Schwäbisch Hall Fünf Tage Jazz am Kocher

Schwäbisch Hall / BETTINA LOBER 20.03.2014
Ein vielfältiger Musikmix steht der Hospitalkirche in Hall bevor: Am Mittwoch, 26. März, beginnt das 8. internationale Jazz-Art-Festival. In fünf Tagen ist von Irène Schweizer bis Till Brönner allerhand geboten.

Auch wenn die Festivalmacher bereits die achte Festival-Auflage stemmen, sei es jedesmal aufregend, sagt Halls Kulturbeauftragte Ute Christine Berger: "Man freut sich aber, dass jetzt die Künstler kommen." Jazzclub Hall, Goethe-Institut, Konzertkreis Triangel und das Kulturbüro der Stadt haben ein stilistisch bunt gemischtes Programm mit internationalen Jazz-Größen zusammengestellt. Zwischen 15 und 20 Helfer packen mit an, damit beim Festival alles klappt. Die heiße Phase des Aufbaus beginne am Dienstag, "dann wird die Festivalfahne in der Hospitalkirche gehisst", sagt Ute Christine Berger.

Den Anfang - meist von Jazz-Altmeistern gestaltet - macht am Mittwoch, 26. März, ein "Traumpaar des Schweizer Jazz", schreibt der Jazzclub Hall: Irène Schweizer und Pierre Favre haben bereits vor 50 Jahren als Duo gespielt - sie tun es noch heute. Die Improvisationskünstlerin am Klavier und der Klangpoet am Schlagzeug eröffnen mit ihrem Auftritt um 20 Uhr das Festival. Im musikalischen Zwiegespräch erzählen sie sich Geschichten, ohne sich vor dem Konzert jedoch abzusprechen - zwei über 70-Jährige mit Spielfreude.

Alpen-Free-Jazz-Punk-Funk wird am Donnerstag, 27. März, geboten: Das Matthias-Schriefl-Quartett hält nichts von Genre-Grenzen und ist stets auf der Suche nach ausgefallenen Sounds. Bei dem 33-Jährigen Allgäuer kommen auch mal Kuhglocken, Vogellockpfeifen oder Kinderspielzeug zum Einsatz. Unterstützt wird er in Hall von Tamara Lukasheva, Alex Morsey und Nils Tegen.

Mit dem Makiko-Hirabayashi-Trio aus Dänemark geht es am gleichen Abend weiter. Die in Tokio aufgewachsene Jazzpianistin ist gemeinsam mit der Schlagzeugerin Marilyn Mazur sowie deren Ehemann, dem Kontrabassisten Klavs Hovman, zu Gast. In die von Hardbop und Fusion geprägte Musik fließen Klassik und japanische Elemente ein.

Den dritten Festivalabend beginnen Alexander von Schlippenbach (Klavier) und Erwin Ditzner (Schlagzeug) - die beiden treten erstmals als Duo auf. Von Schlippenbach war Anfang der 70er Jahre bereits mit seinem damaligen Trio in Hall. Ein anderes Duo ist später im Neubau-Saal zu erleben: Till Brönner und Dieter Ilg. Wer den Auftritt von Schlippenbach/Ditzner in der Hospitalkirche und dann auch das Brönner/Ilg-Konzert erleben will, kann exklusiv in der Hospitalkirche Plätze im Neubau-Saal reservieren, teilen die Veranstalter mit.

Die Musik des 2001 gegründeten Zen-Funk-Quartetts Ronin mit dem Züricher Komponisten und Pianisten Nik Bärtsch steht am Festivalsamstag im Zentrum. Vorm Konzert, das um 20 Uhr beginnt, gibt es um 18 Uhr ein Werkstattgespräch als Konzerteinführung, eine Premiere beim Festival: Der Jazzjournalist Ulrich Kriest unterhält sich mit Nik Bärtsch, der dann mit Worten Einblick in seine musikalische Welt geben wird.

Am letzten Festivaltag, dem Sonntag, 30. März, gibt es im Adolf-Würth-Saal der Kunsthalle Würth ein Matinee-Konzert. Zu Gast sind der Akkordeonist und Bandoneonspieler Klaus Pajer und die aus Kroatien stammenden Cellistin Asja Valcic: ein experimentierfreudiges Duo, das farbenfrohen Jazz bietet.

Den Festivalabschluss am Sonntagabend in der Hospitalkirche bestreitet die Band Oregon.

Das Programm des 8. Jazz-Art-Festivals im Überblick