Umzug Gerabronner Stadtverwaltung zieht ins historische Rathaus

Gerabronn / Von Oliver Färber 08.12.2018

Es war ein lang gehegter Wunsch vieler Gerabronner – jetzt ist er erfüllt. Nach einer Sanierungszeit von rund anderthalb Jahren zieht die Stadtverwaltung wieder an ihren ursprünglichen Sitz um. „Das war eine Rekordzeit“, meint Bürgermeister Christian Mauch – und dankt dem Haller Architekturbüro Kraft für die gelungene Bauplanung und -aufsicht.

Mauch sitzt am Donnerstagmittag schon vor seinem „neuen“ Schreibtisch. Wobei das eigentlich falsch ist: Während seine Mitarbeiter meist eine brandneue Büroeinrichtung erhalten haben, sitzt er hinter dem aufbereiteten Möbel, das schon seit 1909 in dem historischen Gebäude dem jeweiligen Schultes diente. „Es ist ein Teil der besonderen Atmosphäre, dass wir einige Schreibtische und Stühle erhalten haben“, sagt er. An der Decke verbreiten moderne, energiesparende Leuchtdioden Licht.

Kabel ragen aus der Wand

Im Vorzimmer des Bürgermeisters ist aber noch deutlich zu sehen, dass die Verwaltung mitten im Umzug steckt. Dort stehen Kartons, fehlt die große Leuchte, die jedem Mitarbeiter künftig passendes Licht für seine Arbeit spendet. Aus der Wand ragen noch Kabel, wo Steckdosen hingehören. „Die Elektriker sind im Haus unterwegs. Sie schließen sie an oder installieren weitere Dosen, wo sie benötigt werden“, erklärt Mauch.

Ein Stockwerk tiefer im Erdgeschoss stapeln sich die Kartons mit Unterlagen. Bauhofmitarbeiter wuchten weitere ins Haus. Zuvor haben sie die Kartons mit einem Hublader aus den oberen Stockwerken des bisherigen Verwaltungssitzes nur ein paar Meter weiter geholt. Das Gerät brauchen sie im historischen Rathaus nicht mehr. „Wir haben hier einen Aufzug“, so der Schultes. Davon profitierten künftig auch die Bürger, wenn sie barrierefrei den neuen Haupteingang auf der Rückseite des Gebäudes bei den Parkplätzen nutzen. „Die jetzigen Türen beim Umzug sind nur provisorisch. Da kommen auch noch Glastüren hin“, berichtet er.

Alle 14 Mitarbeiter der Verwaltung und die Auszubildenden sind von Mittwoch bis Freitag mit Ein- und Auspacken beschäftigt. Laut dem Rathauschef sei man im Zeitplan, um am Montag wieder die Amtsgeschäfte aufzunehmen – auch wenn dann noch nicht ganz alles erledigt sei. Am 13. Januar soll der Umzug endgültig beendet sein.

Alte Räume mit Charme

„Wir sind total froh, jetzt umzuziehen“, meint Mauch. Auch wenn er zugestehen muss, dass künftig eher weniger Platz im frisch sanierten Gebäude als im bisherigen Amtssitz zur Verfügung stehe. Dafür haben die historischen Räume – ausgestattet mit neuen Möbeln und moderner Technik – ihren Charme. „Wir haben eine neue Telefonanlage und Etagendrucker“, nennt Mauch zwei der Vorteile.

Rund 2,3 Millionen Euro wird es am Ende gekostet haben, das schmucke Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Dazu gehört auch die Sanierung der Uhr und der Turmglocke, die jetzt wieder mit reinem Klang schlägt. Von außen sind nur der Windfang beim neuen Haupteingang und der überdachte Fahrradabstellplatz als Veränderung zu erkennen. „Noch nicht ganz fertig ist auch die Illumination des Gebäudes“, verrät der Schultes. Sie rücke das Rathaus in ein paar Tagen in ein besonderes Licht.

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