Der Frust bei vielen Pendlern und Wolpertshausener Bürgern war groß, als im Sommer 2018 die Bäckerei Schieber schloss. 65 Jahre lang war der Laden Treffpunkt und Anlaufstelle. Das Geschäft diente nicht nur der Versorgung mit Backwaren, dort traf man sich auch auf ein Schwätzle. Seit Kurzem ist die Bäckerei nun wieder geöffnet. Bäckermeister Siegbert Schieber, der Bruder des seitherigen Bäckers Raimund Schieber, der in Rente ging, öffnete unlängst das Geschäft. Bürgermeister Jürgen Silberzahn sagt: „Wir freuen uns, dass der Traditionsbetrieb fortgeführt wird. Das war schon eine Lücke.“ Vor allem auch die Kinder der benachbarten Schule nutzten die Gelegenheit, dort ihr Pausenvesper zu kaufen.

Am anderen Ende der Ortsdurchfahrt, auf dem Gelände des früheren Motorradgeschäfts Lederer, ist ebenfalls wieder neues Leben: Servet Eslikizi hat dort auf einer Fläche von circa 600 Quadratmetern ein Restaurant samt Bar- und Spielbetrieb eingerichtet. „Social Club“ heißt das Lokal, das (außer montags, da ist Ruhetag) mittags und abends bis 22 Uhr geöffnet ist.

Fußball wird übertragen

„Ich hab alles selbst gemacht“, sagt der 33-Jährige stolz. „Selbst ausgebaut, selbst gefliest. Das ging fast zwei Jahre lang.“ Bis zur Eröffnung des Social Club hatte Eslikizi vor dem jetzigen Restaurant auf dem Vorplatz desselben Döner, Pizza und Currywurst an einer Bude verkauft. Jetzt bereitet er diese und weitere Gerichte in der Restaurantküche zu. Derzeit macht er mit Unterstützung seiner Frau alles selbst. Mittelfristig werde er nicht darum herumkommen, Personal einzustellen. Sein Angebot komme gut an, berichtet er. Zum Mittagstisch kämen Berufstätige aus dem Ort, abends zahlreiche Besucher aus dem Umkreis sowie einige Stammtische. Neben dem Restaurantbereich gibt es Billard, Tischfußball und in einem separaten Raum im ersten Stock eine Leinwand, auf der Fußballspiele übertragen werden.

Große Elektrotankstelle

Bürgermeister Jürgen Silberzahn freut sich über das zusätzliche Angebot. Der „Social Club“ ergänze die Palette der Gastronomie-Betriebe in der Gemeinde (Gasthaus Goldener Ochsen ­Cröffelbach, Landhotel Rudelsdorf, Gasthaus Adler, das Sonntagskaffee, das Mohrenköpfle und die Landmetzgerei Setzer). Wie der Bürgermeister berichtet, soll in diesem Jahr nahe dem Regionalmarkt noch eine Elektrotankstelle in Betrieb gehen. Dort sollen mehrere Fahrzeuge Strom laden können.

Neues tut sich auch im Gewerbegebiet: Die Haller Firma Kran und Transport GmbH baut dort eine Lagerhalle mit 800 Quadratmetern. Wie Inhaber Walter Fischer erklärt, überlege er, mittelfristig seinen Neun-Mann-Betrieb von Hall nach Wolpertshausen zu verlegen. Die Nähe zur A 6 biete für sein Gewerbe mehr Möglichkeiten.

Schwäbisch Hall/Michelfeld

Vom Maul bis zum Schwanz

Als Jahrgangsbester hat Metzgermeister Volker Setzer unlängst seine Ausbildung zum Diplom-­Fleischsommelier abgeschlossen. Beim Fach-Zentrum für Metz­gerei und Gastronomie (MEGA) hat er sich weiteres Fachwissen zur Zerlegung, Verarbeitung und Zubereitung von Fleisch angeeignet. Seine Facharbeit schrieb er über „Internationale Cuts vom Rind bei der Landmetzgerei Setzer“. Damit will er Zweierlei erreichen: zum einen Abwechslung auf den Tisch seiner Kunden bringen und neue Geschmackserlebnisse bieten. Zum anderen will
er Ange­bote machen, die dazu beitragen, dass „alles vom Rind, zwischen Ochsenmaul und Ochsenschwanz“ verwertet werden kann.

Küchenpartys kommen an

In der Mohrenköpfle-Gastronomie soll in diesem Jahr mit Küchenpartys den Gästen einen Einblick in den Küchenalltag ermöglicht werden, sagt Sebastian Bühler, Mitarbeiter der BESH. Die erste Veranstaltung, die eigentlich als einmalige Aktion geplant war, sei so gut angekommen, dass weitere Termine folgen sollen.

„Wir erhielten mehr als 100 Anfragen“, erzählt Bühler, „der transparente Einblick in den Küchenalltag und das ehrliche Miteinander, das auch kritische Fragen zulässt, fasziniert unsere Gäste.“ Als nächstes Thema ist „Kochen im Garten“ geplant. Bei den Küchenpartys wird gemeinsam gekocht und gegessen. Begleitend gibt es Musik und passende Infos.