Ein ganzes Paket an einstimmigen Beschlüssen hat der Wüstenroter Gemeinderat zur städtebaulichen Entwicklung im Ortsteil Neuhütten gefasst. Damit die Gemeinde eine Kindertagesstätte mit drei Regelgruppen und einer Krippengruppe bauen kann, änderte das Ratsgremium den Flächennutzungsplan.

Vier landwirtschaftlich genutzte Wiesengrundstücke östlich des Seewiesenwegs nahe der Grundschule werden jetzt als Gemeinbedarfsfläche, die bebaut werden kann, ausgewiesen. Parallel zur Änderung des  Flächennutzungsplans beschloss das Ratsgremium, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Kindertagesstätte Seewiese“ auf dem Gelände südlich der Grundschule aufzustellen. In zwei Bauabschnitten will die Gemeinde ein Neubaugebiet mit knapp 100 Bauplätzen im Wiesenareal Steinbühl und Seewiesen zwischen der Öhringer Straße und dem Seewiesenweg in Angriff nehmen. Für den ersten Bauabschnitt auf dem Gelände vom Dachsbach bis zur Burgfriedenhalle billigten die Gemeinderäte den vom Heilbronner Planungsbüro Käser entwickelten Rohentwurf eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Auf der Basis dieses Konzepts beschloss das Ratsgremium, den Bebauungsplan zum ersten Bauabschnitt aufzustellen.

Künftige Erweiterung im Blick

Weiterhin ordneten die Räte die förmliche Umlegung für das Gebiet Seewiesen I an. „Wenn es optimal läuft, können in zwei Jahren hier die ersten Häuser gebaut werden“, antwortete Thomas Föhl, Vertreter des Heilbronner Vermessungsbüros Käser auf die Frage von Gemeinderat Peter Wild nach der Verfahrenszeit. „Lassen Sie die Finger weg von einer Fortschreibung des Flächennutzungsplans, dabei würden Sie nur Bauflächen verlieren“, warnte Föhl die Gemeinderäte. Für den Kita-Neubau brauche man den Flächennutzungsplan nicht fortzuschreiben. Eine Änderung reiche aus, weil das Neubaugebiet Seewiesen im Flächennutzungsplan ausgewiesen sei. „Um eventuell für eine künftige Erweiterung der Kindertagesstätte und ausreichend Freiflächen gerüstet zu sein, haben wir vorgeschlagen, vier statt drei  Grundstücke in das Bebauungsplangebiet der Kindertagesstätte aufzunehmen“, erläuterte Thomas Föhl.

Die Planung sei an den Bau der Kindertagesstätte angepasst. Das Planungsbüro habe den Bebauungsplan so einfach wie möglich gehalten. Das Baufenster sei für ein Einzelgebäude ohne Längenbeschränkung ausgelegt.  Der Bebauungsplan werde in zwei Stufen mit der Öffentlichkeit und den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt. „Wir tendieren zu einer Informationsveranstaltung für die Bürger“, sagte der Vertreter des Ingenieurbüros.

„Wir wissen, dass wir dringend neue Bauplätze brauchen, die Nachfrage ist sehr groß“, leitete Bürgermeister Timo Wolf die Vorstellung der städtebaulichen Konzeption für das Baugebiet Seewiesen ein. Die Gemeinde wolle das Projekt in zwei größeren Bauabschnitten realisieren. „Wir wollen den ersten Bauabschnitt zwischen Dachsbach und Burgfriedenhalle von zwei Seiten verkehrstechnisch erschließen“, erläuterte Thomas Föhl. Eine Zufahrt zum Baugebiet solle von der Öhringer Straße bei der Burgfriedenhalle erfolgen. Die zweite Zufahrt sei von der Gartenstraße angedacht. „Wir sind mit den Eigentümern der Grundstücke in guten Gesprächen“, sagte Föhl. Quadratmeterpreise gebe es noch keine, da man nicht wisse, was kommt. Der Fachmann rechnet aus Erfahrung mit Erschließungskosten zwischen 140 und 160 Euro je Quadratmeter. Als nächstes würden Öffentlichkeit und Behörden im ebenfalls zweistufigen Verfahren beteiligt.

Hintergrund zum Baugebiet Seewiesen


Das künftige Baugebiet Seewiesen hat eine Größe von 7,2 Hektar. Davon entfallen auf den ersten Bauabschnitt nördlich des Dachsbaches 4,2 Hektar und auf einen möglichen zweiten Bauabschnitt drei Hektar. Die vier Grundstücke für den Bau der neuen Kindertagesstätte, die als Ersatz für die Kindergärten Kreuzle I und Kreuzle II vorgesehen ist, haben zusammen eine Fläche von  7266 Quadratmeter. Mit 24 Grundstückseigentümern, davon zehn Eigentümern von Parzellen im ersten Bauabschnitt, muss die Kommune im Umlegungsverfahren und beim Grunderwerb verhandeln. döt