Konzert Gesang gepaart mit Flötenspiel und Lyrik

Schwäbisch Hall / Rainer Richter 04.08.2018

Der Gesangverein Eintracht Schwäbisch Hall-Steinbach präsentierte sich unter der Leitung von Julia Krämer am Sonntagnachmittag in der Hospitalkirche sehr ambitioniert. Das Programm mit Themen wie „Sommer in seiner ganzen Vielfalt“ war außerordentlich gut durchdacht und bewegte sich durchweg im Rahmen hoher, überwiegend deutscher Liedkunst. Texteinlagen gesprochen von Renate Kleinholz und das Flötenspiel von Gesine Graf und Andrea Zippel strukturierten den Ablauf.

Gesang lässt Hitze vergessen

Das Eintauchen in die Schönheiten des Liedguts ließ die Außentemperatuten, die bei mehr als 30 Grad lagen, schnell vergessen. Gleich zu Beginn setze das sommerlich beschwingte Klaviervorspiel von Mechthild Schmücker die thematischen Akzente. Der Einstieg mit dem Kanon „Sommer kommt ins Land gezogen“ (13. Jahrhundert) spannte einen weiten zeitlichen Bogen. Reiner Wohllaut mit einem ausgeprägten Sopran auch in den hohen Tönen erklang bei „Herzlich tut mich erfreuen“ und „Viel Freuden mit sich bringet“.

Nach dem Spiel auf den Altflöten „Swingin Sister Blues“ und „Late Vacation“ und einem Gedicht von Justinus Kerner widmete sich der Chor dem Thema „Wandern“. Die anspruchsvolle, weit gefächerte Liedauswahl, die auch seltener gehörte Titel umfasste, beeindruckte auch hier. „Es tagt, der Sonne Morgenstrahl“, breit angelegt und gekonnt ausgesungen und „Schön ist die Welt“ waren hier die Highlights.Das Flötenspiel „Miniature Suite in the Olden Style“ und der Kanon „Lasst uns tanzen“ leiteten zur für den Sommer typischen Geselligkeit über. Giovanni Gastoldis mit schimmerndem, transparentem Glanz vorgetragenes „An hellen Tagen“ diente  der Veranstaltung auch als Motto.

Mit Temperament und Tempo

Der geschickt platzierte Höhepunkt des Abends wurde mit Johannes Brahms erreicht. Die Präsentation des Ungarischen Tanzes Nr. 6 trug ganz die Handschrift Julia Krämers. „Wenn die Lagerfeuer hell erglühen…“ hieß es temperamentvoll, con brio und in einem sich magisch beschleunigenden Tempo, das das Publikum in seinen Bann zog. Langer Applaus und Bravorufe belohnten den phantastischen Vortrag.

Der Schluss wurde durch ein Gedicht aus der Romantik eingeleitet: „Hör, es klagt die Flöte wieder…“ (Clemens Brentano).  Die letzten beiden Strophen von „Abend wird es wieder“, gemeinsam mit einem kundigen und
sangesfreudigen Publikum gesungen, erfüllten den akustisch herausragenden Raum des Barockgebäudes. Die Zugabe „Ein guter Tag, zu Ende geht“ beendete ein Konzert mit mehr als 20 vorgetragenen Titeln, das in Liedauswahl und Darbietung meisterlich war.

Es zeigte, welche Blüte der Chorgesang in Kompositionen und Aufführung erreichen kann und erfreute die Ohren, Herzen und Seelen der Zuhörer. Wolfgang Ruoff, dem Vorsitzenden des
Gesangvereins, blieb es vorbehalten, sich beim Publikum zu bedanken, dass es trotz der Hitze am Sonntagnachmittag den Weg in die Hospitalkirche gefunden hat. Und er verwies auf das nächste Konzert am 16. Dezember in der Urbanskirche. es steht unter dem Motto „Weihnachtliche Klänge“.

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