Schwäbisch Hall / Tobias Würth  Uhr
Feste Pünktlich zum Beginn des verkaufsoffenen Sonntags in Hall zeigt sich die Sonne. Der Käsemarkt leidet vor allem am Samstag unter dem Regenwetter.

Julia (9) gewinnt beim VR-Bank Glücksrad und sucht sich Knetmasse als Preis aus. Michelle (9) springt auf dem Trampolin hoch in den Himmel über dem Bonhoeffer-Platz und will gar nicht mehr damit aufhören. Leo Körner (12) und Cedric Buchholz (11) probieren in der Marktstraße das Rollstuhlfahren aus. Willi Linder (73) will im HEM-Elektromarkt zusammen mit Thomas Maier (63) einen um zehn Prozent reduzierten Zusatzlautsprecher für einen Fernseher kaufen. Der Sänger von Velvet-Soul-Street, Jake Voth, hofft auf ein paar mehr Zuhörer im Zelt vor dem Geschäft Second-IT. Der mehrfache deutsche Grillmeister Simon Kuch (41) zeigt ein perfekt marmoriertes Fleischstück. Wie passen diese Szenen zusammen? Der Haller Frühling vereint Kunden, Kinder, Künstler und Kaufleute.

Und so gut wie alle blicken in diesem Jahr in den Himmel. Hält das Wetter? Der Flohmarkt hätte am Samstag ins Wasser fallen können, wenn da nicht ausdauernde Kinder gewesen wären. An mehr als zwölf Ständen harren sie im Regen aus.„Es ist total kalt“, ruft ein Passant in der Masse in der Neuen Straße am verkaufsoffenen Sonntag aus.

Verkaufsoffener Sonntag Haller Frühling 2019

„Glühwein?“, fragt Timo Schmeckenbecher eine Kundin. „Es ist so ein Mischwetter. Daher haben wir kühle Weißweine und Gin. Das wird meist von den Männern getrunken. Und wir haben eben Glühwein. Den bevorzugen vor allem Frauen“, berichtet der Mann mit Hipster-Bart von der Pritsche eines historischen Lastwagens herab. Dort schenkt er zusammen mit Matthias Wassermann, der die Weinbar  in der Marktstraße betreibt, Getränke aus. Die beiden sind mit dem aus Langenburg geliehenen Mobil die Hauptattraktion in der Gelbinger Gasse. Dort verkauft Petra Bühler blaue Holzhäuschen, die sie aus dem Restholz gebastelt hat, das nach der Sturzflut von Braunsbach übriggeblieben war. Der Verkaufspreis wird für den Wiederaufbau gespendet.

Eine weitere Attraktion seit drei Jahren: Die Modelleisenbahn im Kornhausareal. Drei Züge kreisen am Boden, eine Strecke haben die Haller Eisenbahnfreunde auf einem Steinrondell aufgebaut, in dessen Mitte bis vor kurzem ein Baum stand.

Viele Geschäfte der Innenstadt haben geöffnet und einige in den Handelszentren Ost und West. Die Bühne am Marktplatz wird bespielt. „Die Stadt und die Geschäfte sind gut besucht“, sagt Sandra Sirufo von der Touristik und Marketing Schwäbisch Hall. Sie zieht ein positives Fazit.

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Der Käsemarkt-Samstag fällt ins Wasser

Im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen war am Samstag alles auf einen Besucheransturm vorbereitet. Doch schon morgens fing es an zu regnen – und feucht blieb es bis in den Nachmittag. Erst gegen 16 Uhr klarte es auf. Zum Regen kam die Kälte, es waren gerade mal drei Grad plus. Klar, dass die Besucherzahl deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Gefühlt war es bis Mittag etwa nur ein Zehntel der sonst üblichen Gästezahl. Menschen mit finsterer Mine waren dennoch kaum zu sehen. Etliche  hatten sich mit Gummistiefeln ausgestattet und spazierten locker durch Pfützen, Matsch und nasses Gras. Einige Händler griffen zur Selbsthilfe und verstreuten Sägespäne. Statt im Missmut zu verfallen, suchten Besucher und Händler das Verkaufs- und Beratungsgespräch. Das wirkte, denn die Einkaufstüten waren kaum weniger prall gefüllt als sonst.

Der Sonntag hat die Bilanz etwas aus dem Keller geholt. Nach 1500 Besuchern am Samstag kamen 6000 am Sonntag. Das sind immer noch wesentlich weniger als die sonst üblichen 11 000 bis 12 000 Gäste. kor