Schwäbisch Hall Gregorianika: Alte Gesänge in kalten Mauern

Honey Pie kommen auf Einladung der Kultur-OHG nach Honhardt. Privatfoto
Honey Pie kommen auf Einladung der Kultur-OHG nach Honhardt. Privatfoto
Schwäbisch Hall / MONIKA EVERLING 23.04.2013
Das Ensemble Gregorianika hat viele Freunde in Hall und Umgebung. Bei seinem Konzert am Sonntag war die Kirche auf der Kleincomburg fast voll besetzt. Die sechs Sänger boten vorwiegend geistliche Gesänge.

Alle Jahre wieder kommt Gregorianika nach Schwäbisch Hall - und findet ein großes Publikum. Besonders gut passt der schlichte, schöne Gesang der ukrainischen Männer in die lange nachhallende Akustik und die geschichtsträchtige Atmosphäre der Ägidiuskirche auf der Kleincomburg. Am Sonntag konnte man sich aber auch in anderer Hinsicht ans Mittelalter erinnert fühlen: So kalt war es früher sicher oft in Kirchen.

Gregorianika besteht eigentlich aus sieben Sängern, diesmal traten nur sechs auf. Dem musikalischen Genuss tat das keinen Abbruch. Vom hohen Tenor bis zum tiefen Bass des Ensembleleiters Oleksiy Semenchuk sind die Stimmen hervorragend ausgebildet und fein aufeinander abgestimmt. Im Zusammenklang produzieren sie oft eine Vielzahl an Obertönen - ein sicheres Zeichen für reine Intonation, die am Sonntag aber nicht immer gegeben war. Besonders die Mittelstimmen neigten dazu, die Töne etwas zu tief anzusetzen. Die meisten Stücke, auch die Eigenkompositionen, klingen stark nach Alter Musik. Bei "Knight in shining armour" kommen aber auch deutliche Popmusik-Anklänge zum Vorschein. Das Publikum zeigt sich beeindruckt.