In seiner Haushaltsrede vor dem Gemeinderat beruhigte Bürgermeister Siegfried Trittner die Bürger: „2019 wird es keine Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuer geben. Auch die Gebühren steigen nicht, den Wasserpreis haben wir ja erst im Herbst angehoben“, sagte er. Ärgerlich findet er die Anspruchshaltung in Teilen der Bevölkerung, nicht nur in Obersontheim. Zum Beispiel bei der Unterhaltung der Feldwege und beim Winterdienst. Er kritisiert auch die enormen ökologischen Vorgaben etwa bei der Erschließung von Baugebieten. Dank der sprudelnden Steuereinnahmen wird die Gemeinde von 2017 bis Ende dieses Jahres 1,3 Millionen Euro Schulden abgebaut haben. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt bis zum Jahresende auf 741 Euro.

Positiv bewertet Trittner die Weiterentwicklung der Gemeinde mit den Baugebieten in Mittelfischach und Oberfischach und dem Gewerbegebiet Birngründle, wo ein Hotel, eine Tankstelle und eine Autowaschstraße geplant sind. Dieses Jahr werden die letzten Straßen im Baugebiet Gaukler fertig ausgebaut und „endlich“ der Radweg zwischen Mittelfischach und Oberfischach angelegt. Erfreulich findet Trittner die zahlreichen privaten Investitionen in der Gemeinde. „Und das ganz ohne Autobahnanschluss. Damit sind wir mehr als zufrieden“, sagte er.

Nicht nur im Hinblick auf den Flächenverbrauch ist er mit dem Bau von zwei Mehrfamilien­häusern auf dem früheren Hartmann-­Areal im Hauptort zwischen der Firma Stark und der Hauptstraße einverstanden. „In Hausen kaufen wir eine aufgegebene Hofstelle, um dort zwei Baugrundstücke zu erschließen“, berichtete Trittner.

Doppik überzeugt nicht

Nach einem Jahr mit dem neuen kommunalen Haushaltsrecht ist er von der neuen Systematik nicht wirklich überzeugt. „Es soll überschaubarer werden. Davon habe ich noch nichts gemerkt“, meinte er. Auch im zweiten Jahr der Doppik gelingt es voraussichtlich, die Abschreibungen zu erwirtschaften, was durchaus nicht für alle Gemeinden im Kreis selbstverständlich ist. Kämmerer Jonathan Richter wies in seiner Präsentation des Haushalts auf die steigenden Umlagen an Kreis und Land infolge der hohen Steuereinnahmen hin.

Geplant sind Investitionen in Höhe von 4,1 Millionen Euro, das ist weniger als die Hälfte des Vorjahres. Es macht sich bemerkbar, dass die Einnahmen aus den Bauplatzverkäufen, nachdem im Gaukler alle Grundstücke vergeben sind, rückläufig sind.

Die Schlüsselzuweisungen vom Land erhöhen sich dank der deutlich steigenden Einwohnerzahl. Da aber gleichzeitig die Umlagen an Kreis und Land steigen, bleibt bei den Zuweisungen gegenüber 2018 ein Minus von 56 000 Euro. Auch die Rücklagen schrumpfen. Bis zum Jahresende rechnet Richter mit einem Rückgang auf 666 587 Euro.

Für die kommenden Jahre sieht Richter nur dann Handlungsspielraum, wenn die Zuweisungen vom Land nicht weiter sinken und Obersontheim weiterhin gute Gewerbesteuereinnahmen hat. Auf neue Kredite kann die Gemeinde ab 2020 nicht verzichten. Bis 2022 rechnet er mit der Aufnahme von 1,2 Millionen Euro.

Eckpunkte des Haushalts 2019


Ergebnishaushalt Aufwendungen: 14,454 Millionen Euro; Erträge: 14,362 Millionen Euro; ordentliches Ergebnis: 91 700 Euro

Finanzhaushalt Gesamtvolumen: 4,546 Millionen Euro; laufende Verwaltungstätigkeit: 988 500 Euro; vorhandene Gelder für Investitionen: 2,6579 Millionen Euro; benötigte Mittel für Investitionen: 4,0914 Millionen Euro

Tilgung 455 000 Euro. Es besteht eine Finanzierungslücke in Höhe von 900 000 Euro, die Summe soll den Rücklagen entnommen werden.

Voraussichtlicher Schuldenstand zum 31. Dezember dieses Jahres: 3,74 Millionen Euro (31. Dezember 2018: 4,195 Millionen Euro) siba