Schwäbisch Hall Geld im Tresor? Unsinn

Keine Probleme mit den EZB-Vorgaben: Thomas Lützelberger (links), Chef der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim und Eberhard Spies, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim sehen den Änderungen gelassen entgegen. Beide Banken betrifft die Regelung nicht.
Keine Probleme mit den EZB-Vorgaben: Thomas Lützelberger (links), Chef der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim und Eberhard Spies, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim sehen den Änderungen gelassen entgegen. Beide Banken betrifft die Regelung nicht. © Foto: NPG-Archiv
Schwäbisch Hall / JÜRGEN STEGMAIER 10.06.2014
Wollen Banken Geld bei der EZB bunkern, bekommen sie dafür keine Zinsen mehr - sie müssen dafür bezahlen. Wohin also mit dem Geld?

Legen Sparkasse und VR-Bank künftig Bares in ihre Tresore?

Nein. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen für Einlagen am Donnerstag unter die Schwelle von null gelegt. Einlagen bei der EBZ bringen Banken damit keine Guthabenzinsen mehr, sie kosten sogar. In vielen Medien ist die Rede von "Euro-Strafzins" oder von "Parkgebühr". Die Vorstandsvorsitzenden der heimischen Kreditinstitute Thomas Lützelberger (Sparkasse) und Eberhard Spies (VR-Bank) betonen, dass sie kein Geld bei der Europäischen Zentralbank anlegen und deshalb von den Minuszinsen nicht betroffen sind. Die Verbände der Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken versprechen sogar, dass die Mitgliedsinstitute ihren Kunden keine Negativzinsen in Rechnung stellen werden.

Stefan Winter, Vorsitzender des Verbandes der Auslandsbanken, wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung allerdings mit den Worten zitiert: "Wir haben in Volkswirtschaften mit Negativzinsen immer wieder beobachten können, dass die Kreditkosten gestiegen sind." Diesen Punkt zählt auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann als mögliche Folge des Minuszinses für die Kunden auf.

Was machen die Regionalbanken mit ihrer überschüssigen Liquidität?

Eine Möglichkeit wäre es, das Geld in die eigenen Tresore zu legen. Dort bringt es nichts, aber wenigstens kostet es auch scheinbar nichts. Diese Möglichkeit wurde in den zurückliegenden Tagen oft und gerne erörtert, sie sei aber abwegig, wie beide heimischen Bankchefs unmissverständlich darlegen. "Bargeld in Tresoren zu lagern, ist völliger Unsinn! Dies wäre vergleichbar mit dem Sparstrumpf der Privatperson zu Hause", lässt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Lützelberger ausrichten.

Beide regionalen Institute seien darauf bedacht, die Einlagen von Kunden aus der Region - überwiegend der Landkreis Hall - nach Möglichkeit dort wieder an Privatpersonen und Unternehmen als Kredite zu vermitteln. Geld, dass darüber hinaus bleibt, lege die VR-Bank in Wertpapieren verschiedenster Sorten an. Diese seien überwiegend festverzinslich und mit unterschiedlichen Laufzeiten versehen, erklärt Eberhard Spies. Eine Lagerung von Bargeld in Tresoren berge ein Risiko, das letztlich hoch und teuer versichert werden müsse, so der VR-Bank-Chef. Außerdem fehle der Platz dafür.