Das gemeinsame Gewerbegebiet zweier Kochertalkommunen an der Bundesstraße 19 bei Übrigshausen bekommt ein Gesicht: Am Mittwochabend stellte Sara Oget vom Kreisplanungsamt die groben Umrisse des Projekts zunächst in öffentlicher Sitzung dem Untermünkheimer Gemeinderat, anschließend nicht öffentlich dem Braunsbacher Gremium vor. Es soll eine Fläche von rund elf Hektar umfassen. Nach Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium und den Regionalplanern geht’s mit dem ersten Abschnitt an die Realisierung.

Durch die Zusammenarbeit mit Braunsbach wurde der Weg überhaupt erst frei, dort weitere Betriebe anzusiedeln. Auch wenn ein regionaler Grünzug und weitere Details die Umsetzung des zweiten Abschnitts des Gesamtprojekts derzeit noch nicht möglich machen. „Wir tasten jetzt den regionalen Grünzug nur leicht an“, so die Fachplanerin. Dies sei für den ersten Abschnitt so abgesprochen worden und gehe in Ordnung.

Außerdem seien schon Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium wegen des wachsenden Verkehrs geführt worden. Zunächst fließe er, solange der Abschnitt 2 noch nicht umgesetzt ist, weiter über die Kupferkreuzung. Die erhalte aber eine zusätzliche Rechtsabbiegespur aus Übrigshausen kommend auf die B 19. „Wenn das Gesamtgebiet erschlossen wird, kommt ein zusätzlicher, eigener Anschluss an die B 19“, berichtete Oget.

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Ein neues Artenschutzgutachten müsse nicht erstellt werden. Im Zuge der Arbeiten solle der Richtbach renaturiert und mehr Stauvolumen für Wasser geschaffen werden. Im Gewerbegebiet seien ein beidseitiger Parkstreifen und Fußgängerweg sowie auch ein Grünstreifen zu den Bauplätzen vorgesehen.

Die planerische Hoheit, so erklärten Oget und Bürgermeister Christoph Maschke, liege bei der Gemeinde Untermünkheim, weil das Gebiet auf ihrer Gemarkung liege. Braunsbach bekomme aber als Nachbarkommune die Pläne ebenfalls, um dazu Stellung zu nehmen.

Gemeinderat Oliver Otterbach wollte wissen, was mit der Hochspannungsleitung sei, die das Gebiet durchzieht. „Der Energieversorger will ohnehin die Leitung erneuern“, hatte Untermünkheims Kämmerer herausgefunden. Allerdings gebe es noch keine konkrete Zeitangabe dafür. Bei der Erschließung müsse man dadurch aber nur für die Erhöhung der Trasse aufkommen. „Dann werden Gebäude bis zwölf Meter Höhe dort möglich“, so Maschke.

Gemeinderat Matthias Poleschner würde gerne auf die Parkstreifen verzichten. „Da werden eh nur Laster auf Dauer abgestellt“, lautete seine Erfahrung vom schon bestehenden Gebiet.

Gemeinderat Rainer Wolpert war es wichtig, dass dort Laster, wenn sie an Laderampen stehen, nicht mehr bis in die öffentliche Straße ragen dürfen. Außerdem forderte er – weil es gleich nebenan Landwirtschaft gibt –, dass mögliche Geruchsbelästigungen im Textteil verankert würden. Sein Amtskollege Peter Busch wurde beruhigt, dass keine Vergnügungsstätten zugelassen werden. Das Gremium gab grünes Licht für eine frühzeitige Beteiligung am Gewerbegebiet.

Keine Beschlüsse fassen

Ein paar Kilometer kocherabwärts hat Oget am Mittwochabend noch einmal zu dem Thema Rede und Antwort gestanden. Allerdings nicht im öffentlichen Teil des Braunsbacher Gemeinderats. „Das ist auch nicht nötig gewesen, weil wir bei dem Thema eh keine Beschlüsse fassen können“, sagt auf Nachfrage dieser Zeitung zum gewählten Prozedere Bürgermeister Frank Harsch. „Das war rein informell für die Ratsmitglieder.“ Rechtlich gesehen liege die Planungshoheit für das Gewerbegebiet bei Untermünkheim, bestätigt Harsch. Im Gemeindeverwaltungsverband Braunsbach-Untermünkheim werde man wohl noch über den Bebauungsplan zu sprechen haben, aber ansonsten beschränke sich der Braunsbacher Anteil an dem gemeinsamen Projekt, auf das er große Hoffnungen setze, auf die 30-prozentige finanzielle Beteiligung. Weiteres berichtet er nicht von den Ergebnissen der nicht öffentlichen Sitzung.

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