Gemeinderat Gebühren sollen erst nächstes Jahr steigen

Michelbach / Sigrid Bauer 04.08.2018

Vor einem Jahr ist das Thema Elternbeiträge in Kinderkrippe und Kindergarten schon ausführlich und zum Teil kontrovers diskutiert worden. Der Gemeinderat von Michelbach einigte sich damals darauf, die Sätze für die Ganztagsbetreuung der Ü3-Kinder und für die Krippe in zwei Schritten zu erhöhen und den ersten Schritt für das laufende Kindergartenjahr zu beschließen.

Im Juli dieses Jahres wollten die Räte erneut beraten. „Wir hatten eigentlich gesagt, dass wir im Kindergartenjahr 2018/2019 auf die Regelsätze gehen. Aber wir haben erst die Wassergebühren heraufgesetzt und das trifft ja auch Familien mit Kindern. Deshalb schlage ich vor, dass wir in diesem Kindergartenjahr auf jeden Fall noch nicht erhöhen“, so Bürgermeister Werner Dörr.

Auch Klaus Maas erinnerte an die gestiegenen Gebühren in anderen Bereichen: „Beim Grundstücksverkauf im Taubental haben wir Familien nicht gefördert. Da Michelbach aber keine großen Gewerbesteuereinnahmen hat, muss ein guter Wohnplatz das oberste Ziel sein. Dazu gehört auch eine gewisse Attraktivität der Kinderbetreuung.“ Dem stimmte auch Lothar Fink zu.

Soziale Elemente wichtig

Franz Weissinger betonte, ihm komme es auch auf die soziale Komponente bei den Beiträgen an, also die Entlastung von Familien mit mehreren Kindern. Er sei auch dafür, die Erhöhung auszusetzen, aber dann sollte nächstes Jahr auf den Richtsatz erhöht werden. Kämmerin Kristiane Neidhardt hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock niedriger ausfallen können, wenn die Gemeinde unterhalb der Richtsätze bleibt.

Auf die Frage von Hermann Renz, mit welchen Mehreinnahmen die Verwaltung bei einer Erhöhung auf den Richtsatz rechnet, antwortete Dörr: „Bei der Kinderbetreuung haben wir einen Deckungsgrad durch die Elternbeiträge zwischen acht und 16 Prozent. Daran würden auch die Mehreinnahmen von rund 10 000 Euro nichts ändern.“

Um die jährliche dreiprozentige Erhöhung, um die die Richtsätze regelmäßig steigen, kommt die Gemeinde aber auch bei der Ü3-Ganztagsbetreuung und in der Krippe nicht herum. Denn sie gilt für alle Betreuungsangebote. Jochen Rothacker setzte sich dafür ein, die Wahlmöglichkeit zwischen drei und fünf Tagen Ü3-Betreuung weiter anzubieten. Dem schloss sich das Gremuim einstimmig an. Einig waren sich die Räte auch, dieses Jahr nicht die Richtsätze zu erhöhen, sondern nur die jährliche Steigerung von drei Prozent umzusetzen. Bei den Regel- und Verlängerte-Öffnungszeiten-Gruppen gelten bereits seit Jahren die Landesrichtsätze. Gut ausgestattet ist die Gemeinde mit Plätzen für Überdreijährige. Derzeit gibt es 108 Kinder in diesem Alter bei 134 Plätzen. „Da praktisch alle Kinder in den Kindergarten gehen, können wir hier gut planen“, so Dörr.

Noch Spielraum

Einen Puffer von 25 Plätzen gibt es im Kindergarten Gschlachtenbretzingen, der bisher eine Regelgruppe mit 25 Plätzen hat. Bei Bedarf kann eine weitere Gruppe eröffnet werden. „Wir dehnen dort auf Wunsch der Eltern die Betreuung von 12.30 Uhr auf 13 Uhr aus, damit entlasten wir die beiden VÖ-Gruppen (Betreuung bis 14 Uhr) im Wichtelhaus und im evangelischen Kindergarten“, erklärte Dörr. Einen Engpass könnte es dagegen bald bei der Kleinkindbetreung geben, wenn junge Familien mit Kleinkindern in die Neubaugebiete ziehen.

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