Gerabronn Grundschüler erleben Teile der Schöpfung

Ein besonderer Tag für die Gerabronner Grundschüler: Nachdem sie an drei Stationen Erlebnisse zur Schöpfung gemacht haben, findet der Abschluss in der kleinen Kirche in Rückershagen statt.
Ein besonderer Tag für die Gerabronner Grundschüler: Nachdem sie an drei Stationen Erlebnisse zur Schöpfung gemacht haben, findet der Abschluss in der kleinen Kirche in Rückershagen statt. © Foto: Oliver Färber
Gerabronn / Oliver Färber 22.06.2018
Statt einem einfachen Schulgottesdienst gibt es für die Gerabronner Grundschüler Bewegung und Erlebnisse.

Ruhig liegt an diesem Donnerstagvormittag das kleine Rückershagen in der Sonne. Doch nicht lange: Die Gerabronner Grundschüler ziehen ein. Ihr Ziel ist die schöne kleine Kirche. Schnell sind die Treppen in die Höhe erklommen und es gibt eine kleine Rast im Schatten. Schließlich dauert es ein wenig, bis auch die Erstklässler da sind.

Gestartet sind alle an der Gerabronner Schule. Dort haben sie ihre Sinne geweckt, erhielten dafür Kirschen und Johannisbeeren für den Geschmack, fühlten Feuer- und Sandsteine, rochen an Erde und Sand, betrachteten den Horizont und lauschten den Geräuschen. An Station 2 am Waldrand wurde ein Psalm gesprochen. Station 3 drehte sich um das landwirtschaftliche Jahr, um Saat und Ernte. Und schließlich ging’s mit den Rucksäcken auf dem Rücken weiter zur Kirche. Auch einige Eltern kamen hinzu.

Die Viertklässler haben sich nun dort in eine Ecke zurückgezogen und knien am Boden. Sie bemalen große Plakate. „Jetzt in der Erntebittzeit stellen sie dar, worum sie Gott bitten und wofür sie dankbar sind“, erklärt der evangelische Pfarrer Axel Seidel, der zusammen mit dem katholischen Gemeindereferenten Nils Neudenberger diesen besonderen Schultag begleitet. Einen Schulgottesdienst gibt es für die jungen Gerabronner zweimal im Jahr – diesmal ist jedoch das Konzept neu. „Aber jeder beschäftigt sich thematisch mit diesem Moment im Kirchenjahr“, fügt der Geistliche hinzu.

Auch Schulleiter Michael Rempp ist da – und lobt das neue Konzept, überhaupt die Schulgottesdienste. „Zum einen werden da die christlichen Grundwerte vermittelt“, meint er. Allerdings sei das heutige Motto ja nicht nur Sache im Christentum – überall würden Ernte und Wachstum gelobt. Es seien auch Kinder dabei, die keine Christen seien. „Sie werden hier aber nicht zur Teilnahme gezwungen“, stellt Rempp klar. Doch die kleinen Wanderungen und die nicht kirchlichen Elemente erlaubten es ihnen, trotzdem die Gemeinschaft mit den anderen zu genießen. „Es ist gut, mal draußen zu sein und auch zusätzlichen Input auf diese Weise zu bekommen“, so der Rektor. Eine Wiederholung sei deshalb nicht ausgeschlossen. „Außer wenn es dann in Strömen regnet“, meint Seidel und lacht.

Es ist gar nicht so einfach, 150 schnatternde Grundschüler in eine kleine Kirche zu bekommen. Schließlich kehrt Ruhe ein. Aus allen Kehlen kommt das Lied „Sei mutig und stark“. Und wieder geht es um das Erleben: Alle lauschen, bis die läutenden Glocken immer leiser werden und schließlich verstummen.

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