Schwäbisch Hall Fünf Neuinszenierungen locken zu den Freilichtspielen

Schwäbisch Hall / Monika Everling 28.08.2018
Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall stellen ihre Pläne für die Saison 2019 vor. Im Mittelpunkt stehen Shakespeares „Was ihr wollt“ im Globe und Hofmannsthals „Jedermann“ auf der Treppe.

„Das nächste Jahr wird spannend“, sagt Christian Doll, Intendant der Freilichtspiele Schwäbisch Hall. Denn im Frühjahr erhält Hall einen neuen Raum für Kultur, ein neues Theater. Dafür entsteht in diesen Tagen die Programm-Konzeption. Und natürlich wollen auch die Inszenierungen auf der Großen Treppe gründlich vorbereitet sein.

Die Freilichtspiele-Saison 2019 startet schon Ende März. Das erste Stück im neuen Globe-Theater wird Shakespeares „Was ihr wollt“ sein. „Ich finde dieses Stück sehr passend für die Eröffnung des neuen Hauses“, sagt Doll. „Denn es ist eines der wirklich großen Stücke Shakespeares, und es handelt unter anderem davon, sich zu verwandeln, sich immer wieder neu zu erfinden. Zudem beginnt die Handlung auf einer Insel – und das neue Globe-Theater steht ebenfalls auf einer Insel.“

Shakespeare sei ein Weltentdecker gewesen, ein Erfinder, der eine starke Beziehung dazu hatte, für wen er spielte. „,Was ihr wollt‘ wird mit zwölf Darstellern eine große Produktion, das finde ich als Setzung für den Anfang super“, freut sich Doll, in dessen Kopf die Inszenierung schon seit ein paar Wochen entsteht.

Jugendtheater im Globe

Der zweite Akteur des neuen Globe-Theaters wird vom 22. bis 27. April das internationale Jugendtheaterfestival „Wilde Mischung“ sein, das alle zwei Jahre in Hall stattfindet. „In den vergangenen Jahren hatten wir Probleme, alle interessierten Zuschauer in den Aufführungen unterzubringen. Das neue Globe hat mehr Platz und ist auch sonst ein toller Ort für das Jugendtheater“, schwärmt der Intendant.

Im Juni steht dann im Globe das Familienstück „Der Zauberer von Oz“ auf dem Programm. „Im Mittelpunkt steht ein Mädchen – nachdem wir im laufenden Jahr mit Karlsson und Lillebror zwei Jungs als Protagonisten hatten“, merkt Doll an.

Treppen-Saison beginnt später

Auf der Großen Treppe vor St. Michael geht die Theatersaison im kommenden Jahr erst am 22. Juni los. „Hauptgrund dafür ist, dass Pfingsten 2019 recht spät liegt und die Treppe dann für das Kuchen- und Brunnenfest der Sieder gebraucht wird“, sagt Doll.

Als Eröffnungspremiere ist das Stück vorgesehen, mit dem für die Freilichtspiele Schwäbisch Hall 1925 alles angefangen hat: Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“. Christian Doll wird bereits der achte Regisseur sein, der das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ – so der Untertitel – auf der Treppe inszeniert. „Ich wollte gerade in diesem Jahr 2019, das in Bezug auf das Globe-Theater von einem großen Aufbruch geprägt sein wird, auf der Treppe in die Anfänge zurückgehen“, begründet Doll seine Wahl.

Der „Jedermann“ ist für ihn ein Stück mit Tiefgang, aber auch Spektakel und Volkstheater. Mit den christlichen Momenten des Themas Sterben „hätte ich früher Schwierigkeiten gehabt“, gesteht Doll. „Aber inzwischen kann ich damit umgehen.“

Über seine weiteren Pläne für die kommende Saison kann Doll noch nicht viel bekannt geben. „Es wird wieder Musikproduktionen für die Treppe und das Globe geben, soviel ist sicher. Aber dafür laufen im Moment noch anstrengende Rechte-Verhandlungen.“ Jedenfalls soll es fünf Neuproduktionen geben: zwei auf der Treppe und drei im Globe. Dazu kommen Wiederaufnahmen, Gastspiele und Konzerte – Theatermachern und Zuschauern steht eine spannende Saison bevor.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel