"Die Gebäude sind frei", spricht ein Polizist in sein Funkgerät. Jetzt wird gleich gesprengt. Daniel Kuhn vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart geht nochmal zu der Panzergranate. Diese liegt in einem Erdloch auf einer Wiese. Ein Baggerfahrer war auf sie gegen 14 Uhr bei Erdarbeiten in der Stauffenbergstraße gestoßen. Der Feuerwerker bringt außen eine Sprengladung an, die mit einer Zündschnur verbunden ist. Bevor es knallt, geht er mit seinem Kollegen hinter dem Solarhaus, das sich stets zur Sonne dreht, in Deckung.

Die Granate hat einen Durchmesser von 8,8 Zentimetern, ist einen knappen halben Meter lang und mit 60 Gramm Sprengstoff ausgestattet. "Das ist eine panzerbrechende Munition", erläutert der Kampfmittelexperte. Ab dem Jahr 1938 wurde sie von den Deutschen eingesetzt, von Geschützen abgefeuert. "Beim Aufprall auf das Zielobjekt wurde der Zünder scharf und die Detonation mit einer Verzögerung ausgelöst", weiß Kuhn. So wurde sichergestellt, dass die tödliche Waffe in den Bunker oder den Panzer eindringt, und erst im Innenraum detonierte. Das sei heute, rund 80 Jahre später, ein Problem. Der Zünder ist gespannt, doch die Detonation habe nicht stattgefunden. Das hat Kuhn auf den ersten Blick erkannt. Daher sei es nicht möglich, die Granate zu entschärfen. Kuhn kennt den Solpark, schließlich wurden bei dessen Ausbau auf dem ehemals militärischen Gelände viele Kampfmittel beseitigt.

Um 17.25 knallt es. Nicht extrem laut, aber doch weithin hörbar. Der Knall geht aber vor allem von der Sprengschnur und dem Plastiksprengstoff aus, der die Granate komplett zerstört. Nur eine Metallkappe bleibt von ihr übrig.