Rosengarten Gemeinde Rosengarten will mit Bürgerstiftung sozial Benachteiligte unterstützen

Rosengarten / DENIS BERNLÖHR 16.04.2015
35 Bürger sind am Montagabend in das Uttenhofener Rathaus gekommen. Rosengartens Bürgermeister Jürgen König und Sparkassen-Vertreter haben das Konzept für die neue Bürgerstiftung vorgestellt.

Rosengarten sei eine sehr lebendige Gemeinde, erklärte Bürgermeister Jürgen König. Das jüngste Projekt der Gemeinde ist die Gründung einer Bürgerstiftung. Die Stiftung sei ein Beispiel dafür, dass man zu den innovativen Gemeinden im Landkreis gehöre.

Rosengarten stelle sich auch allgemeinen Entwicklungen, erläuterte König. "Weltweit sieht man sich vier Megatrends ausgesetzt. Der Globalisierung, der Digitalisierung, dem demografischen Wandel und der sozialen Ungleichheit. Unser heutiges Thema betrifft indirekt den vierten Bereich", so König. Die Bürgerstiftung solle die Möglichkeit bieten, für die Gemeinde etwas Gutes zu tun. Der Rathauschef nahm bei seinem Vortrag Bezug auf das Buch "Wir Erben - Was Geld mit den Menschen macht" von der Journalistin Julia Friedrichs. König referierte, dass das nächste Jahrzehnt die Dekade der Erben werde. Es werde mehr Erben geben als jemals zuvor und auch die Summe der Erbschaften werde deutlich ansteigen. "Wir in Rosengarten wollen mit unserer Bürgerstiftung möglichen Erblassern auch die Möglichkeit einer Alternative aufzeigen, etwas dauerhaft Gutes für die Gesellschaft, für die Allgemeinheit zu bewirken."

Jürgen Lechner, Leiter Private Banking bei der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, erklärte, was mit der Bürgerstiftung erreicht werden soll und was eine Bürgerstiftung eigentlich ist. Sie fördere das bürgerschaftliche Engagement, mache die Bürger zu Partnern ihrer Kommune bei der Gestaltung des sozialen und kulturellen Lebens und sei eine sehr nachhaltige Angelegenheit, so Lechner. Aktuell beläuft sich das Stiftungsvermögen auf 25.000 Euro. Dabei kommen jeweils 12.500 Euro von der Gemeinde Rosengarten und von der Sparkasse. In den ersten drei Jahren wird die Sparkasse pro Jahr 2000 Euro an die Stiftung spenden.

"Die Sparkasse möchte die Erträge aufstocken, so dass die Bürgerstiftung auch förderfähig ist", so Dominik Fischer, Berater Vermögensmanagement der Sparkasse. Er und Dieter Weisner von der deutschen Stiftungstreuhand AG in Fürth gaben einen Überblick über den Aufbau und die Struktur der Stiftung. Die Bürgerstiftung Rosengarten könne in den verschiedensten Bereichen tätig werden. Beispielsweise im öffentlichen Gesundheitswesen, der Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur, dem Naturschutz, dem Feuerschutz, der Bildung oder dem Sport. Aber auch als direkte Hilfe für Bürger in schwierigen Situationen, erklärte Weisner.

Die Bürgerstiftung ist als Treuhandstiftung Teil der Stiftergemeinschaft der Sparkasse. Die Deutsche Stiftungstreuhand ist dabei als Verwalter der Stiftung tätig. Sie kümmere sich um die Buchhaltung, den Jahresabschluss oder rechtliche Sachverhalte. So könne sich die Gemeinde auf das Wesentliche konzentrieren, erklärte Dominik Fischer. "Für die Gemeinde ist das einfach praktikabler", erläuterte Bürgermeister König.

Über das Vermögen der Stiftung entscheidet im Wesentlichen der Stiftungsrat. Dieser besteht aus sechs Personen: Den drei Gemeinderäten Nicole Seybold, Karl-Heinz Hübner und Jürgen Liebig, Dr. Matthias Metz (Aufsichtsratsvorsitzender der Bechtle AG), Notar Gerhard Franzkowiak und Bürgermeister Jürgen König.