Schwäbisch Hall Goethe-Institut: Sommerfest der Kulturen

Schwäbisch Hall / Sonja Alexa Schmitz 23.07.2018
Die Stimmung ist kubanisch, das Wetter eher englisch: Das Haller Goethe-Institut feiert dennoch ein buntes Sommerfest.

Wie schön wäre es, nicht über das Wetter schreiben zu müssen. Doch leider bleibt die Witterung ein bedeutender Faktor, der die Stimmung eines Festes beeinflusst. „Bei dem Regen komme ich nicht zum Sommerfest“, hätten einige Studenten aus Südeuropa gemeint, für die zum Feiern Sonne und Hitze gehörten, berichtet Institutsleiterin Sabine Haupt.

Sommerhitze gab es am Samstag aber nicht. Dafür den ganzen Tag Regen, in dem die Helfer und Studenten Zelte und Stände aufbauen mussten. „Viele sind mehrmals zwischendurch heiß duschen gegangen“, erzählt Haupt.

Wohl wegen der eher widrigen Witterung stürmten auch weniger Besucher das internationale Buffet, das alljährlich viele Menschen anlockt. Ist es sonst meist schon nach einer halben Stunde vom Ansturm Hungriger verputzt, hielt es diesmal glatt eine Stunde länger.

Internationale Spezialitäten

Üblicherweise stehen die Köche selbst hinter ihren Speisen. Statt ihrer standen diesmal viele Mitglieder der Freundeskreises des Goethe-Instituts hinter den Schüsseln und boten internationale Spezialitäten an: beispielsweise Plov, ein Reisgericht aus Russland oder Yakisoba, Nudeln, Pflaumen und Hühnchen aus Japan, sowie „Spyros Inspiration“ aus Griechenland. Majd Almidanis Ehefrau hat süßen Mozzarella zubereitet. Das klingt zwar italienisch, die Spezialität kommt aber aus Almidanis Heimat Syrien. Von dort kommt auch Omar Shaal, dessen erstaunlich jung wirkende Mutter eine Art syrische Frikadellen gemacht hat. Beide Syrer sind Stipendiaten eines Deutschkurses für junge Geflohene mit technischem Interesse, der von der Kurt-Hahn-Stiftung gefördert wird. 84 Studierende profitieren derzeit am Goethe Institut davon.

Moderator Kio liebt Hall

Das Programm auf der Bühne geht los. Sabine Haupt begrüßt die „Freunde der deutschen Sprache“. Sie trägt die sieben Programmpunkte und Namen der Mitwirkenden vor. Wie lange musste sie wohl üben, bis sie all die Namen fehlerfrei aussprechen konnte?

Kiyofumi Horita („Nennt mich Kio!“) ist Moderator des Abends. Der Japaner ist bereits zum siebten Mal in Schwäbisch Hall. Mittlerweile gefällt es ihm so gut im Kochertal, dass er hierbleiben und eine Arbeit finden möchte. Sehr unterhaltsam führt der junge Mann mit seinem asiatischen Akzent durch das einstündige Programm. „Wir sind total froh mit ihm“, sagt Sabine Haupt, „es ist nicht einfach in den Klassen jemanden zu finden, der sich traut, vor 400 Leuten auf Deutsch zu moderieren.“

Rund 400 Gäste können es schon sein, die an diesem Samstagabend unter den Zeltdächern im Hospitalhof sitzen, Haller Bier trinken, von den Lions-Freunden gegrillte Würstchen essen und Cocktails, gemixt vom Freundeskreis des Goethe-Instituts, genießen.

Nur eine Woche Zeit zum Üben

Das Programm ist natürlich international: Aus 32 Ländern kommen die beteiligten Studenten. Eigentlich hätten sie gar keine Zeit zum Üben gehabt, frotzelt Moderator Kio augenzwinkernd, „bei sooo viiieelen Hausaufgaben!“

Tatsächlich hatten die Studenten nur eine Woche Zeit, in der sie an den Nachmittagen, angeleitet von den Mitarbeiterinnen Carmen Förch und Frauke Kreis, ihre Nummern einstudiert haben. Bereits bevor die Studenten mit ihren Kursen in Schwäbisch Hall begonnen haben, wussten sie, dass ein großes Fest im Hospitalhof auf sie zukommen würde, bei dem sie ihre Talente zeigen dürfen. Deshalb hat mancher auch schon das dazugehörende Accessoire eingepackt.

Mu Mu Phyo aus Myanmar zum Beispiel: Sie reiste gleich mit einem ganzen Koffer voll traditioneller Kostüme nach Hall, die sie für ihr Theaterstück braucht. Komi Mawunyo John Bansah aus Togo dagegen benötigt nur seine Stimme und ein afrikanisches Hemd, um das Lied „Malo wo ko daa hee“ („Dich werde ich ewig lieben, du mein Erretter“) vorzutragen. Auch dem amerikanischen Ehepaar Anderson reichen zwei wunderschöne Stimmen und eine Gitarre, um den begeisterten Zuhörern zwei gefühlvolle Songs zu präsentieren.

Später am Abend kommt dann die kubanische Band „Los Capitanes del Son“ auf die Bühne und lässte fast vergessen, dass vom Himmel immer wieder Wasser fließt. Die hällische Salsa-Szene rückt an und tanzt vor der Bühne. Schließlich kann man auch vom Schweiß nass werden.

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