Ideen Gemeinde Mainhardt rüstet sich für Zukunft

Das Schlössle mit Polizeiposten (vorn) und Römermuseum, wo es nun eine öffentliche Toilette gibt.
Das Schlössle mit Polizeiposten (vorn) und Römermuseum, wo es nun eine öffentliche Toilette gibt. © Foto: Maya Peters
Mainhardt / Maya Peters 14.02.2017
Der neue Gemeindeentwicklungsplan sorgt für Wohnkonzepte, sichtbare Vergangenheit und ein stilles Örtchen. Der Bau eines Treffpunkts in Ziegelbronn stagniert.

Wir wollten eine positive Entwicklung einleiten“, fasst Mainhardts Bürgermeister Damian Komor die Arbeit der letzten Jahre für den Gemeindeentwicklungsplan zusammen. Ein Ergebnis ist ein stilles Örtchen: Seit Jahren wurde es von Bürgern für den Luftkurort gewünscht. Es ist nun im historischen Schlössle nahe des Polizeipostens und des Römermuseums untergebracht. Der Raum ist barrierefrei – aber noch fehlen die Beschilderung und die Öffnungszeiten. „Eine öffentliche Toilette, die niemand findet und zu ist, nutzt wenig“, wurde kürzlich bei der Bürgerfragestunde kritisiert. „Wir kümmern uns darum“, versprach Komor.

Viele Vorschläge von Bürgern

Die Gemeinde Mainhardt hatte 2014 den Dienstleister Steg Stadt­entwicklung beauftragt, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten, welches bis zum Jahr 2030 reicht. 2015 fanden zu den Themen „Ortsbildentwicklung“, „Stärkung des Hauptorts“, Generationengerechte Gemeinde“ und „Innenentwicklung: Gebäude- und Flächenpotentiale“ mehrere Bürgerforen statt. Viele der Vorschläge für die knapp 6000 Einwohner starke Flächengemeinde wurden vom Gemeinderat und der Verwaltung angestoßen.

Zu den großen Projekten zählen die 2,5 Millionen Euro teure Mineralfreibadsanierung oder das Hüttener Dorfgemeinschaftshaus, welche beide heuer noch fertig werden. Seit Spätherbst 2015 bereits fährt der Seniorenbus erfolgreich mit Hilfe von Ehrenamtlichen auch in die Weiler. Eine Idee von Familie Vollmer aus Lachweiler wurde Ende 2016 im Wald zwischen Hegenhäule und Maibach umgesetzt: ein Steinkreis als Attraktion für Erholungsuchende. Das Landessanierungsprogramm unterstützt derzeit die umfassende Sanierung im alten Ortskern von Bubenorbis. „Die Konzeption machte erst die Bewerbung um Fördergelder möglich“, erläutert Komor zum Gemeindeentwicklungsplan.

Der Bau eines Treffpunkts im etwa 80 Einwohner starken Örtchen Ziegelbronn stagniert jedoch. Denn der gewünschte Dorfplatz wird nun im Rahmen der Flurbereinigung errichtet. „Wir haben uns dafür beworben“, berichtet Komor. „Wir treffen uns derzeit auf Privatgrund“, berichtet Hannelore Wüst. „Miteinander reden ist wichtig“, betont sie.

Der Arbeitskreis Ortmitte in Mainhardt verfolgt ähnliche Ziele. „Wir wollen versuchen, Orte zu installieren, an denen die Leute wieder ins Schwätzen kommen“, erzählt Mitglied Helmut Fischer. „So wie früher am Milchhäusle.“ Auch werde ein Ortsinformationssystem ausgearbeitet, um alle öffentlichen Einrichtungen und die Gastronomie einheitlich auszuschildern. Im Hauptort wolle man zudem mittels blauer Farbe stärker an die römische Vergangenheit erinnern. Die Umrisse des einstigen Kastells – zwischen den Mauerfragmenten – sollen wieder sichtbar gemacht werden. „Da sind wir dran“, berichtet Damian Komor auf Nachfrage. Im März finde dazu eine Verkehrsschau statt, das Landrats­amt sei involviert. Doch auch die jüngere Vergangenheit solle durch einen historischen Rundweg beleuchtet werden, freut sich Fischer. Momentan erstelle man eine Gebäudeliste.

Konzept für unbebaute Fläche

Das große Grundstück der früheren Gärtnerei Engel, das zukünftige „Quartier Schönblick“, sowie der unter Denkmalschutz stehende Gasthof Stern gingen im vergangenen Jahr in Gemeindeeigentum über. „Derzeit machen sich fünf Büros Gedanken darüber, wie die Fläche mitten im Ort bebaut werden kann“, berichtet Komor vom Projekt. Im Frühjahr erwarte man die Ergebnisse.

Gewünscht ist zudem der Aufbau einer gemeindeeigenen Wohnbaugesellschaft. Das Landratsamt habe bereits dieser Möglichkeit zugestimmt. „Doch dafür brauchen wir noch Partner“, schränkt Komor ein.

Ein Wunsch der Mainhardter wäre eine Verbesserung an der stark befahrenen B 14 – beispielsweise durch einen Kreisverkehr. „Bisher fahren die Menschen einfach so durch – und das meist viel zu schnell“, bedauert Fischer. Doch die Kosten einer Umgestaltung wären immens. Zumindest an den Ortseingängen wolle man zukünftig mehr auf die Gemeinde neugierig machen: „Denn Mainhardt ist eigentlich ein sehenswerter Ort.“