Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Bretzfeld im Hohenlohekreis in der vergangenen Woche ist ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb eingerichtet worden. Dort gilt eine Aufstallungspflicht, Geflügelarten dürfen sich nicht mehr ungeschützt im Freien aufhalten. Das Gebiet reicht bis in den Landkreis Schwäbisch Hall hinein, genauer gesagt handelt es sich um die Mainhardter Teilorte Ammertsweiler und Geißelhardt. Nach Angaben des Veterinäramts des Landkreises sind dort 28 kleinere Geflügelhalter mit rund 408 Stück Geflügel – vornehmlich Hühnern – betroffen. „Größere Betriebe sind mir dort nicht bekannt“, sagt Mainhardts Bürgermeister Damian Komor und bestätigt: „Die meisten haben dort eh nur ein paar Hühner.“

Veterinäramt kontrolliert Geflügelhalter stichprobenweise

Das Veterinäramt kontrolliert die Aufstallungspflicht stichprobenweise. „Es sind zusätzlich alle im Beobachtungsgebiet gemeldeten Geflügelhalter angeschrieben und auf die Einhaltung der Allgemeinverfügung zur Bestallungspflicht und den damit verbundenen Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen“, erklärt Eva Christina Scheiber von der Pressestelle des Landratsamts.

Schon am Montag hat der Mainhardter Bauhof entsprechende Warnschilder aufgestellt, die auf das Beobachtungsgebiet hinweisen. „Die Schilder hat uns das Veterinäramt zur Verfügung gestellt“, sagt der Mainhardter Bürgermeister. Sie seien in dem betroffenen Gebiet an den Hauptverkehrsachsen aufgestellt worden. „Wir haben die Allgemeinverfügung des Landratsamts auch auf unserer Website und auf Facebook veröffentlicht“, so Komor.

Wie lange die Verfügung und die damit einhergehende Bestallungspflicht bestehen bleibt, ist derweil unklar. „Das ist davon abhängig, ob noch weitere Fälle der Geflügelpest in der Region auftreten und ob bei den Aufhebungsuntersuchungen im Beobachtungsgebiet, die frühestens 30 Tage nach der Grobreinigung und Desinfektion des Ausbruchsbetriebs im Hohenlohekreis durchgeführt werden, neue Infektionen festgestellt werden“, erklärt Landkreissprecherin Scheiber. Falls bei den Untersuchungen keine neuen infizierten Bestände auftreten, könne das Beobachtungsgebiet zeitnah wieder aufgehoben werden. „Uns ist mitgeteilt worden, dass das bis zu zwei Monate dauern kann“, ergänzt Bürgermeister Komor.

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Empfehlung für ganzen Kreis

Es wird davon ausgegangen, dass das Virus in Bretzfeld über infizierte Wildvögel übertragen wurde. Daher sind grundsätzlich alle Geflügelhaltungen gefährdet. „Deshalb empfiehlt das Veterinäramt die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelbetrieben“, so Scheiber. Gefährdet seien jedoch auch die Geflügelfreilandhaltungen im restlichen Kreisgebiet, weshalb das Veterinäramt auch dort die Aufstallung empfehle.

„Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Veterinärämtern der betroffenen Landkreise, der Task Force Tierseuchenbekämpfung, dem Veterinäruntersuchungsamt in Fellbach, dem Regierungspräsidium und dem Ministerium für ländlichen Raum statt“, ergänzt Scheiber. Bislang sei es übrigens noch nie zum Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Schwäbisch Hall gekommen.

2432 Geflügelhalter im Landkreis Hall


Nach Angaben des Veterinäramts gibt es im Landkreis Schwäbisch Hall insgesamt 2432 Geflügelhalter mit rund 920 500 Tieren. Davon leben in 438 Betrieben außerhalb des jetzt eingerichteten Beobachtungsbetriebs etwa 73 500 Tiere – hauptsächlich Hühner, Gänse und Enten – in Freilandhaltung.

Die am Montag veröffentlichte Allgemeinverfügung des Landratsamts zur Anordnung einer „Restriktionszone Mainhardt“ ist im Internet nachzulesen unter www.lrasha.de.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen Auflagen der Allgemeinverfügung verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Zusätzlich ist mit Schadensersatzforderungen zu rechnen, falls durch eine Missachtung der Aufstallungspflicht die Ausbreitung der Seuche gefördert wird. noa