GLOBE Globe-Theater: Architekten präsentieren ihre weiterentwickelten Entwürfe

Schwäbisch Hall / MARCUS HAAS 16.01.2016
Einen Schritt weiter auf dem Weg in die Zukunft der zweiten Spielstätte der Freilichtspiele: Architekten und der Hochbauamtsleiter haben vier Konzepte in der Blendstatthalle öffentlich vorgestellt. Die Prüfung läuft. MIT KOMMENTAR

Einmal Erhalt und dreimal Neubau: Die weiterentwickelten Pläne zur zweiten Spielstätte erscheinen groß an Plakatwänden in den Ecken. Rund 70 Zuhörer sitzen am Donnerstagabend in der Blendstatthalle und verfolgen rund zweieinhalb Stunden die Präsentationen. Es geht um den Erhalt als Sommertheater samt Anbau, einen Nachfolgebau Globe mit beweglicher Hülle sowie großem Vorplatz, um eine transparente Skulptur mit Glas-Holz-Fassade und um ein sogenanntes Brückentheater.

Mit am Gemeinderatstisch sind Vertreter der Freilichtspiele und drei Experten. "Wir sehen ein Juwel in Schwäbisch Hall, aber ein Juwel mit Einschränkungen", sagt Professor Sebastian Zoeppritz mit Blick auf das Globe-Theater, der die Federführung des Fachbeirats hat.

Die Stadtverwaltung hat drei neutrale Bauexperten mit in den Diskussionsprozess zur Zukunft der zweiten Spielstätte der Freilichtspiele geholt, auch weil Hochbauamtsleiter Dieter Koch die Objektplanung des Büro Hüls, die nach Neubau-Ideen von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sowie Freilichtspiele-Intendant Christoph Biermeier erstellt wurde, vorantreibt und neben den drei Entwürfen der Architekten vorstellt. Mittels dieser vier Entwürfe soll ein Ansatz gefunden werden, wie "mit dem vorhandenen Juwel" künftig umgegangen wird, macht Diplom-Ingenieur Zoeppritz weiter deutlich. Die Arbeitsgemeinschaft der Haller Architekten möchte das "vorhandene Juwel" erhalten und sieht sich als "Anwalt des bestehenden Globe-Theaters, wie Architekt Ulrich Mix deutlich macht. Dazu gehören außerdem Eva Zink, Siegfried Kienle, Wolfgang Kuhn, Roland Schuhmann und Martin Weidenbach - Architekten, die auch die Planung und konzeptionelle Weiterentwicklung des Globe-Projektes vor über 15 Jahren übernommen hatten (Fertigstellung bestehendes Globe im Jahr 2000). Sie wollen nachweisen, dass das Globe "als überregionale Marke erhalten werden kann". Die Gruppe bleibt bei ihrem dreigliedrigen Konzept. Das Globe soll weiter als Sommertheater mit einem Anbau zusätzlicher Räume genutzt, der Neubau-Saal soll umgebaut und zur weiteren Spielstätte im Winter werden, zudem wollen die Architekten den Biergarten umgestalten. Wesentliche Veränderung: Es kommen keine "tanzenden Würfel" mehr ans Globe, sondern ein Anbau. Die Überarbeitung gliedert sich in drei Teilbereiche. Eckpfeiler sind eine Reduzierung der Sitzplätze, ein passender Erweiterungsbau und eine Sprinkleranlage als Grundlage des Brandschutzgutachtens - die baulichen und technischen Änderungen sollen das Globe dauerhaft genehmigungsfähig machen. Angegebene Kosten: rund 1,7 Millionen Euro.

"Der Entwurf entstand mit dem Ziel, den Freilichtspielen eine zweite, ganzjährig zu bespielende Spielstätte zu konzipieren", sagt Dr. Alexander Beck, der gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Armin Hauenstein das Globe 2.0 vorstellt, das wie eine teiltransparente Skulptur wirkt und eine Fassade aus Glas und Holz hat. Wesentliche Veränderung: Während der Neubau zuvor eher mitten auf den Unterwöhrd sollte, wurde er nun nahezu auf den Standort des bestehenden Theaters verschoben. Er hat 470 Sitzplätze für Theater- und Konzertveranstaltungen und möglich sind 622 Sitzplätze für einen Konferenzbetrieb. Angegebene Kosten: rund sechs Millionen Euro.

Werner Schuch hat den Standort seines "Brückentheaters" verändert, weil er "sonst außerhalb des vorgegebenen Bereichs gewesen und ausgeschieden wäre". Es erscheint über dem Kocher, verbindet Unterwöhrd und Grasbödele. Schuch bietet einen alternativen Standort und nennt den Platz des ehemaligen Solebads - nicht über dem Kocher, sondern an der Spitze des Unterwöhrds. Angegebene Kosten: rund fünf Millionen Euro.

"Der Freilichtcharakter bleibt erhalten, Transparenz und Offenheit werden weiterentwickelt", macht Hochbauamtsleiter Dieter Koch deutlich. Im Entwurf ist die Position des Nachfolgebaus Globe leicht verschoben vom bestehenden Standort, damit mehr Raum für einen großen Vorplatz entsteht. Transparenz und Offenheit werden weiterentwickelt durch ein mehrseitiges, teiltransparentes und bewegliches Fassadensystem. Geschätzte Kosten: rund 5,2 Millionen Euro.

Info Alle Entwürfe werden noch ausführlich vorgestellt. Mehr Infos und Fotos: www.swp.de/globe.

<em><strong>Entwürfe: Zuhörer und Experten haben Fragen</strong></em>

<em><strong>KOMMENTAR: "Warum nicht gleich so?"</strong></em>

 

Drei Sachverständige begleiten den weiteren Weg

Experten Drei Sachverständige analysieren die vier Entwürfe, untersuchen die Modelle unter anderem auf Machbarkeit, städtebauliche Konzeption und Kosten. Den Fachbeirat bilden Professor Sebastian Zoeppritz, Ilse Lange-Tiedje und Dr.-Ing. Eckart Rosenberger. Zoeppritz aus Stuttgart hat die Federführung. Der Diplom-Ingenieur war Juryvorsitzender des Wettbewerbs für die städtebauliche Entwicklung des Sonnenhofgeländes in Hall. Er ist unter anderem Professor für Städtebau und Entwurf an der Hochschule Augsburg. Ilse Lange-Tiedje aus Stuttgart war einst als Leiterin der Behörde Vermögen und Bau (Amt Stuttgart) auch für die Comburg zuständig. Eckart Rosenberger hat als Preisrichter das bestehende Globe-Theater ausgezeichnet - der Bau erhielt von der Architektenkammer Baden-Württemberg den Preis "Beispielhaftes Bauen in Baden-Württemberg". Der Architekt und Stadtplaner wohnt in Fellbach.

Zeitplan Nachdem die weiterentwickelten Planungsgrundlagen zur zweiten Spielstätte der Freilichtspiele öffentlich vorgestellt wurden, prüfen die drei Experten und geben ihr Votum in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montag, 1. Feburar, ab. Je nach Verlauf weiterer Vorberatungen soll die Entscheidung dann entweder am 17. Februar oder am 7. März im Gemeinderat fallen, macht Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim deutlich.

CUS

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