Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde vom Land die volle Förderung für Investitionen erhält. Wenn die Kommune ihre Gebühren in den Bereichen Wasser, Abwasser oder für das Friedhofswesen nicht kostendeckend erhebe, kürze das Land die Zuschüsse.

Auf der anderen Seite erhält der Bürger einen möglichen Überschuss bei den Gebühreneinnahmen umgehend zurück, wenn jedes zweite Jahr neu kalkuliert wird. Als Gründe für die steigenden Wassergebühren nannte Richter die jährliche Umlage, die die Gemeinde Obersontheim an den Zweckverband Wasserversorgung Bühlertal zahlen muss.

Die Betriebskosten der Eigenwasseraufbereitung steigen, so dass Obersontheim rund 5000 Euro mehr zahlt als bisher. Außerdem war der Wasserpreis die vergangenen beiden Jahre etwas zu niedrig angesetzt und hat zu einem Defizit geführt. Das hätte eine Gebührensteigerung um 18 Cent zur Folge. Positiv für den Gebührenzahler wirkt sich dagegen der aktuell niedrige Zins aus.

Niedrige Zinsen senken Kosten

Denn auch die Fremdkapitalzinsen im Wasserbereich sind in die Gebühren einkalkuliert – und der Kapitaldienst ist momentan recht niedrig. Das schlägt mit minus zwölf Cent zu Buche, so dass der Wasserzins in der Summe von glatt drei Euro auf 3,07 Euro steigen würde – wenn die Gemeinde keine Grundgebühr einführen würde.

Ohne Grundgebühr waren hohe Wasserverbraucher bisher begünstigt, denn sie zahlten relativ gesehen weniger für die Wasserinfrastruktur wie Leitungen und Wasseraufbereitung als Bürger, die wenig Wasser verbrauchen. Eine verbrauchsunabhängige Grundgebühr, wie sie in vielen Gemeinden erhoben wird, erscheint den Gemeinderäten und der Verwaltung gerechter. Die monatliche Grundgebühr beträgt für ein gewöhnliches Wohnhaus 4,20 Euro. Insgesamt liegt Obersontheim bei der Wassergebühr im Vergleich zu anderen Kreiskommunen im oberen Bereich. „Die eigene Wasseraufbereitung des Zweckverbands ist nicht kostendeckend. Aber es gibt der Bürgerschaft ein Gefühl von Sicherheit und alle handelnden Akteure waren im Bühlertal immer der Meinung, dass diese Sicherheit, ein eigenes Standbein zu haben, den Preis lohnt“, so Bürgermeister Siegfried Trittner gegenüber unserer Zeitung. Der Gemeinderat hat die Einführung der Grundgebühr ab 1. Oktober einstimmig beschlossen. Dadurch kann der Wasserzins von drei Euro auf 2,67 Euro pro Kubikmeter herabgesetzt werden.

Beim Abwasser wird zwischen Schmutz- und Niederschlagswasser unterschieden. Hier gab es 2016 und 2017 Defizite, die ausgeglichen werden müssen. Außerdem erhöhen steigende Abschreibungen infolge des neuen Haushaltsrechts in beiden Bereichen die Abwasserkosten.

Mehr für Niederschlagswasser

Laut Kämmerer Jonathan Richter muss die Gemeinde auch für die Schlammpresse immer mehr bezahlen. Die Gebühren für das Schmutzwasser steigen deshalb ab 1. Oktober um zehn Cent auf glatt drei Euro, das Niederschlagswasser kostet statt bisher 30 Cent dann 39 Cent pro Quadratmeter versiegelte Fläche. Auch diese Beschlüsse fasste der Rat einstimmig.

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