Der Gemeinderat hat im Februar 2015 beschlossen, dass Projektpartnerschaften in Namibia konkret werden sollen. Das Geld dafür fließt von der Schwäbisch Haller Beteiligungsgesellschaft (SHB), in der die städtischen Tochterunternehmen zusammengefasst sind. Mit jährlich einem Prozent des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sollen solche Projektpartnerschaften unterstützt werden. „Zunächst geht es ums Thema Ausbildung, dann werden wir in Solarparks investieren“, antwortet OB Hermann-Josef Pelgrim auf eine Nachfrage von Stadträtin Damiana Koch (fraktionslos), wie hoch die Stadtwerke-Tochter Solar Invest in Namibia investieren möchte. Namibia sei nach Chile das Land mit der weltweit zweithöchsten Sonneneinstrahlung, von daher interessant.

„Gibt es Beschlüsse in den Gremien“, fragt die Grüne-Fraktionsvorsitzende Andrea Herrmann nach. Im Aufsichtsrat der Solar Invest gebe es einen Beschluss, dort einzusteigen, bestätigt der OB. Die Stadtwerke-Tochter Solar Invest will mittelfristig in den Bau von Solarparks in Namibia investieren. Zunächst soll eine Kleinanlage mit 40 bis 80 Solarmodulen an der Waldorfschule in Windhuk entstehen. Der erste Schritt sei aber, den Bereich berufliche Bildung zu unterstützen. Die Waldorfschule braucht finanzielle Unterstützung, um Lern- und Trainingsmodule anschaffen zu können, an denen die Berufsschüler auch für künftige Einsätze an den Anlagen der Solar Invest ausgebildet werden können. Die Schule bekommt über die Solar Invest 30.000 Euro zur Umsetzung von solchen Investitionen in die berufliche Bildung.

Insgesamt werden rund 175.000 Euro für diese Maßnahme gebraucht, da noch Kosten für Ausstattung wie beispielsweise Projektoren und Sachkosten für die Installation der Lehrmodule sowie Kosten für Registrierung und Akkreditierung der Ausbildungsrichtung dazukommen. Ergänzend sei angestrebt, drei Jugendlichen aus Namibia, Praktika in Hall anzubieten, sowie Fachpersonal aus Hall für einen Einsatz als Lehrkräfte an der Waldorfschule zu gewinnen. Für die Hälfte der Kosten sollen Bundesmittel über die Entwicklungshilfeorganisation Sequa fließen, der Rest über den Schulfonds und Partner der Waldorfschule wie beispielsweise die Solar Invest.