Schwäbisch Hall Gewinn und Schulden steigen

Schwäbisch Hall / Marcus Haas 14.02.2018
OB Hermann-Josef Pelgrim stellt im Gemeinderat den Konzernabschluss der Haller Beteiligungsgesellschaft vor. Dazu gehören Unternehmen wie die Stadtwerke. Die Ertragslage entwickelt sich positiv.

Parkhäuser, Windkraftanlagen, Immobilien: Die Stadt Schwäbisch Hall organisiert in unterschiedlichen Beteiligungsverhältnissen eine Großzahl ihrer Aufgaben und Tätigkeiten privatwirtschaftlich. Das Mutterunternehmen ist die Schwäbisch Haller Beteiligungsgesellschaft (SHB), zu der beispielsweise die Stadtwerke, die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWG) und die Haller Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (HGE) gehören. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hat den Konzernabschluss der SHB im Gemeinderat vorgestellt, in der die Jahresergebnisse der vielen städtischen Beteiligungsgesellschaften zusammengeführt sind.

Der OB nennt Veränderungen in der großen Struktur. Neue Unternehmen wie die Windpark Kohlenstraße Verwaltungs GmbH sind dazugekommen oder Unternehmen wie die Solarkraftwerk Grundstücks GmbH wurden wegen der Verschmelzung mit der Solarkraftwerk Borna GmbH nicht mehr miteinbezogen.

Die Bilanzsumme des Konzerns gibt Pelgrim zum 31. Dezember 2016 mit rund 528,6 Millionen Euro an. Die Summe stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 22 Millionen Euro. Der größte Umsatzerlös im Einzelnen stammt davon mit 237,8 Millionen Euro aus Energielieferungen. Auch die Eigenkapitalquote des Konzerns ist gewachsen – von rund 27,08 Prozent Ende 2015 auf 29,12 Prozent Ende 2016. Die gute Ertragskraft und die hohe Eigenkapitalquote der SHB „stärken die städtische Infrastruktur“, macht Pelgrim deutlich.

Stimmen aus den Fraktionen

„Es ist bemerkenswert, wie vielfältig die SHB aufgestellt ist. Es wird deutlich mehr bewegt als im städtischen Haushalt, und unterm Strich erfolgreich. Deshalb wird die SPD zustimmen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Helmut Kaiser. „Das Thema SHB ist nicht einmal vorberaten worden“, bemängelt Ludger Graf von Westerholt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende macht im Vergleich zum städtischen Haushalt darauf aufmerksam, dass in der Schwäbisch Haller Beteiligungsgesellschaft ein Vielfaches des Geschäftsvolumens bewegt werde. „Die Gewichtung ist etwas ungewöhnlich. Wir reden uns zum städtischen Haushalt die Köpfe heiß und die SHB läuft so nebenher. Passt das?“, fragt Westerholt in Richtung OB kritisch nach. Pelgrim weist darauf hin, dass die einzelnen Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft und deren Abschlüsse auf Ausschuss- sowie Gemeinderatsebene diskutiert werden. Das sieht der FWV-Fraktionsvorsitzende Hartmut Baumann ähnlich und betont in Richtung Westerholt: „Es entsteht ein falsches Bild in der Öffentlichkeit, wenn das Volumen des städtischen Haushalts einfach mit dem der SHB verglichen wird.“ Eine Eigenkapitalquote von 29 Prozent stehe jedem Wirtschaftsunternehmen gut zu Gesicht, „damit können wir doch zufrieden sein“, sagt Baumann. Wie fällt die Bilanz fürs SHB-Geschäftsjahr 2017 aus? Es werde erneut ein positives Ergebnis erwartet, so OB Pelgrim. Dieses werde sich aber leicht unter dem Niveau des Jahres 2016 bewegen.

Weitere Eckdaten zum SHB-Abschluss 2016

Wie ist die Ertragslage? Die Schwäbisch Haller Beteiligungsgesellschaft hat ihren Bilanzgewinn um rund 5,9 Millionen Euro auf rund 77 Millionen Euro gesteigert (rund 8,3 Prozent mehr im Vorjahresvergleich).

Das Eigenkapital wuchs im Vergleich zum Jahr 2015 von rund 137,2 auf 153,9 Millionen Euro.

Während der städtische Kernhaushalt schuldenfrei ist, gibt es beim Konzern SHB Verbindlichkeiten. Ende 2016 sind es 350,6 Millionen Euro – eine Zunahme von rund 14,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Schulden hängen vor allem mit Investitionen in Parkmöglichkeiten wie Tiefgaragen und Windkraftanlagen zusammen.

Wesentliche Investitionen in 2016: In der Energieversorgung werden vor allem die
Netzerneuerung und die Netzerweiterung sowie die Erstellung von Windkraftanlagen genannt. Stadtwerke und GWG investierten schwerpunktmäßig in das gemeinsame Projekt auf der Weilerwiese. Dort wurden ein Ärztehaus und ein Zwillingsgebäude (Hotel und Privatwohnungen) samt Tiefgarage gebaut.

Der Gemeinderat ermächtigt die Gesellschafterversammlung der Schwäbisch Haller Beteiligungsgesellschaft dazu, dem Konzernabschluss 2016 zuzustimmen. Für die Prüfung des Geschäftsjahrs 2017 bekommt wieder Wirtschaftstreuhand Henke den Auftrag. Abstimmungsergebnis: 30 Jastimmen, eine Enthaltung (Damiana Koch, fraktionslos), eine Neinstimme (Martin Leibold, Grüne). cus

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