Braunsbach Geschäfte ziehen eher mäßig an

Mit den in den Himmel schwebenden Ballons beim Fest zur Wiedereröffnung der Orlacher Steige ist bei den Braunsbacher Geschäftsleuten auch die Hoffnung auf wieder steigende Umsätze gewachsen.
Mit den in den Himmel schwebenden Ballons beim Fest zur Wiedereröffnung der Orlacher Steige ist bei den Braunsbacher Geschäftsleuten auch die Hoffnung auf wieder steigende Umsätze gewachsen. © Foto: Oliver Färber
Braunsbach / Oliver Färber 11.10.2018
Auch wenn die Fahrt durch Braunsbach seit Öffnung der Orlacher Steige wieder möglich ist: Die Umsätze der Läden sind nicht wieder auf dem Stand vor dem Unwetterunglück 2016.

Resignation ist sicher kein Wort, das zum Vokabular der Braunsbacher Geschäftsleute gehört. Rund zweieinhalb Jahre mussten sie nach dem Unwetterunglück 2016 darauf warten, dass die Verbindungsstraße Richtung Orlach vor rund einem Monat wieder eröffnet worden ist. Ihre Hoffnung, dass der Durchgangsverkehr wieder die alten Kundenströme in den Ort bringt, ist bislang nicht erfüllt worden.

„Noch nicht“, betont Gerlinde Mayer. Sie betreibt die Kochertal-Apotheke am Braunsbacher Marktplatz. Einen leichten Anstieg habe sie aber dennoch bemerkt. Es könne aber mehr sein. „Es ist fast zu wenig. Die Leute sind zurückhaltend. Vor der Flut kamen mehr“, berichtet sie. Natürlich sei ihr Umsatz auch von den Arztpraxen abhängig. Wer in Döttingen in die Sprechstunde gehe, habe sich vielleicht neue Wege gesucht.

Froh über jeden Kunden

Das könne sich aber wieder ändern. „Ich bin froh und dankbar über jeden, der kommt, weil ich finde, dass es wichtig ist, eine Apotheke vor Ort zu haben“, meint Gerlinde Mayer.

Katja Schwarz vom Lebensmittelgeschäft d’Schwarz will noch kein Resümee ziehen. „Dafür ist es jetzt einfach noch zu früh“, findet sie. Zumal es gerade die falsche Zeit sei, die Kundenströme zu analysieren – schließlich sei mit der Öffnung der Orlacher Steige auch die Urlaubszeit zu Ende und der Tourismus im Ort zurückgegangen. „Aber es ist morgens schon so, dass wieder mehr Leute durchkommen. Es kommen wieder welche, die man länger nicht mehr gesehen hat“, berichtet sie. Es sei einfach insgesamt wieder mehr Leben im Ort. „Konkret kann man aber noch nichts sagen“, so Schwarz.

Das geht Anita Mögerle vom Blumenladen Sonnenblume ähnlich. Vergleiche fielen ihr auch deshalb im Moment schwer, weil beim Pflanzenkauf derzeit keine Saison sei.

Steige wieder frequentiert

„Man merkt aber schon, dass die Straße wieder angenommen wird“, sagt sie. Die Menschen kämen wieder in den Ort. Gerade Kundschaft aus Richtung Obersteinach, die bisher Braunsbach umfahren musste, habe sie wieder gesehen. „Aber die Umsätze sind wirklich steigerungsfähig“, stellt die Geschäftsfrau klar. Bei ihr hätten sie noch lange nicht den Stand wie vor dem Unwetter­unglück erreicht. Aber auch in ihrem Herzen schlägt die Braunsbacher Zuversicht: „Das wird noch“, ist sie sich sicher.

Saisonabhängig ist nicht nur das Blumengeschäft – auch die Waschanlage von Daniel Hollmann von Auto Hollmann: „Gerade habe ich viele Autos, die nach dem Besuch der Muswiese gewaschen werden“, erzählt er und lächelt. Dass wieder viel mehr Verkehr an seinem Betrieb in der Geislinger Straße vorbeifließt, das habe er wohl bemerkt. „Aber der Umsatz in der Waschanlage ist immer noch nicht wieder so gut wie früher“, verrät er.

Vollsperrung ab 5. November

Vorbei sind die Sanierungsarbeiten und damit die Sorgen der Geschäftsleute in Braunsbach aber nicht. Ab dem 5. November wird die Geislinger Straße im Bereich des Rathauses nach den derzeitigen Planungen bis zum 16. Dezember voll gesperrt werden.

„Das ist für den Durchgangsverkehr wieder wenig förderlich“, kommentiert das Anita Mögerle mit Ironie in der Stimme. Man müsse aber froh sein, dass alles wieder gerichtet werde, Braunsbach wiederhergestellt werde. Trotzdem bange sie erneut um ihre Umsätze. „Das ist absolut schlecht für uns“, sagt Gerlinde Mayer zur erneuten Sperrung. Der Ort würde für diese Zeit erneut von potenziellen Kunden gemieden.

„Mir macht die Sperrung schon auch ein bissle Bauchweh“, gibt Katja Schwarz zu – und ergänzt: „Aber da müssen wir jetzt durch.“ Ändern könne man die Situation nicht, dass man mit der Wiederherstellung noch nicht fertig sei. Sie hoffe nun eben, dass diese Bauarbeiten zügig und planmäßig über die Bühne gehen. Sie weiß: „Da darf man nicht jammern oder dagegenarbeiten.“

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