Festival Gerockt, gefeiert, Geschichte

Nürburg / SWP 09.06.2014
Es ist kurz vor zwei Uhr. Die letzten Töne von Materia sind verhallt, die lila Wolken vorbei gezogen. Jetzt ist das Festival Rock am Ring auf dem Nürburgring Geschichte.
Besser hätte man sich kaum verabschieden können: Offspring, Iron Maiden, Linkin Park, Die Fantastischen Vier, Jan Delay, Metallica - das war das Band-Paket, das Veranstalter Marek Lieberberg für Rock am Ring 2014 geschnürt hatte. Mit dabei auch viele Newcomer wie Special Guest Cro, Alligatoah oder Woodkid, die erst seit Kurzem in der oberen Musikliga spielen.

Zum ersten Mal seit Jahren hatte das Festival auch wieder vier Tage gedauert und es hatte Tagestickets gegeben, was zusätzlich Fans angelockt hatte. Insgesamt waren laut Lieberberg rund 80.000 Menschen gekommen, um zu feiern. Das letzte Mal auf dem Nürburgring. Im nächsten Jahr wird es auch ein "Rock am Ring" geben, aber an anderer Stelle, weil sich die Konzertagentur nicht mit dem neuen Ringbetreiber Capricorn einigen konnte. Mit dem Line-up wird das letzte Festival am Nürburgring aber sicher im Gedächtnis bleiben. 

Mit Woodkid, Metallica und Materia fand das Festival einen gebührenden Abschluss am Sonntagabend. Metallica, wenn auch mit altbewährtem Repertoire und ohne Überraschungen, war Publikumsmagnet. Nur eine Band wurde schmerzlich vermisst: Wo waren die Toten Hosen? Hatte Sänger Campino nicht einst über die Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park gesagt: "Irgendwie ist das sowieso unser eigenes Wohnzimmer". Und hatte die Band nicht selbst ihr eigenes 30-jähriges Bestehen 2012 dort gefeiert? Nun gut, vielleicht wäre ihnen ein Abschied auch zu schwer gefallen. Denn, das die Stimmung nicht dieselbe war wie in den Jahren zuvor, war auch unter den Fans zu spüren. 

Rocken mit Wehmut